Wegen Corona kein Schnadegang
Neheimer Schützen bieten Ersatz: "Äspohl to go"

Laden zum Schnadegang-Ersatz in Neheim ein: Sven Rüther, Christian Draeger, Axel und Maren Cöppicus-Röttger, Martin Smykalla sowie Matthias Henkelmann (v.l.).
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  • Laden zum Schnadegang-Ersatz in Neheim ein: Sven Rüther, Christian Draeger, Axel und Maren Cöppicus-Röttger, Martin Smykalla sowie Matthias Henkelmann (v.l.).
  • Foto: Peter Benedickt
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Corona macht vor nichts Halt, auch nicht vor dem Brauchtum. So musste der traditionelle Schnadegang der St. Johannes Baptist Schützen aus Neheim, für den 5. September geplant, abgesagt werden: „Die Hygienevorschriften sind bei so einer Wanderung nicht einzuhalten. Wie soll denn das Pohläsen durchgeführt werden (Tippen mit dem Hinterteil auf den Stein, damit der Ort nie mehr vergessen wird), wenn 1,50 Meter Abstand eingehalten werden muss?“

In längst vergangenen Zeiten war diese Grenzbegehung die Möglichkeit, den Verlauf des Stadtgebietes zu kontrollieren, damit es nicht zu Verschiebungen kommt. Denn mancher böse Nachbar war mit seinem Territorium nicht zufrieden, erweiterte es einfach mal, indem er die Markierungen versetzte. „Aber wenn wir schon nicht wandern konnten, wollen wir aber dennoch den ‚Äspohl‘ setzen“, gab Oberst Christian Draeger bekannt.

Zeitkapsel eingesetzt

So wurde nun der markante Stein, der neunte seit 2000, auf der Grenze zu Niederense, in der Nähe der Landstraße L745 (zwischen Moosfelde und der Gemeinde im Kreis Soest) fest eingesetzt. Er stammt aus dem Raum Winterberg, aus Silbach, wiegt circa 300 Kilogramm, und stellt schon eine imposante Silhouette dar. Ein Edelstahlschild mit der Aufschrift „2020 ohne Schnadegang - Gesetzt in der Coronazeit“ weist auf das gescheiterte Ereignis hin. Eine Zeitkapsel, in der eine Urkunde, unterschrieben von Bürgermeister Ralf Paul Bittner, Oberst Christian Draeger, dem Schützenkönigspaar Axel und Maren Cöppicus-Röttger, eine Tageszeitung, eine Mund-Nasen-Maske, ein paar Münzen, Mehl, Eier und einige weitere Utensilien enthalten sind, wurde an sicherer Stelle eingesetzt. 

"Äspohl to go" 

Weil aber nun der Schnadegang nicht stattfindet, zeigten sich die Schützenbrüder einfallsreich. „Wenn wir schon nicht in einer Gruppe von mehr als 100 Personen die Begehung machen können, haben wir uns einen Wettbewerb ausgedacht“, erklärt Martin Smykalla. „Den Äspohl to Go.“
Der Äspohl ist der jeweilige Stein, mit dem das verlängerte Rückgrat des Neulings Bekanntschaft macht, dass „to Go“ bezieht sich darauf, zum Standortort hinzugehen. Smykalla: „Alle Bürger sind eingeladen, ab dem 5. September den neuen Stein zu besuchen. Wenn möglich in kleinen Gruppen. Er ist nicht zu übersehen, er ist ein richtiger Brummer.“ Aus dem Rusch oder dem Aupketal ist der Platz gut zu erreichen. Die genauen Koordinaten sind auf der Internetseite der Schützen zu finden. Damit der Besuch noch mehr Spaß macht, gibt es zusätzlich einen Wettbewerb. „Wer uns ein Foto vom Stein und sich zuschickt, dazu Namen, Kontaktdaten und Alter verrät, kann einen der attraktiven Preise gewinnen.“ Die E-Mail an „aespohl2020@fest-in-neheim.de“ senden.

Wettbewerb bis 13. September

Die Lebensjahre sind deshalb wichtig, weil der jüngste und der älteste Teilnehmer, wie beim richtigen Schnadegang, mit einem Präsent überrascht werden. Zudem warten Gutschein, Getränke und weitere Überraschungen, unter anderem „Männerhandtaschen“, auf die Gewinner.
Der Wettbewerb geht bis zum 13. September. Christian Draeger weiß, dass damit die Originalveranstaltung nicht ersetzt werden kann, aber „Ist doch mal ein schöner Grund, an die frische Luft zu kommen.“ 2021, so hoffen die Schützenbrüder von St. Johannes Baptist, wird es dann wieder den richtigen Schnadegang geben.

Laden zum Schnadegang-Ersatz in Neheim ein: Sven Rüther, Christian Draeger, Axel und Maren Cöppicus-Röttger, Martin Smykalla sowie Matthias Henkelmann (v.l.).
 Der neue Grenzstein, auch Äspohl genannt: „Ein richtiger Brummer“.
Autor:

Lokalkompass Arnsberg-Sundern aus Arnsberg

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