Verbraucherzentrale warnt und hilft
Verträge an der Haustür: Telefonanschlüsse für Glasfaserkabel verkauft

Derzeit häufen sich bei der Arnsberger Verbraucherzentrale Beschwerden über den Vertrieb von Telefonverträgen an der Haustür. Petra Golly, 
Leiterin der Beratungsstelle in Neheim, gibt Tipps.
  • Derzeit häufen sich bei der Arnsberger Verbraucherzentrale Beschwerden über den Vertrieb von Telefonverträgen an der Haustür. Petra Golly,
    Leiterin der Beratungsstelle in Neheim, gibt Tipps.
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Derzeit häufen sich bei der Arnsberger Verbraucherzentrale Beschwerden über den Vertriebvon Telefonverträgen an der Haustür. Werber klingeln im Stadtgebiet und behaupten, wegen
einer Umstellung auf Glasfaser müssten bestehende Telekommunikationsverträge
angepasst werden.

Mit dieser Masche versucht man, das Vertrauen von Verbraucherinnenund Verbrauchern zu gewinnen und ihnen dann einen Neuvertrag für den Telefonanschluss
unterzuschieben. Oftmals stellt sich der Vertrag jedoch als völlig unnötig und meist teurer als
bisher heraus. Hier sollte man eine Unterschrift nicht ungeprüft leisten. Es handelt sich um
geschulte Vertreter, die darin geübt sind, den Überraschungseffekt auszunutzen, um zu
einem Vertragsschluss zu kommen.

Perfides Vorgehen

Die Arnsberger Verbraucherzentrale verzeichnete allein in den letzten Tagen 7 Beschwerden
von untergeschobenen Verträgen mit angeblich geneppten Kunden. „Dabei wird den
Verbraucherinnen und Verbrauchern das Blaue vom Himmel erzählt“, berichtet Petra Golly,
Leiterin der Beratungsstelle in der Neheimer Burgstraße 5. Vor allem vor dem Hintergrund,dass die Werber angeblich im Namen eines Telekommunikationsunternehmens agieren, bei
dem die angesprochenen schon Kunde sind, ist das Vorgehen perfide.
Wer nicht sofort abschließen will, wird am nächsten Tag zudem noch telefonisch von den
Werbern belästigt und genötigt, doch noch zuzustimmen. Eine Verbraucherin berichtete,
dass ihr Telefon nach dem Abwimmeln der Verkäufer an der Haustür innerhalb der nächsten
zwei Tage 21 Mal klingelte und man darüber versuchte, den Vertrag doch noch bei ihr
unterzubringen.

Vorsicht angebracht

Petra Golly rät daher zu großer Vorsicht und äußerst kritischer Betrachtung, wenn Verträge
an der Haustür zur Unterschrift vorgelegt werden.An der Haustür hat man nämlich nicht die Möglichkeit, Verträge zu vergleichen und den
Wahrheitsgehalt der Aussagen der Verkäufer zu prüfen. Man ist unvorbereitet und dadurch
empfänglicher für die Anpreisungen des Vertreters.

Auch das Vertrauen vor allem älterer Menschen oder die sprachliche Unerfahrenheit von
Migranten wird mitunter schamlos ausgenutzt.

Grundregeln

An folgende Grundregeln sollte man sich in solchen Situationenhalten:

  • Niemals einen Vertreter in die Wohnung lassen.
  • Niemals etwas unterschreiben, was man nicht nachvollziehen kann und nicht ausführlich geprüft hat.
  • Wenn man unsicher ist, lieber nicht unterschreiben.
  • Besonders wenn Zeitdruck ausgeübt wird und das Angebot nur von kurzer Dauer sein soll, ist Gelassenheit angesagt.

Die Rechtslage

Hat man doch einen Vertrag an der Haustür abgeschlossen, ist der Vertrag zwar wirksam,man kann ihn aber in aller Regel widerrufen. Durch einen Widerruf ist man nicht mehr an den
Vertrag gebunden. Dafür hat man grundsätzlich 14 Tage ab Vertragsschluss Zeit. Wurde der
Verbraucher nicht über sein Recht zum Widerruf informiert, erlischt das Widerrufsrecht
spätestens nach 12 Monaten und 14 Tagen. Der Widerruf muss gegenüber dem
Vertragspartner erklärt werden. Eine Begründung für den Widerruf muss aber nicht
mitgeliefert werden.
Die Arnsberger Verbraucherzentrale bietet individuelle rechtliche Beratung auch zu
derartigen Fällen an und konnte Verbrauchern, die nun auf diese Weise betroffen waren,
bereits entsprechende Hilfestellung leisten.

Zur Zeit beraten die Verbraucherschützer aufgrund der coronabedingten Einschränkungen
ausschließlich nach Terminvereinbarung. Diese ist telefonisch unter 02932-5109701
montags und donnerstags von 9:30 -12:30 Uhr und 14 -18 Uhr und dienstags, mittwochs und
freitags von 9:30 - 12:30 Uhr möglich. Alternativ ist eine Anmeldung auch online über das
Kontaktformular der Beratungsstelle unter www.verbraucherzentrale.nrw/arnsberg möglich.

Autor:

Lokalkompass Arnsberg-Sundern aus Arnsberg

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