Franziska Rieckhoff: Neue Theaterpädagogin am Schauspielhaus Bochum

Schon zu Studienzeiten wohnte sie in unmittelbarer Nähe des Schauspielhauses mit Blick auf den Malersaal – jetzt blickt sie aus dem Schauspielhaus hinaus: Franziska Rieckhoff ist neue Theaterpädagogin an der Königsallee.
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  • Schon zu Studienzeiten wohnte sie in unmittelbarer Nähe des Schauspielhauses mit Blick auf den Malersaal – jetzt blickt sie aus dem Schauspielhaus hinaus: Franziska Rieckhoff ist neue Theaterpädagogin an der Königsallee.
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Zwei Jahre lang war die Stelle der Theaterpädagogin am Schauspielhaus unbesetzt – der Sparkurs, den Intendant Anselm Weber seinem Haus verordnet hat, machte auch vor dem Jungen Schauspielhaus nicht halt. Seit August füllt Franziska Rieckhoff diese Lücke: Die 31-Jährige ist neu im Team an der Königsallee.

„Ich glaube, nach außen hat man das oft gar nicht so wahrgenommen, dass die Stelle nicht mehr besetzt werden konnte, weil viele große Projekte stattgefunden haben und viele Aufgaben von anderen mit übernommen worden sind“, erläutert Franziska Rieckhoff. „Intern sieht man allerdings, dass vieles brach liegt – eben weil vieles nur nebenbei gemacht werden konnte“, so ihre Einschätzung nach den ersten Wochen. „Das versuche ich jetzt zu stärken.“
Vor allem die Zusammenarbeit mit den Schulen gelte es auszubauen. Denn was Politiker in großen Worten gerne als „Teilhabe“ bezeichnen, wird hier ganz praktisch umgesetzt: „Es geht doch darum, dass jedes Kind die Möglichkeit erhält, ein Theater zu besuchen – auch, wenn von Zuhause vielleicht nicht die Voraussetzungen da sind. Und über die Schulen erreichen wir alle Kinder. Deswegen ist es wichtig, unsere Arbeit in den Schulen zu verankern.“
Daher gehe es bei ihrer Arbeit nun vorrangig darum, Kontakte zu knüpfen. „Unser Projekt ‚Columbus – Schulen entdecken Theater‘ wird bisher von etwa 30 Klassen genutzt. Das wollen wir auf jeden Fall noch weiter ausbauen. Denn dadurch ergibt sich eine Kontinuität in der Zusammenarbeit, die ich sehr wichtig finde.“ Neben der Vor- und Nachbereitung der einzelnen Produktionen bietet „Columbus“ auch Unterrichtsmaterialien für Lehrer - „ein Rundum-Sorglos-Paket“, schmunzelt Franziska Rieckhoff.

Theater ist für alle da

Grundsätzlich gehe es bei der Theaterpädagogik darum, Kinder und Jugendliche nicht nur als - passive - Zuschauer zu gewinnen, sondern sie aktiv zum Mitmachen zu bewegen. Zahlreiche Jugendclubs im aktuellen Programm bieten die Möglichkeit dazu - vom Tanzclub über Impro-Theater bis zur Regie-Werkstatt ist für so ziemlich jeden Geschmack was dabei. „Und es gibt sogar einen Theater-Workshop nur für Jungs. Das finde ich ganz großartig.“
Auch sie selbst wird in der gerade gestarteten Spielzeit eigene Jugendclubs leiten. „Ich brauche diese praktische Arbeit sehr“, gesteht Franziska Rieckhoff. Die Arbeit als Theaterpädagogin an einem so großen Haus wie dem Bochumer Schauspielhaus erforder jede Menge Organisations-, Schreibtisch- und Telefonarbeit. „Ich möchte ich die praktische Arbeit nicht missen. Das schafft eine gute Balance.“
Noch konnte Franziska Rieckhoff im aktuellen Programm des Jungen Schauspielhauses kaum eigene Akzente setzten – es entstand schon, bevor sie an die Königsallee wechselte. Das soll sich in den nächsten Jahren ändern: „Ich gucke mir an, was gut funktioniert und was nicht, wo wir vielleicht unser Angebot ausweiten müssen und was wir neu anbieten können. Dies geschieht in enger Abstimmung mit Martina van Boxen, Leiterin des Jungen Schauspielhauses.

Ich wollte immer schon am Schauspielhaus arbeiten

Eine Neu-Produktion für Jugendliche, ein Kinderstück und das traditionelle Familienstück in der Vorweihnachtszeit stemmt das Junge Schauspielhaus pro Spielzeit. Für die Zukunft, so Franziska Rieckhoff, könne sie sich gut vorstellen, mit Martina van Boxen schon bei der Auswahl neuer Stücke zu überlegen, welche theaterpädagogischen Angebote man begleitend dazu machen könne.
Wichtig ist ihr, in den Dialog mit Kindern und Jugendlichen einzutreten, sie als Partner zu begreifen: „Bei Martina van Boxens neuer Produktion ‚Grimmsklang‘, die am 28. September Premiere hat, haben wir schon im Vorfeld eng mit Schülern zusammen gearbeitet, sie gefragt, welchen Stellenwert Märchen für sie heute haben und was sie daran interessiert.“ Zur Hauptprobe habe man die Kinder wieder eingeladen: „Sie sollten sehen, was wir aus ihren Themen gemacht haben und merken, dass wir ja auch was von ihnen wollen und sie für uns wichtig sind. Der Kontakt ist ja keine Einbahnstraße.“

Zur Person:

Franziska Rieckhoff, 31, geboren in Stuttgart und aufgewachsen in Duisburg, sammelte schon als Waldorf-Schülerin selbst erste Bühnenerfahrungen. Während ihres Studiums der Sozialpädgogik arbeitete sie in theaterpädogigschen Projekten. Im Anschluss absolvierte sie eine Zusatzausbildung zur Theaterpädagogin in Neuss. Sie arbeitete vier Jahre am Westfälischen Landestheater (WLT) in Castrop-Rauxel und zuletzt ein Jahr in Heidelberg. Das Bochumer Schauspielhaus kennt sie schon von einer Hospitanz nach dem Studium.

Autor:

Petra Vesper aus Bochum

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