Kreative Räume: Kulturfabrik Bochum bietet Künstlern eine Plattform

Anna Schrepper und Niklas Woywod gehören zum Verein Kulturfabrik, der Künstlern Raum zum Ausstellen bietet.
  • Anna Schrepper und Niklas Woywod gehören zum Verein Kulturfabrik, der Künstlern Raum zum Ausstellen bietet.
  • hochgeladen von Vera Demuth

Sie selbst kommen gar nicht aus der Kunstszene, aber sie wollen Künstlern und Kreativen Räume bieten, sich und ihre Arbeit vorzustellen. Dazu haben rund zehn junge Bochumer den Verein Kulturfabrik Bochum gegründet und bereits einige Veranstaltungen organisiert.

„Wir haben im Bekanntenkreis viele Leute, die kreativ tätig sind, und gerade für junge Künstler ist es schwierig, Räume zu finden“, erklärt Niklas Woywod (27 Jahre), der wie Anna Schrepper (22) und Florian Schach (25) dem Vorstand der Kulturfabrik angehört. So entstand die Idee, den Verein zu gründen, der mittlerweile seit einem guten Jahr existiert.
Was den Kunstbegriff angeht, fassen die Organisatoren, die sich über ihren Freundeskreis und durch politische Projekte kennengelernt haben, diesen bewusst sehr weit. „Es geht nicht nur um Bilder und Kunst. Kreativität kann verschiedene Facetten haben, wie Lesungen und Musik. Wir wollen alle ermutigen, sich zu präsentieren“, so Woywod.
An die Projekte, für die sie sich einsetzen, haben die Vereinsgründer nicht nur einen künstlerischen Anspruch, sondern vor allem auch einen politischen. „Man kann alle Projekte unter den Begriff Humanismus fassen“, erläutert Florian Schach. „Es ist nicht unser Ziel, Kunst auszustellen, um Kunst auszustellen. Wir wollen Impulse setzen und Diskussionen voranbringen.“

Konzeptionelle Herangehensweise

Die konzeptionelle Herangehensweise betrifft auch das bislang größte Projekt der Kulturfabrik, die Ausstellungsreihe „Blick ins Ungewisse“. Unter diesem Titel zeigten verschiedene Künstler, darunter Carina Hommel, Alex Porten und World Unlimited, auf unterschiedlich mediale Weise, wie sie sich mit dem Thema Flucht auseinandersetzen. Ausgestellt wurden die Werke unter anderem im Café Kugelpudel, dem Alsenwohnzimmer sowie der Goldkante.
Für ihre Projekte schauen sich die Macher der Kulturfabrik sowohl in Bochum als auch darüber hinaus nach Künstlern um. Auf eine Kölner Ausstellung mit Werken von in Deutschland lebenden syrischen Künstlern sei sie durch Recherche gestoßen, erklärt Anna Schrepper. „Wir haben geguckt, wer arbeitet dazu, und haben uns dann an Köln gewandt.“ So kam es, dass ein Teil dieser Ausstellung nun auch in Bochum zu sehen war.
„Man muss sich beweisen und kontinuierlich arbeiten“, nennt Woywod die Voraussetzung, um als noch recht kleiner, unbekannter Verein Künstler für ein Projekt zu gewinnen. „Wir müssen zeigen, dass wir es ernst nehmen.“
Dahinter steckt ebenso viel Arbeit wie dahinter, Ausstellungsorte zu finden. „Es ist viel Klinkenputzen“, verrät Schach. „Man geht vorbei, fragt und stellt vor, was man vorhat.“ Wobei die Organisatoren durchaus Cafés und Kneipen ausgewählt haben, an denen sie selbst öfter anzutreffen sind.
Zudem bieten diese Orte den Vorteil, „dass sich hier eh Leute bewegen. Hier kann man Leute konfrontieren, die sich vorher nicht überlegt haben, dass sie sich das angucken wollen“, so Schrepper.
Neben dem Ausstellungsprojekt verwirklichte die Kulturfabrik bisher ein, zwei Partys, bei denen sie jungen DJs eine Plattform bot, und veranstaltete Vorträge, „zu Themen, die uns interessieren“, erzählt Schach. Dazu zählte ein Vortrag über die Digitalisierung und die Frage, wie die Welt in 30 Jahren aussieht.
Ein Nachfolgeprojekt zur Ausstellung „Blick ins Ungewisse“ gibt es noch nicht, „aber wir wollen uns bald an die Arbeit machen. Wir wollen kontinuierlich etwas veranstalten“, sagt Woywod.

Eigene Räumlichkeiten gesucht

Zweites Ziel der Gruppe, die gerade die Gemeinnützigkeit für den Verein Kulturfabrik beantragt hat, ist es, „eigene Räumlichkeiten zu finden, in denen wir unsere Ideen umsetzen können“, erklärt Schach. Bis zum Jahresende soll dies klappen.
Wer einen Tipp für Räume hat, die Kulturfabrik Bochum als Fördermitglied unterstützen oder als Künstler mit ihr ein Projekt realisieren will, kann sich per E-Mail an kfb@riseup.net an die Vorstandsmitglieder wenden.

Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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