Umweltminister Altmaier drücken Startknopf für erstes virtuelles Brennstoffzellen-Kraftwerk

v.l. Bernd Wilmert, Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum und Aufsichtsratsvorsitzender der Trianel, NRW-Umweltminister Johannes Remmel, Bundesumweltminister Peter Altmaier und Sven Becker, Geschäftsführer der Trianel GmbH drücken den Startknopf für das virtuelle Brennstoffzellen-Kraftwerk (v.l.). | Foto: Stadtwerke
  • v.l. Bernd Wilmert, Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum und Aufsichtsratsvorsitzender der Trianel, NRW-Umweltminister Johannes Remmel, Bundesumweltminister Peter Altmaier und Sven Becker, Geschäftsführer der Trianel GmbH drücken den Startknopf für das virtuelle Brennstoffzellen-Kraftwerk (v.l.).
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Bundesumweltminister Peter Altmaier und NRW-Umweltminister Johannes Remmel haben unlängst gemeinsam mit Bernd Wilmert, Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum und Aufsichtsratsvorsitzender des Aachener Stadtwerke-Netzwerks Trianel das erste kommerzielle virtuelle Brennstoffzellen-Kraftwerk in Deutschland in Betrieb genommen.

Während der Eröffnungsveranstaltung im Aachener Eurogress betonte Altmaier, dass Dezentralität und Energieeffizienz – neben einem national abgestimmten Ausbau erneuerbarer Energien und der Stromnetze – Schlüsselelemente für die Stromversorgung von morgen sind. „Virtuelle Kraftwerksverbünde sind zukunftsweisende Meilensteine auf dem Weg zu einer erfolgreichen Energiewende“, so Altmaier.

Grundlage des dezentralen Kraftwerks sind die hocheffizienten Brennstoffzellen-Mikrokraftwerke BlueGen des deutsch-australischen Herstellers Ceramic Fuel Cells. Das virtuelle Kraftwerk vernetzt in einem ersten Schritt 25 Brennstoffzellen, die durch Kraft-Wärme-Kopplung gleichzeitig Strom und Wärme vor Ort produzieren. An dem Projekt nehmen neben den Stadtwerken Bochum 14 weitere Stadtwerke und kommunale Regionalversorger aus Deutschland sowie das Energiekompetenzzentrum in Hürth teil. Die beteiligten Stadtwerke installieren die Mikro-Blockheizkraftwerke (BHKW) auf Brennstoffzellenbasis in ihren Kundenzentren und bei ausgewählten Kunden. Zukünftig sollen die Mikro-BHKW auch bei Endkunden in Mehrfamilienhäusern und Gewerbeimmobilien eingesetzt werden.

NRW-Umweltminister Remmel begrüßt das Engagement der Stadtwerke, innovative Wege zu beschreiten und Lösungen für eine effiziente und klimaschonende Energiegewinnung zu entwickeln. „NRW ist das Land der Zukunftsenergien und braucht für die beschleunigte Energiewende mehr Kraftwerke der Zukunft. Die Kraft-Wärme-Kopplung soll in unserem Bundesland eine große Rolle spielen – deshalb legt das Land ein Förderprogramm KWK mit einem Volumen von 250 Millionen Euro auf. Unser Ziel ist es, den Anteil von KWK an der Stromerzeugung auf über 25 Prozent zu erhöhen“, sagte Remmel in seiner Ansprache während der Veranstaltung.

Bereits im Dezember 2011 startete das Stadtwerke-Netzwerk Trianel das Umsetzungsprojekt Mini- und Mikro-BHKW. Daraus hervorgegangen ist das Netzwerk Mini- und Mikro-BHKW, in dem sich derzeit 45 Stadtwerke engagieren, darunter auch die Stadtwerke Bochum. Das gemeinsame Ziel ist es, hocheffiziente Mini- und Mikro-BHKW am Markt zu etablieren.

„Wir möchten unseren Kunden mit der BHKW-Technologien für die Energie-Eigen-Produktion anbieten“, erklärt Bernd Wilmert, Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum. „Mit den Mikro-BHKW können unsere Kunden effizient und umweltschonend selbst Strom und Wärme erzeugen.“ Mit einem Wirkungsgrad von bis zu 85 Prozent sind die Anlagen hocheffizient und können die CO2-Emissionen um rund die Hälfte reduzieren.

„Als ersten Baustein haben wir im Bochumer Stadtgebiet eine Brennstoffzelle in der Gräfin-Imma Grundschule installiert. Zwei weitere Brennstoffzellen sollen noch in diesem Jahr folgen und in das virtuelle Kraftwerk eingebunden werden“, stellt Dietmar Spohn, Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum, in Aussicht.

Die Energie dort zu produzieren, wo sie benötigt wird, entlastet zudem die Stromverteilungsnetze und vermeidet Distributionsverluste, die bei konventioneller Erzeugung in Großkraftwerken bis zu 10 Prozent betragen können. Da die einzelnen Brennstoffzellen intelligent vernetzt sind und eine gute Leistungsmodulation aufweisen, kann der virtuelle Kraftwerksverbund perspektivisch zudem als Ausgleich für die fluktuierende Einspeisung erneuerbarer Energien wie Wind- oder Solarenergie genutzt werden.

Autor:

Ernst-Ulrich Roth aus Bochum

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