Trinkwasser schützen - Rest-Medikamente gehören in den Müll

Das Bottroper Trinkwasser gilt als sicher. Für die Versorgungssicherheit ist ebenfalls gesorgt. Foto: Kappi
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Medikamentenreste gehören nicht in die Kanalisation

Bottrop. Alle nordrhein-westfälischen Städte und Gemeinden müssen 2018 erstmals ein Konzept zum Trinkwasserschutz präsentieren.
Von Dirk-R. Heuer
"Das neue Landeswasserschutzgesetz, das im Mai vergangenen Jahres in Kraft getreten ist, fordert von den Kommunen die Aufstellung eines Wasserversorgungskonzeptes." Das erklärt Abteilungsleiter Martin Paraknewitz, Abteilungsleiter bei der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft mbH (RWW).
Mit der Erstellung des Konzeptes habe das Land die Kommunen daran erinnert, dass die Versorgungssicherheit mit Trinkwasser in kommunaler Hand liege. In Bottrop wie in vielen anderen Ruhrgebietsstädten haben die Kommunen einen Dritten, und "hier vor Ort uns als RWW damit beauftragt, die Trinkwasserversorgung zu übernehmen."
Derzeit arbeite RWW eng mit den unterschiedlichsten Bottroper Ämtern zusammen, um das Konzept zu erstellen. "Bis Mitte des Jahres gibt uns der Gesetzgeber dafür Zeit", so Paraknewitz. "Und Dank der guten Zusammenarbeit sind wir sehr weit." Derzeit würde das Konzept noch redaktionell abgestimmt, um es dann den Ausschüssen und anschließend dem Rat zur Abstimmung vorzulegen.
Das zirka 80 seitige Konzept befasse sich unter anderem mit der Wasseraufbereitung, den Quellen und ihrem Schutz, dem Leitungsnetz, Trinkwasserschutzzonen für die nötige Grundwasserneubildung sowie die Verfügbarkeit von Wasser.
Aber auch die Überprüfung von Trink- und Notwasserbrunnen sowie die Bevölkerungsentwicklung, die Vergabe von Konzessionen und Einleitungsfragen fänden dort ihren Niederschlag. Aber auch mögliche Risiken rund um das Trinkwasser würden im Zweifel ermittelt und beschrieben.
"Eigentlich wird nun erstmals das vorhandene Wissen an einer Stelle gebündelt", sagt der RWW-Mann. "Bei den Fragen rund um die Aufbereitung des Trinkwassers und ihre Verteilung sind wir gefragt." Dank der modernen Aufbereitungsanlagen "können wir alle Fragen rund um die Sicherheit und Sauberkeit des Trinkwassers ganz entspannt beantworten", so der Abteilungsleiter.
„Jeder Verbraucher kann einen Beitrag dazu leisten, den Wasserkreislauf zu schützen, indem Medikamentenreste nicht in der Kanalisation landen“, sagt Florian Mies, Vorsitzender der Bezirksgruppe Stadt Bottrop des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe. Die örtlichen Apotheken bieten dazu Rat und Hilfe an, wie mit abgelaufenen oder nicht mehr benötigten Arzneimitteln umzugehen ist. „Wir bieten Beratung und Service in allen Fragen rund um Arzneimittel, auch bei einer Entsorgung“, so Mies.
Was an Belastungen gar nicht erst in den Wasserkreislauf gelangt, muss später auch nicht mit hohem und teurem Aufwand wieder davon befreit werden. Arzneimittel stellen im Vergleich zur Landwirtschafts- oder Industrieproduktion zwar nur einen geringen Belastungsfaktor dar. „Aber schützen sollte man das Trinkwasser auf jede praktikable Weise“, so der Sprecher der örtlichen Apothekeninhaber.Nicht mehr benötigte Arzneimittel im Abwasser zu entsorgen, sei weiter eine Unsitte, die noch weit verbreitet sei. Nach den mit Unterstützung der Bundesregierung verbreiteten Informationen von Fachinstituten können Altarzneimittel in der Regel über die Restmülltonne entsorgt werden. Dieser Entsorgungsweg sei mit wenig Aufwand verbunden und gilt gleichzeitig als umweltbewusst und sicher.

Autor:

Lokalkompass Bottrop aus Bottrop

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