Wohnen statt Xscape?

Auf der sogenannten Xscape-Fläche an der B235 plante die Stadtverwaltung in den 1960er Jahren eine Wohnbebauung. Heute kommt das nicht mehr in Frage.
  • Auf der sogenannten Xscape-Fläche an der B235 plante die Stadtverwaltung in den 1960er Jahren eine Wohnbebauung. Heute kommt das nicht mehr in Frage.
  • Foto: Thiele
  • hochgeladen von Vera Demuth

In den 1960er Jahren, als man bei der Stadtverwaltung der Meinung war, Castrop-Rauxel werde in der Zukunft auf bis zu 100.000 Einwohner anwachsen, war auf der heute sogenannten Xscape-Fläche zwischen B235 und A42 eine Wohnbebauung vorgesehen. Zusammen mit dem Bau des Rathauses, der Stadt- und der Europahalle wollte man damals den Stadtmittelpunkt neu gestalten.

Auch jetzt sieht man bei der Stadtverwaltung wieder wachsenden Bedarf an Wohnraum und plant, eine neue kommunale Wohnungsbaugesellschaft zu gründen. Nach den aktuellen Planungen würde diese Gesellschaft zunächst insgesamt 84 Wohnungen auf vier Grundstücken an der Recklinghauser, Lessing-, Lange und Westhofenstraße errichten.
Die bis heute unbebaute Xscape-Fläche, auf der weder das Sport- und Freizeitzentrum noch die in den vergangenen Jahren zur Diskussion stehende Ikea-Ansiedlung verwirklicht wurden, spielt bei den Überlegungen der Stadt keine Rolle. Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann erklärt dies folgendermaßen: "Einige Jahrzehnte später stellt sich die Situation anders dar. Direkt an einer Autobahnausfahrt und direkt an einer Bundesstraße wäre heute nicht mehr die glücklichste Wahl für ein Wohngebiet." Zudem gehe der politische Wunsch in Richtung Sonderstandort für Gewerbe und/oder Dienstleistungen.
Dies gilt nicht nur für die meisten Ratsfraktionen, denn wie der Technische Beigeordnete Heiko Dobrindt in der letzten Sitzung des Bauausschusses vor der Sommerpause erläuterte, brauche man kurzfristig entwickelbare Flächen für mögliche Sonderinvestitionen.
Für die geplante Wohnungsbaugesellschaft der Stadt komme die Xscape-Fläche daher ebenfalls nicht in Frage, so Hilleringmann. "Mal ganz davon abgesehen, dass die Stadt dort nicht Flächeneigentümerin ist." Ihrer Kenntnis nach war sie dies in den 1960er Jahren allerdings auch nicht.

"Drabig-City"

An anderer Stelle im Stadtgebiet wird eine lang geplante Wohnbebauung dagegen immer wahrscheinlicher: auf dem "Drabig-City"-Gelände zwischen Recklinghauser Straße und Deininghauser Weg. Dies verkündete Philipp Röhnert, Leiter des Bereichs Stadtplanung und Bauordnung, kürzlich beim Stadtteilspaziergang des Bürgermeisters durch Habinghorst. "Der Grundstücksverkauf ist absehbar. Dann wird wohl die Umsetzung folgen", so Röhnert.
Vorgesehen sind hier rund 180 Wohneinheiten – entlang der Recklinghauser Straße in dreigeschossigen Mehrfamilienhäusern und im Innenbereich in zweigeschossigen Einzel- und Reihenhäusern.

Autor:

Vera Demuth aus Stadtspiegel Bochum / Wattenscheid

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