Als die Menschlichkeit verloren ging: Erinnerung an die Reichspogromnacht

"Denn sie tun nicht, was sie wissen - Gegen das Vergessen auf die Straße gehen", lautete das Motto der heutigen Mahn- und Gedenkveranstaltung. Vom Jüdischen Friedhof an der Oberen Münsterstraße ging es zum Platz der ehemaligen Synagoge am Simon-Cohen-Platz. Foto: Thiele
  • "Denn sie tun nicht, was sie wissen - Gegen das Vergessen auf die Straße gehen", lautete das Motto der heutigen Mahn- und Gedenkveranstaltung. Vom Jüdischen Friedhof an der Oberen Münsterstraße ging es zum Platz der ehemaligen Synagoge am Simon-Cohen-Platz. Foto: Thiele
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"Was vor 75 Jahren auch in unserer Stadt passiert ist, war das Alarmsignal für eine Vernichtung unvorstellbaren Ausmaßes. Die Erinnerung daran darf nie verblassen", sagte Bürgermeister Johannes Beisenherz. Rund 120 Castrop-Rauxeler gingen heute (9. November) bei der Mahn- und Gedenkveranstaltung von Team Jugendarbeit und Stadtjugendring anlässlich des 75. Jahrestages der Reichspogromnacht auf die Straße.

"Ich freue mich, so viele junge Menschen zu sehen. Sie haben sich im Vorfeld intensiv mit dieser Thematik beschäftigt", so der Bürgermeister. Und so waren es dann auch die Jugendlichen, die am Simon-Cohen-Platz ans Mikrofon traten.
"Mit der Pogromnacht hat das Regime erprobt, wie weit es gehen kann." Was folgte, war ein "beispielloser Feldzug der Gewalt in ganz Deutschland. Das war der Wendepunkt. An diesem Tag ging die Menschlichkeit verloren", sagten sie.

In Gedenken an die bekannten Castrop-Rauxeler Opfer wurden rund 80 cremefarbene Rosen am Platz der ehemaligen Synagoge niedergelegt - an jeder Rose war ein Namenszettel befestigt. Bevor die Teilnehmer nacheinander die Rosen niederlegten, lasen sie die Namen vor: Johanna Meyer, Günther Blumenthal, Herbert Nathan... Ein bewegender Moment gegen das Vergessen.

Heute wisse man, was passiert sei. "Aber tun wir wirklich, was wir sollten? Gewalt finden wir auch heute überall um uns herum." Und oft sehe man beschämt weg.

"Vorurteile abbauen, offen auf andere Menschen zugehen und nicht wegsehen", lauteten einige der Forderungen: "Damit die Greueltaten nie wieder geschehen."

Autor:

Nina Möhlmeier aus Castrop-Rauxel

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