Schütze und Vogelbauer
Gerd Kummetat ist seit 60 Jahren Mitglied der Schützengilde Habinghorst

Gerd Kummetat gehört seit 60 Jahren der Schützengilde Habinghorst an.
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  • Foto: Thiele
  • hochgeladen von Vera Demuth

„Mit dem Gewehr im Bus fahren geht nicht“, sagt Gerd Kummetat. Und weil ihm die „Schlepperei ohne Auto“ zu anstrengend geworden ist, hat er Luftgewehr und Utensilien verkauft. Der Schützengilde Habinghorst 1889 ist der 85-Jährige aber nach wie vor treu. Jetzt wurde Kummetat für seine 60-jährige Mitgliedschaft geehrt.

Zu den Treffen der 2./3. Kompanie, deren Mitglied Gerd Kummetat ist, geht er weiterhin regelmäßig. „Ab und zu schieße ich auch noch“, erzählt er. Vor allem die Gemeinschaft unter den Sportschützen hat ihn all die Jahrzehnte begeistert – sei es beim Trainingsschießen auf der Vereinsanlage in der ehemaligen Gaststätte Böcker an der Germanenstraße oder bei gemeinsamen Ausflügen.
Der Wunsch, Kontakte zu knüpfen, war es auch, der ihn 1959 zum Schießsport gebracht hat. Zwar kannte Kummetat das Schießen aus seiner Kindheit in Insterburg in Ostpreußen – „Mein Vater hat geschossen. Das war in Ostpreußen gang und gäbe“ –, hatte selbst aber noch keine Erfahrung damit. 1951 kam er wegen der Familienzusammenführung nach Castrop-Rauxel. Erst lebte er in Ickern, dann in Habinghorst, wo er sich der Schützengilde anschloss.
An Rundenwettkämpfen und Vergleichsschießen mit anderen Vereinen nahm er in den kommenden Jahrzehnten teil. Auch als Schießwart war er aktiv.

Schützenvögel gebaut

Besonders engagierte sich Gerd Kummetat, der bis 1963 als Bau- und Möbeltischler arbeitete, bevor er zu Rütgers wechselte, jedoch als Vogelbauer. „1961 habe ich den ersten Vogel gebaut, 2018 den letzten“, berichtet er. 23 Stück für die Schützengilde Habinghorst waren es, erst kleinere aus leichtem Holz für die Kompanie, dann große mit einer Spannweite von 1,50 Meter und zum Schluss welche, die etwa einen Meter breit waren. Darüber hinaus kreierte er Schützenvögel für diverse andere Castrop-Rauxeler Schützenvereine, und sogar im Westerwald haben sie auf seine Vögel geschossen.
Kummetat selbst hat übrigens auch zweimal versucht, Schützenkönig zu werden. Als die Schützengilde Habinghorst ihr 100-jähriges Jubiläum feierte und nochmal im Jahr 2001. Damals schoss er vergeblich auf sein eigenes Werk. „Das bringt keine Vorteile, wenn es der eigene Vogel ist“, sagt er.
Über die Jahre hat Gerd Kummetat erlebt, dass die Gaststätten, die einen Schießstand haben, immer weniger geworden sind. Auch Vereine oder Kompanien haben sich aufgelöst. Der 85-Jährige will der Schützengilde Habinghorst aber die Treue halten. Der nächste gemeinsame Ausflug der Schützen steht bereits bald an: Dann geht es zum Osterschießen nach Bottrop.

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