Eine Frage des richtigen Zugangs
Kardiologische Abteilung geht ungewöhnliche Wege

Dr. Reza Rezwanian und Katrin Zimmermann-Steinbrink während einer Herzkatheter-Untersuchung.
  • Dr. Reza Rezwanian und Katrin Zimmermann-Steinbrink während einer Herzkatheter-Untersuchung.
  • Foto: Evangelisches Klinikum Niederrhein gGmbH
  • hochgeladen von Petra Zellhofer-Trausch

Die kardiologische Abteilung am Evangelischen Krankenhaus Dinslaken geht ungewöhnliche Wege: „Eine Herzkatheterisierung ist ein Routineeingriff – aber trotzdem natürlich für die Patienten eine belastende Situation. Also tun wir alles, damit sie sich dabei so wohl wie möglich fühlen“, sagt Dr. Reza Rezwanian.

Der 56-jährige ist leitender Oberarzt der Abteilung für Kardiologie am Evangelischen Krankenhaus Dinslaken. Er und sein Team bilden eine Außenstelle des Herzzentrums Duisburg, einer der renommiertesten Herzkliniken Deutschlands.

Know-how und technische Möglichkeiten
Natürlich profitieren die Dinslakener Mediziner vom Know-how und den technischen Möglichkeiten des großen Bruders im Süden, aber sie gehen auch ganz eigene, zum Teil ungewöhnliche Wege. Während der Herzkatheter früher über die Leiste eingeführt wurde, hat sich mittlerweile die Punktion im Bereich des Handgelenks für die Untersuchung durchgesetzt. Dr. Rezwanian wählt, wann immer es möglich ist, eine noch andere Technik – er punktiert für die Katheterisierung die Oberseite der Hand, genauer den Bereich zwischen Daumen und Handwurzelknochen. „Das ist für die Patienten noch schonender und eröffnet uns mehr Möglichkeiten“, erklärt Dr. Rezwanian, „Vor allem, wenn der Katheter über die linke Körperseite eingeführt wird – zum Beispiel bei der Kontrolle von Bypass-Patienten.“ Außerdem ist die Armhaltung für den Patienten bei dieser Zugangstechnik natürlicher und damit wesentlich bequemer.

„Das kann jeder, der möchte, einmal selber ausprobieren. Wenn Sie dem Arzt – der immer rechts vom Patienten steht – die Unterseite des linken Arms entgegenstrecken, müssen Sie sich ziemlich verrenken…das macht bei einer Untersuchungsdauer von mehr als einer Stunde keinen Spaß und sorgt für Stress. Und Stress wollen wir vermeiden.“

Wenn man so will, hat sich Dr. Reza Rezwanian auch bei der Leitung seiner Station für eine ungewöhnliche Form des Zugangs entschieden: Wichtige Entscheidungen trifft er nicht alleine, sondern im Team mit seinen beiden Oberärztinnen Dr. Birgit Vaupel und Katrin Zimmermann-Steinbrink. „Bei uns wird abgestimmt.“, betont das Führungstrio, „das findet man so wahrscheinlich in kaum einer anderen Klinik.“ Diese besondere Art des Umgangs miteinander überträgt sich auch auf die Assistenzärzte, das Pflegepersonal – und letztendlich auf die Patienten. „Viele sind überrascht, dass es bei uns so locker und ohne strenge Hierarchien zugeht. Aber wir fühlen uns damit wohl, es funktioniert und letztlich profitieren alle Beteiligten davon.“

Und Dr. Reza Rezwanian hat festgestellt, dass dieses demokratische Prinzip auch seine Aufgaben als Stationsleiter erheblich vereinfacht: „Auch wenn ich nicht vor Ort bin, ist die Station durch meine beiden Kolleginnen immer komplett handlungsfähig. Ich muss mir also überhaupt keine Sorgen machen, wenn ich zum Beispiel auf einer Fortbildung oder im Urlaub bin."

Autor:

Lokalkompass Dinslaken-Voerde-Hünxe aus Dinslaken

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