Heimatverein weiht Streuobstwiese am Lasthausener Weg ein
Naturparadies mit alten Apfel- und Zwetschgensorten

Bürgermeister Tobias Stockhoff bei der Vervollständigung der Bepflanzung der Natursteinmauer gemeinsam mit Aktiven des Vereins.
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  • Bürgermeister Tobias Stockhoff bei der Vervollständigung der Bepflanzung der Natursteinmauer gemeinsam mit Aktiven des Vereins.
  • Foto: Heimatverein Deuten
  • hochgeladen von Olaf Hellenkamp

Am Lasthausener Weg in Deuten – auf einem Ackerstück schräg gegenüber vom Bahnhof Deuten – hat der Heimatverein mit vielfältiger Unterstützung eine neue Streuobstwiese geschaffen, ein kleines Naturparadies mit Natursteinmauer, Bienenhotels und einer Sitzstange für Greifvögel. Den Impuls dazu lieferte ein einziger Baum, der „Stadtteilbaum“, der nach dem Sternenlauf zur Stadtkrone im letzten Jahr auch in Deuten gedeihen soll.

Bei der Einweihungsfeier erinnerte Vorstandsmitglied Julia Brathe an diese Vorgeschichte: Rund 60 Radler aus Deuten – darunter Heimatverein und amtierender Thron des Schützenvereins – hatten sich im letzten Jahr beim Sternenlauf aller Stadtteile auf den Weg zum Bürgerpark Maria Lindenhof gemacht, um dort symbolisch einen Baum zu pflanzen und zugleich die Patenschaft zu übernehmen für einen weiteren im Ort. Julia Brathe: „Das war ein tolles Fest, an das wir viele schöne Erinnerungen haben.“ Bürgermeister Tobias Stockhoff ergänzte, dass diese „Zwillingsbäume“ ein schönes Zeichen der Verbundenheit der Stadtteile mit der Stadt Dorsten seien.

Der Heimatverein Deuten war sich schnell einig, dass vor Ort nicht ein einzelner Baum gepflanzt, sondern daraus ein größeres Projekt entstehen soll, das den Ort aufwertet und zugleich einen Beitrag leistet zu Umwelt- und Klimaschutz.

Die Familie Bernhard Heyming stellte sehr großzügig das Grundstück zur Verfügung, auf dem bereits in der letzten Pflanzperiode im November die Streuobstwiese angelegt wurde. Die Naturschutzgruppe des Heimatvereins hat über den Winter fleißig an zwei Bienenhotels und einer Sitzstange für Greifvögel gebaut. Jörg Duckheim hat – den letzten Sommer noch vor Augen – einen Bewässerungswagen konstruiert. Kurz vor der Eröffnung ist noch eine Natursteinmauer hinzugekommen, die von der Gärtnerei Lukassen & Breuker für den Heimatverein nicht nur tatkräftig und professionell errichtet wurde, sondern an deren Finanzierung sich dieser Fachbetrieb auch beteiligt und damit den Heimatverein unterstützt hat. Und schließlich hat der Kindergarten Herz Jesu die Baumschildchen aus Holz bemalt und auch das Bild auf einer kleinen Infotafel gestaltet.

Für die Obstwiese wurden überwiegend alte und regionale Apfel- und Zwetschgensorten ausgewählt, wie zum Beispiel Dülmener Rosenapfel, Rote Sternrenette oder Graf Althans Rene Claude. Dazu passt auch die Goldparmäne, der Deutener Stadtkrone-Baum, ganz wunderbar.
Die neu gestaltete Wiese soll allen Besuchern und Passanten Freude machen: Ihr Anblick, die Blüte im Frühjahr, die Früchte im Herbst, Freude an Arten- und Sortenvielfalt. Sie lädt zum Verweilen ein, um zu beobachten, was sich nach und nach hier auch an Lebewesen tummeln wird.

Die „Naturbildung“ liegt den Deutener Heimatfreunden dabei sehr am Herzen. Der Verein steht in Kontakt mit der Biologischen Station des Kreises Recklinghausen in Lembeck. Dort wird zurzeit im Rahmen des Vital-Projektes „Erhalt von heimischen Streuobstwiesen“ ein Bildungsnetzwerk aufgebaut, das die Naturbildung auf Streuobstwiesen in der Region unterstützen soll. Die Deutener wollen Teil dieses Netzwerkes werden und Kinder- und Erwachsenengruppen auf diese Wiese bringen und neben den Erfahrungen mit allen Sinnen auch Wissen vermitteln. So wird auch Kulturerbe erhalten: Hier können Interessierte alte Apfel- und Zwetschgensorten wiederentdecken.
Und letztlich ist mit dieser Wiese ein ökologisch wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten entstanden. Vor dem Hintergrund des vielfach beschriebenen Artensterbens gewinnen Streuobstwiesen eine besondere Bedeutung für den Artenschutz.

Die „Rasselbande“ des Deutener Heimatvereins hat die Wiese vor einigen Tagen bereits „ausprobiert“. Das Ergebnis: Sie ist auch absolut picknicktauglich.

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