Hafen soll seinen Charakter behalten

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Wo: Quartiersbüro Hafen, Mallinckrodtstraße 235, 44147 Dortmund auf Karte anzeigen

Diskutiert wird über die Entwicklung des Dortmunder Stadthafens schon lange. Auch Konzeptionen zur Nutzung und zur Umgestaltung des Areals rund um die Speicherstraße in der Nordstadt gab es schon einige, aber realisiert wurde bis heute keine Maßnahme. Zuletzt scheiterte das Projekt „Docklands“.
Das Dortmunder Sachverständigenbüro Schmidt + Partner hat nun ein konkretes Nutzungskonzept vorgestellt, mit dessen Hilfe die Umwandlung des Stadthafens in ein Kultur-, Gastronomie- und Dienstleistungsviertel, wie es die Stadtverantwortlichen gerne sähen, ökonomisch und ökologisch sinnvoll gelingen kann. Entstanden ist das neue Konzept durch die Lehrtätigkeit von Karsten Schmidt, Gründer und Partner von Schmidt + Partner, an der FH Dortmund. Mit der Abhandlung „Projektentwicklung Stadthafen Dortmund – Konzepte an der Speicherstraße“ hat die von Prof. Dr. Jörg Becker und Karsten Schmidt betreute Absolventin Nora Auweiler jüngst ihren Diplom-Ingenieur-Titel erwerben können.
Dabei war die frisch gebackene Architektin nicht nur mit viel Engagement, sondern auch mit großer innerer Überzeugung bei der Sache. „Der Dortmunder Hafen ist für mich ein sehr reizvolles Thema, vor allem weil meine Arbeit einen sehr praktischen Bezug hat. Und vielleicht wird sie ja sogar Basis eines Umbaus.“
Durchaus vorstellen kann sich das Immobilienfachmann Schmidt. „Hauptziele der Planung sind die Revitalisierung des Gebiets, eine Öffnung des Geländes rund um die Speicherstraße für die Öffentlichkeit sowie die Schaffung einer direkten Verbindung zum Wasser“, schildert er die Grundzüge der Konzeption. „Dafür ist es erforderlich, dass ein Teil der bestehenden Gebäude, momentan meist Lagerflächen, umgenutzt wird. Zudem sieht der Entwurf vor, dass Neubauten, die sich in den architektonischen Charakter des Hafengebiets einpassen, das aktuelle Gelände ergänzen und so Raum für Kultur, Gastronomie sowie Büro- und Dienstleistungsflächen schaffen.“
Konkret bedeutet dies in Auweilers Planung, dass die vorhandenen Speichergebäude bevorzugt für verschiedene Ateliers genutzt werden und die kommenden Bauten für Büroräume vorgesehen sind. „So entsteht eine neue Qualität und die unterschiedlichen Flächenstrukturen werden den differenzierten Anforderungen zukünftiger Nutzer gerecht“, erklärt Schmidt. Beispielsweise könne in den Erdgeschossen verstärkt Gastronomie- und Ausstellungsfläche entstehen. Denkbar sei auch eine kleinteilige Einzelhandelsnutzung.
Als zentraler Punkt des Gebiets soll anstelle der vormaligen Strandbar „Solendo“ ein Hafenplatz entstehen, auf dem Veranstaltungen stattfinden können und der als „Wasserwanderrastplatz“ auch den Kanal in die Freizeitnutzung miteinbeziehen soll. „Das Gebäudekonzept sorgt in Verbindung mit dem Wege- und Grünraumkonzept für eine städtebauliche Aufwertung, stärkt das Image des Standorts und macht somit die Stadt Dortmund als Ziel attraktiver“, prophezeit Schmidt.
Bis es soweit sein kann, bedarf es natürlich einer Reihe von Maßnahmen, die der Entwurf detailliert beschreibt. „In einem ersten Schritt gilt es, die Bausubstanz der erhaltenswerten Gebäude auf Standsicherheit und Schadstoffe zu prüfen“, erläutert der Immobilienexperte. „Wärme-, Schall- und Brandschutzvorgaben müssen Eingang finden, und auch der Ausbau des Anschlusses an das öffentliche Versorgungsnetz ist erforderlich“, nennt er Maßnahmen einer Geländeumnutzung.
Weitere Planungsschritte zur Erschließung und Gestaltung der Bestandsgebäude müssen allerdings genauso individuell geplant werden wie die Vorgehensweise bei den Neubauten.
„Hier enthält der Plan aber sehr zielgerichtete Vorgaben und Gestaltungsvorschläge, die die vorgesehene Nutzungsänderung schnell realisierbar machen. Zudem wird die Wertsteigerung die Investitionskosten schnell amortisieren.“ Berücksichtigt werden auch die anhaltende Wirtschaftstätigkeit im Hafen sowie die Einbindung der bisherigen Mieter.
Der Weg des Dortmunder Stadthafens zu einem attraktiven und multifunktionalen Arbeits- und Freizeitareal, in dem das produzierende Gewerbe gemeinsam mit hochwertigen Dienstleistungen zu einem neuen Wirtschaftszentrum wird, das parallel auch der Kreativ- und Kulturszene ein abwechslungsreiches Ambiente bietet und überdies durch Gastronomie-, Ausstellungs- und Veranstaltungsfläche als wassernahe Anlaufstelle dient, kann nach Ansicht von Schmidt + Partner abschließend beschritten werden. Dies würde auch Nora Auweiler mehr als freuen.

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