Geschichtsverein Eving befasst sich bei Vortrag und Begehung mit der Fürst-Hardenberg-Siedlung in Lindenhorst
Schon vor 100 Jahren gute Wohnungen

Auch das bis Ende 2018 als Nachbarschaftshaus "Fürst Hardenberg" genutzte ehemalige Ledigenheim an der Herrekestraße ist Bestandteil der Wohnsiedlung in Lindenhorst.
  • Auch das bis Ende 2018 als Nachbarschaftshaus "Fürst Hardenberg" genutzte ehemalige Ledigenheim an der Herrekestraße ist Bestandteil der Wohnsiedlung in Lindenhorst.
  • Foto: Günter Schmitz
  • hochgeladen von Ralf K. Braun

Wohnungen scheinen nicht erst seit heute ein Problem zu sein. Bereits vor 100 Jahren waren bezahlbare Wohnungen knapp. Mit den Lösungen, die damals gefunden wurden, beschäftigt sich am Montag, 8. Juli, der Evinger Geschichtsverein am Beispiel der Fürst-Hardenberg-Siedlung. Um 18.30 Uhr führt Dr. Volker Schacke zunächst in der Geschichtswerkstatt Eving in die Geschichte der Siedlung ein. Anschließend erfolgt eine Begehung der bis heute in ihrer Baustruktur weitgehend erhaltenen Siedlung.

"Die Siedlung ist in vielerlei Hinsicht interessant", sagt Wiltrud Lichte-Spranger, Vorsitzende des Geschichtsvereins. Es war die erste Siedlung für Bergarbeiter von Minister Stein und Fürst Hardenberg, die nicht mehr von Zechengesellschaften finanziert wurde.

Dennoch konnten die angesehenen Berliner Architekten Mebes und Emmerich, die Mietskasernen ablehnten, die "Fürst-Hardenberg-Kolonie" mit rund 400 Wohneinheiten von 1920 bis 1929 errichten. Gartenstadtähnlich lösten die Architekten die Siedlung durch Gartenanlagen auf, in denen hier auch Platz für Hühner, Kaninchen und Ziegen war.

Die Häuser an der Bergstraße und Herrekestraße, benannt nach einem erstmal 1176 erwähnten Dortmunder Gut, waren dadurch besonders privilegiert, dass die Wohnungen mit den damals noch wenig verbreiteten Spültoiletten ausgestattet und an die Kanalisation angeschlossen wurden.

In den 90er-Jahren wurde die Siedlung im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscher-Park erneuert und um 29 ökologische orientierte Häuser erweitert. "Ziel war es, neben der baulichen Qualität auch das über Generationen gewachsene soziale Netz in der Siedlung zu erhalten und zu fördern, denn hier lebten Enkel und Großeltern oft noch Tür an Tür", erklärt Wolfgang Skorvanek, der damals für das NRW-Städtebauministerium arbeitete. Zur gleichen Zeit wurde das ehemalige Ledigenheim in der Fürst-Hardenberg-Siedlung durch die Unterstützung der Siedlungsbewohner zum Nachbarschaftshaus, das bis 2019 bestand, umgebaut.

Info: Zum Vortrag und der Besichtigung zum Thema "Wohnen am Beispiel der Fürst-Hardenberg-Siedlung" unter der Leitung von Dr. Volker Schacke lädt der Evinger Geschichtsvereins für Montag, 8. Juli, ab 18.30 Uhr Interessierte in das Wohlfahrtsgebäude (Evinger Schloss), Nollendorfplatz 2, ein. Der Zugang zum Saal des Evinger Geschichtsvereins in der ersten Etage ist barrierefrei und die Teilnahme an der Veranstaltung kostenfrei.

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