ZEIG MIR DEINE HEIMAT - Kinderherzen auf der Suche nach dem echten Heimatgefühl.

FOTO UND COPYRIGHT: HANNES KIRCHNER 15-11-2017
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60 Grundschulkinder aus Duisburg, Bochum, Gelsenkirchen und Oberhausen haben sich Gedanken darüber gemacht, was für sie Heimat ist. Das Ergebnis ist jetzt in der Duisburger Liebfrauenkirche zu sehen. Eine Ausstellung mit Fotos, gemalten Bildern und Kommentaren, alles aus Kinderhand und Kinderseele.

Zur Ausstellungs-Eröffnung ist in der Liebfrauenkirche richtig was los. 200 energiegeladene Kinder sind mit Bussen angereist und wuseln nun durch die fröhlich geschmückte Kirche. Sofort ins Auge fallen die vielen, prallen Luftballons in prächtigen Farben. Die Kinder dürfen sie später in den grauen, verregneten Novemberhimmel fliegen lassen.
Stillsitzen muss in der Kirche zum Glück niemand und verschiedene Bastelstationen sorgen für Abwechslung. Wie es sich für eine richtige Vernissage gehört, gibt es ein Buffet mit Möhren, Paprika, Gurke und leckeren Dips.

Die Ansprache wird von Sabine Depew gehalten. Sie ist Direktorin der Caritas im Bistum Essen und lobt die Kinder für ihre Kreativität und die tollen Kunstwerke, die zum Thema „Heimat“ entstanden sind. „Vor allem Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten mussten, brauchen unsere Unterstützung, damit sie in Deutschland eine neue Heimat finden“, erklärt sie ihren jungen Zuhörern.

Mit der Polaroid auf Heimatsuche

Die Caritas war es auch, die den Anstoß zu dem Projekt „Zeig mir deine Heimat“ gegeben hat. Schon im Frühjahr 2017 hat sie die Kinder mit Polaroid-Kameras ausgerüstet, damit sie Lieblingsorte aus ihrem Alltag für ihr Heimat-Projekt fotografieren können. Dönerläden, Kuscheltiere, Fußballmannschaften, Spielzeug und vieles mehr kamen dabei auf die Fotos. In der Ganztagsbetreuung wurden Bilder gemalt und Texte geschrieben. Ein Designer hat aus dem Material für jedes Kind eine eigene kleine Leinwand angefertigt, insgesamt 60 Stück.
In der Liebfrauenkirche kann man diese Kunstwerke betrachten. Sie fügen sich zu einer Ausstellung zusammen, die viele überraschende, rührende und zum Teil auch erheiternde Momente garantieren.

Heimatgefühl beim Schmusen

Die 9jährige Maily geht in die Grundschule am Bergmannsplatz in Neumühl. Für sie bedeutet Heimat, mit ihren Tieren zu schmusen. Oder sollte man besser sagen mit ihrem Privatzoo? Hasen, Meerschweinchen, Schildkröten, Hunde und ihr Papagei Pablo gehören dazu, da muss man schon eine Menge kraulen.
Mailys Freundin Patricia fühlt sich besonders wohl, wenn sie mit ihren Freundinnen unterwegs ist. Sie hat zum Thema „Heimat“ ein Foto von ihrer Klassenfahrt gemacht. Havva ist 9 Jahre alt. Sie spürt Heimat, wenn sie Ballett tanzt.
Lennart kennt viele Facetten von Heimtagefühl: „ Heimat ist für mich mein Zimmer, meine Mutter, meine Familie, mein Kuscheltier und meine Playstation“, erklärt er.
Sabine Müller hat die Kinder in der Grundschule am Bergmannsplatz bei dem Heimatprojekt betreut und zieht ein positives Fazit: „Die Kinder haben das ganz toll angenommen und waren total begeistert von der Idee, etwas über das Thema Heimat zusammenzustellen. Die gemeinsame Gestaltung hat auch das
Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt. Die Kinder haben sich untereinander ausgetauscht, sich gegenseitig erzählt, was sie mit Heimat verbinden. Das war besonders auch für die Kinder mit Migrationshintergrund eine gute und wichtige Erfahrung.“

Linh aus Bochum hat einen Baum fotografiert und gemalt, der ihn an seine sehr ferne Heimat erinnert: „Dieser Kirschbaum ist etwas Besonderes, weil er mich an Vietnam erinnert. Wenn ich unter ihm sitze, reinigt er die Luft, damit ich mich besser konzentrieren kann. Ich fühle mich bei ihm, als wäre ich in Vietnam.“
Arshdeep Singh aus Indien ist jetzt in Duisburg zuhause. „Meine Heimat ist meine Familie“, hat er herausgefunden, „ und mein Fußballverein Duisburg 08.“ Er hat auch fleißig seine ganze Fußballmannschaft gemalt.
Der 11jährige Connor bringt sein Gefühl von Heimat mit einem Satz und einem Schmusefoto auf den Punkt: „Heimat ist für mich da, wo meine Mama ist.“

Die Ausstellung „Zeig mir deine Heimat“ ist noch bis zum 3. Dezember in der Liebfrauenkirche zu sehen. Jeweils samstags und sonntags von 13 bis 18 Uhr können sie sich die Werke der Kinder ansehen. Der Eintritt ist frei.
„Zeig mir deine Heimat“ ist ein Teil der Jahreskampagne des Deutschen Caritasverbandes 2017 „Zusammen sind wir Heimat“. Infos dazu finden sie im Internet: www.zusammen-heimat.de

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