DGB Duisburg kritisiert Vorschlag der Bundesbank
"Rente mit fast 70 ist weltfremd!"

Duisburgs DGB-Chefin Angelika Wagner

Der Deutsche Gewerkschaftsbund in Duisburg kritisiert den Vorschlag der Bundesbank, die Regelaltersgrenze auf fast 70 Jahre anzuheben. „Bereits jetzt schaffen es auch hier bei uns in Duisburg nur wenige Beschäftigte, gesund bis zur regulären Rente zu arbeiten“, erläutert Angelika Wagner, DGB-Regionsgeschäftsführerin.

„Ein großer Teil der Beschäftigten, zum Beispiel am Bau, ist bereits mit Ende 50 körperlich am Ende. Stahlkocher, Beschäftigte in der Gebäudereinigung, in der Kranken- und Altenpflege, im Akkord in der Produktion unserer Lebensmittel und Gebrauchsgüter – sie alle müssen ein würdiges Leben im Alter führen können. Gerade Menschen, die für unser aller gutes Leben ihre Gesundheit riskieren, müssen oft vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden und zum Teil erhebliche finanzielle Einbußen in Kauf nehmen", erklärt Wagner.

"Falsche Richtung"

Angelika Wagner weiter: "Dazu kommt, dass trotz besserer Beschäftigungslage und gesunkener Arbeitslosenzahlen die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe ab 55 Jahren in Duisburg sogar weiter gestiegen ist! Die Chance, mit fast 70 Jahren also noch in Arbeit zu sein, die gesundheitlich leistbar ist, ist gering.
Nun, gestützt auf eine von Arbeitgebern getragene Studie, das Renteneintrittsalter auf knapp 70 Jahre anheben zu wollen, wo schon die Rente mit 67 ein Fehler war, wäre ein großer Schritt in die völlig falsche Richtung. Wer Angst um eine klamme Rentenkasse hat, sollte an anderen Stellschrauben drehen. Beispielsweise an der Stärkung der Tarifbindung. Gute Löhne nach Tarif stärken am Ende auch die Rentenkasse."

Autor:

Lokalkompass Duisburg aus Duisburg

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