Eintrittspreise im Zoo Duisburg erneut erhöht - Tierschützer mahnen Delfinarieneintritt

WDSF-Infoblattverteilung über Delfinarien vor dem Zoo Duisburg
  • WDSF-Infoblattverteilung über Delfinarien vor dem Zoo Duisburg
  • hochgeladen von Jürgen Ortmüller

Seit März 2015 hat der Zoo Duisburg die Eintrittspreise erneut erhöht. Eine Eintrittskarte für Erwachsene kostet jetzt 16 statt bisher 14,50 Euro und für Kinder (3 bis 13 Jahre) nun 8 statt bisher 7 Euro mit einer Erhöhung von 14 Prozent. Eine offizielle Ankündigung der Preiserhöhung blieb offenbar aus.

Bereits im Januar 2013 hatte der Zoo den bis dahin separaten Eintritt für das Delfinarium mit dem Gesamteintrittspreis kombiniert. Vorher kostete der Zooeintritt ohne Delfinarium noch 11 Euro.

Jahrelang waren die Besucherzahlen des Zoos rückläufig. Im Jahr 2013 kamen lt. dem erst im Februar 2015 veröffentlichen Wirtschaftsprüferbericht etwa 70.000 Besucher weniger in den Zoo. Bereits im Jahr 2010 hatten sich die Besucherzahlen in Relation zum Vorjahr um rund 140.000 reduziert. Zoovorstand und Oberbürgermeister schoben die reduzierten Zahlen stereotyp alljährlich auf „unfreundliches Wetter“. Erst im vergangenen Jahr hat die Stadt den jährlichen Zuschuss von zwei auf zweieinhalb Millionen Euro anheben müssen, so dass die Zoo AG 2014 bei wieder leicht steigenden Besucherzahlen ohne größeres Minus übers Jahr kam. Die Bezirksregierung in Düsseldorf hat der Stadt allerdings eine jährliche Reduzierung des Zuschusses von 100.000 Euro verordnet.

Trotz Schließung des Delfinariums Anfang 2013 im Allwetterzoo Münster aufgrund aufgedeckter Haltungsmängel durch das Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) verzeichnete der Münsteraner Zoo im Jahr 2013 rund 38.000 Besucher mehr als im Vorjahr. Alternativ zu den Delfinen gibt es nun eine Seelöwenshow. Mit dem Schlechtwetterargument der Zooverantwortlichen in Duisburg hat man in Münster offenbar nicht zu kämpfen.


Seit Herbst 2010 haben die Delfinschützer des WDSF nach eigenen Angaben vor dem Zoo Duisburg mehr als 150.000 Infoblätter mit kritischem Inhalt zur Delfinhaltung verteilt; wohl auch um die Besucher vom Delfinarienbesuch abzuhalten. WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: „Die jahrelange Aufklärung der Bevölkerung über die katastrophale Delfinhaltung in den kleinen Betonbecken und die Medikamentengabe sowie unsere fortlaufende Flyer-Kampagne haben sicherlich eine Menge Leute vom Zoobesuch in Duisburg abgehalten, zumal es im Ruhrgebiet reichlich Freizeitalternativen gibt.“ Die Infoblatt-Verteilung der Delfinschützer wird jetzt erneut an jedem Wochenende vor dem Haupteingang des Zoo Duisburg fortgesetzt.

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