Herbert Oettgen: seit jeher eine unbändige Lust aufs Reisen und die Kunst
Borbecker räumt ein: "Ich bin ein Abfall-Sammler"

Von Ruhe und Zurücklehnen hält der Frintroper nichts.
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  • Foto: Doris Brändlein
  • hochgeladen von Christa Herlinger

Herbert Oettgen: Unbändige Lust aufs Reisen und die Kunst Wenn man das stattliche Alter von 82 Jahren erreicht hat, gönnt man sich gern Ruhe, lehnt sich zurück und schaut auf das Erreichte. Doch Ruhe und Zurücklehnen, das sind Dinge, die so gar nicht nach dem Geschmack von Herbert Oettgen sind.

Auch an seinem 82. Geburtstag vor einer Woche hatte der Frintroper das Haus voller Gäste. Und das Geburtstags-Menü ist wie immer selbstgekocht. Köstliche Gulaschsuppe, Sauerkrautwähe und Mokkacremetorte zum Nachtisch - Oettgen kommt beim Aufzählen der Rezeptzutaten ins Schwärmen. „Wir probieren gerne neue Rezepte aus und die Gäste waren bis jetzt immer begeistert“, schmunzelt er. In das "wir" schließt Oettgen Ehefrau Ilona ein, die ihn beim Kochen und Backen unterstützt.

Aufgewachsen in der Baustraße - dort steht sein Elternhaus

1937 in Essen geboren, wächst Oettgen in der Frintroper Baustraße auf, wo seine Eltern ein Haus haben. Schon früh interessiert er sich für künstlerische Techniken. Neben seiner dreijährigen Lehre zum Schriftenmaler besucht er abends Kunstkurse der Folkwangschule. Nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung beginnt er ebendort ein Kunststudium. „Da hatte ich nach dem fünften Semester Ärger mit dem Dekan“, erinnert sich Oettgen. Der Grund war seine Reiselust, die schon seit frühester Jugend zu ihm gehört. „Ich war bei den evangelischen Pfadfindern im Lutherhaus. Die Erfahrungen dort haben den Boden bereitet. So war ich schon sehr früh als Backpacker in der Welt unterwegs und habe zum Beispiel mit wenig Geld und per Anhalter die 3.000 Kilometer von Ägypten nach Tunesien bereist“, erzählt er. Das war auch der Grund, weshalb er erst drei Wochen nach Beginn des neuen Semesters wieder an der Folkwangschule auftauchte. Sehr zum Ärger seines Dozenten.

Studium am Hooger instituut voor architektuur en schoone kunsten 

Doch auch durch solche Schwierigkeiten hat sich der Frintroper nie von der Kunst abbringen lassen. Sein Studium beendet er an der Werkkunstschule in Krefeld und am Hooger instituut voor architektuur en schoone kunsten in Gent.
Nachdem Oettgen in der Jugend schon die halbe Welt bereist hat und nach dem Studium als freier Künstler arbeitet, gründet er 1967 die eigene Firma. Was als Studio für Ausstellungsgestaltung und Grafik begann, hat sich im Laufe der Jahre zur Firma für Messe und Ausstellungswesen entwickelt. Die war jahrzehntelang für namhafte Industrieunternehmen tätig. Auch dabei ist Oettgen seiner Leidenschaft für das plastische Gestalten immer treu geblieben.

Objekte aus Silversterraketen oder Drahtkleiderbügeln 

1995 zieht er sich aus gesundheitlichen Gründen aus dem beruflichen Alltag zurück. Seitdem nutzt er die freie Zeit wieder verstärkt für seine Kunst.
Und die ist eine ganz besondere. „Ich bin ein Sammler von Abfällen“, gesteht Oettgen. Verrottete Materialien, die er teilweise auf der Straße sammelt, bilden die Basis. Dazu gehören Silvesterraketen oder Abfälle aus der zur Firma gehörigen Schreinerwerkstatt, Drahtkleiderbügel oder Mandarinenkisten aus dem Container eines Lebensmittelgeschäftes. Zur Umsetzung seiner künstlerischen Ideen kann Oettgen fast alles brauchen. „Was ich an Materialien schön finde, sammle ich. Das kann dann schon mal zwei Jahre lagern, bis sich eine Idee dazu entwickelt.“
Und was dann entsteht, lässt den Betrachter immer wieder staunen.
Tektonisch-konstruktive Reliefs, die mit ihrer farbigen Strahlkraft und ihrer gleichzeitig fragilen Ausstrahlung die Blicke auf sich ziehen. Plastische Objekte und Skulpturen, die sich aus Restholzstücken, mit Leim, Lack und Farbe bearbeiteten Stoffen oder Metall- und Plastikresten aufbauen und sich zu einer harmonischen und überraschenden Einheit zusammenfügen.

Autor:

Christa Herlinger aus Essen-Borbeck

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