Freddy Fischer kennt sich aus mit dem Glücklichsein

Ein ganzer Abend voller Glück. Die Aussicht darauf lockte mehr als 50 Besucher in die Alte Cuesterey. Im Obergeschoss des Kulturhauses gingen die „Borbecker Salongespräche“ jetzt in eine neue Runde. Die Gastgeber Doris Brändlein und Wolfgang Sternkopf konnten an diesem Abend den Unternehmer und Stiftungsgründer Freddy Fischer auf dem roten Sofa begrüßen.

Der gebürtige Westerwälder war als „Glücksexperte“ geladen und stellte sich den - zum Teil sehr persönlichen - Fragen der Gastgeber. Seine Erkenntnisse über das „Glücklichsein“ zieht der Unternehmer allerdings nicht aus seinen beruflichen Erfolgen. Die hat er passenderweise im Geschäft mit Glücksspielautomaten erreicht. Doch die lösen keine „Glücksgefühle“ bei Freddy Fischer aus, dafür ist seine Stiftungsarbeit verantwortlich.
2007 begann Fischer radikal umzudenken. „Eigentlich war es nur ein Gespräch und ich wusste, wo es hin gehen sollte“, erinnert er sich an die Begegnung mit Otto Nosbisch. Der Salesianer Pater berichtete Fischer von der Arbeit im Borbecker Don Bosco Club und der ist seit dem nicht mehr aus dem Leben des Unternehmers wegzudenken. Mit seiner 2008 gegründeten Freddy Fischer Stiftung unterstützt der Unternehmer seitdem Projekte für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Im Don Bosco Club an der Wolfsbankstraße das Boxprojekt oder den täglichen Mittagstisch „Immersatt“.
„Es war mir klar, dass mich der finanzielle Erfolg allein auf Dauer nicht glücklich macht. Ich wollte etwas für andere tun, mich engagieren.“ Etwas abgeben und dadurch unendlich viel zurückbekommen. „Mit dem Glück ist das wirklich so, wenn du es teilst, wird es größer.“ Fischer wirkt authentisch bei dem was er sagt. Man nimmt ihm sein Engagement ab.

"Ich dachte, ich sei ein cooler Typ"

Und auch er nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er den inneren Wandel zu beschreiben versucht, den er vollzogen hat. „Ich war auch ein Arschloch“, sagt er von sich selbst. „Egoistisch. Wenn ich in den Spiegel geguckt habe, habe ich ehrlich geglaubt, ich sei ein cooler Typ.“
Die Stiftungsarbeit, der Einsatz für Kinder und Jugendliche, ist etwas „das mit Herz zu tun hat. Mit starken, emotionalen Empfindungen. Es macht mich glücklich, vielleicht weil ich in meiner Jugend das Unglück kennengelernt habe. Ich weiß, wie sich das anfühlt.“
Seinen Weg zum Glück hat Freddy Fischer gefunden. Über seine Stiftungsarbeit.
Wie vielschichtig und individuell verschieden der aussehen kann, wie unterschiedlich das persönliche Glücksempfinden ist und die Dinge, die Glücksgefühle auslösen, das wurde bei der regen Diskussion in den Räumen der Alten Cuesterey deutlich. Und soviel steht für die Teilnehmer am Ende Abends fest: das Glück, egal wie es aussehen mag, ist niemals ohne Dankbarkeit und Demut zu erlangen. „Und man muss genau hinsehen, um es zu finden“, setzen Doris Brändlein und Wolfgang Sternkopf den Schlusspunkt unter einern gelungenen Abend.

Am 12. November gehen die Salongespräche weiter

Die Veranstaltungsreihe in Borbeck geht im November weiter. Am 12. November wird Steffen Hunder zu Gast beim nächsten Salonsgespräch in der Alten Cuesterey sein. Das Thema des Abends lautet dann „Zukunft“.

Autor:

Christa Herlinger aus Essen-Borbeck

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