Grundschule arbeitet mit Medien und Förderprogrammen

Kreidetafeln sind an der Eichendorffschule in Essen längst Geschichte. Und auch sonst werden moderne Unterrichtsformen und individuelle Forder- und Förderung im Stadtteil Schönebeck groß geschrieben.

„Wir kümmern uns um die Schwächeren genauso wie um die Stärkeren“, betont Maritta Zuhorn, Leiterin der Grundschule. Das ist an der Heißener Straße 74 nicht nur hoch gesteckter Anspruch, sondern tatsächlich tagtägliche Schulpraxis.
Das jüngste, nämlich zum laufenden Schuljahr eingeführte, Projekt ist die Begabtenförderung. Andreas Micke, Klassenlehrer 2a, und Kollegen haben sich speziell den jungen Menschen angenommen, die sich im regulären Unterricht eher langweilen und unterfordert fühlen. „Das sind aktuell neun Schüler: sieben aus der dritten und zwei aus der zweiten Stufe.“ Ein früher Ansatz, der sich aber zu bewähren scheint.

„In der Gruppe herrscht eine ganz besondere Atmosphäre“

„In der Gruppe herrscht eine ganz besondere Atmosphäre“, ist Micke stolz auf die positive Entwicklung. Die jahrgangsübergreifende Arbeit beflügele die Kids. „Sie helfen sich untereinander und es herrscht kein Neid.“ Auch nicht von Seiten der nicht als „begabt“ auserkorenen Klassenkameraden. „Die Schüler kennen es ja praktisch nicht anders, hier wird schon immer Wert auf Unterstützung individueller Stärken und Schwächen gelegt.“
Was nun angestoßen wurde, hebt sich dennoch ab. Denn seit diesem Jahr arbeitet die besagte Kleingruppe an Fach- oder Expertenarbeiten, wie sie sonst nur von der weiterführenden Schule oder dem späteren Studium bekannt sind. Natürlich auf Grundschulniveau. „Aber die Teilnehmer müssen sich schon ganz selbstständig organisieren“, erklärt Micke, der die Idee von einem Bildungskongress des Internationalen Centrums für Begabungsförderung (ICBF) in Münster mitgebracht hat.

Mit der Auswahl eines Themas starteten die Schüler in das neue Konzept. „Fussball oder Tiere, die Richtung war komplett freigestellt und von den jeweiligen Interessengebieten abhängig“, so Micke. Es folgen die Wochen der Vorbereitung, der Recherche bis hin zur Schreibphase.Am Ende steht ein Power-Point-Vortrag im Rahmen einer Expertentagung am 22. Mai. „Dazu sind dann Lehrer, Eltern und Verwandte eingeladen.“ In zwei Unterrichtsstunden pro Woche werden die Schüler auf die besonderen Anforderungen vorbereitet. Ihnen werden Arbeitstechniken an die Hand gegeben, für das abschließende Referat proben sie Artikulation (zum Beispiel mit Korken im Mund), auch Gestiken und den Umgang mit Karteikarten. „Damit wir auch im Nachhinein noch mal reflektieren können, wird die Präsentation sogar gefilmt“, verrät der Betreuungslehrer. Abgerundet werden die Facharbeitswochen von einer gebundenen Ausgabe des eigens erstellten Werks für jeden Teilnehmer.
Das haben sie sich auch verdient: Über den Sonderunterricht hinaus sind die Kinder auf sich allein gestellt, mit - ausdrücklich eingeschränkter - Unterstützung ihrer Eltern. „Anhand von Wochenplänen und Lerntagebüchern organisieren sie sich und das klappt ausgesprochen gut“, ist man froh um den persönlichen Einsatz der Schüler. Eine Autofahrt zur Informationsbeschaffung etwa, das ist den Erziehungsberechtigten natürlich erlaubt. Erlernte Lern- und Lesestrategien umsetzen und die Arbeit verfassen, das muss schon eigenständig passieren.

Fünf Lehrer sind bereits speziell ausgebildet, weitere sollen folgen

Fünf Schönebecker Lehrer sind mittlerweile für das Forder-Förder-Projekt (FFP) speziell durch die ICBF ausgebildet, weitere sowie zusätzliche Lehrgänge zum Ausbau sind geplant. Besondere Unterrichtsmethoden sind für das Kollegium nichts Neues, schließlich haben neue Medien in den Klassen schon längst Einzug gehalten. 2009 ersetzten die ersten Whiteboards die traditionellen Kreidetafeln, mittlerweile ist dank Sponsoring jeder Unterrichtsraum damit ausgestattet.
„Die Whiteboards ersetzen nicht nur die Tafel, sondern auch CD-Player, Computer, Overheadprojektor und viele Geräte mehr“, schwärmt Silke Freitag, stellvertretende Schulleiterin an der Eichendorffschule. „Einen Film abspielen etwa? Dazu reicht uns seit der Umstellung ein Stick!“ Wie praktisch.

Autor:

Sara Drees aus Dortmund

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