Begeisterung auch nach 50 Jahren noch immer ungebrochen

Elisabeth Leppersjohann, Reante Rubarth, Helga Ochmann, Adelheid Becker und Margret Severin (v.l.) bilden gemeinsam mit Katharina Tatar, die am Wochenende leider nicht mit dabei sein konnte, den harten Kern des Handarbeitskreises Herz Jesu. Zu Hochzeiten trafen sich regelmäßig über 20 handarbeitsbegeisterte Frauen im Pfarrheim am Leoplatz. | Foto: Debus-Gohl
  • Elisabeth Leppersjohann, Reante Rubarth, Helga Ochmann, Adelheid Becker und Margret Severin (v.l.) bilden gemeinsam mit Katharina Tatar, die am Wochenende leider nicht mit dabei sein konnte, den harten Kern des Handarbeitskreises Herz Jesu. Zu Hochzeiten trafen sich regelmäßig über 20 handarbeitsbegeisterte Frauen im Pfarrheim am Leoplatz.
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Eigentlich hätten sie längst allen Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Doch das ist nicht ihr Ding. Schon jetzt laufen die Vorbereitungen für den Adventsbasar am zweiten Wochenende im November auf vollen Touren. Dann werden die Damen des Handarbeitskreises Herz Jesu im Pfarrheim am Leoplatz wieder ihre kunstvollen Handarbeiten anbieten.

Die Kasse wird auch diesmal wieder klingeln. Das können die sechs kreativen Frauen aus Erfahrung sagen. Denn seit 50 Jahren laden sie zweimal im Jahr - vor Weihnachten und dann noch einmal kurz vor Ostern - zu ihren Basarverkäufen ein. Die Besucher kommen nicht nur aus dem Stadtteil. Sogar bis ins Sauerland hat sich herumgesprochen, dass die Mitglieder vor allem in Sachen Hardanger Stickerei über besondere Talente verfügen. Aber auch an den Strick-, Häkel- und Nähnadeln sind die Damen um Margret Severin echte Könner.
Der Jubliäumsbasar im November wird etwas Besonderes. "Denn wir haben uns überlegt, dass wir unsere Arbeiten mit Rabatt anbieten", erzählt Margret Severin. "Ein Prozent für jedes Jahr unseres Bestehens."

Gespräche bei Kaffee und Kuchen

Am Wochenende hatte die Damen ihre Arbeitsmaterialien allerdings bewusst aus der Hand gelegt. Die Basarvorbereitungen rückten weit in den Hintergrund. Im Pfarrheim am Leoplatz gab es Kaffee und Kuchen, Zeit für Gespräche und so so manche Erinnerung. "Jetzt wird gefeiert" - war der Nachmittag überschrieben, zu dem der Handarbeitskreis alle eingeladen hatte, die im Laufe der Jahre an den Basartagen geholfen haben: die Männer, die beim Tragen und Zusammenrücken der Tische dabei sind, die vielen fleißen Bäckerinnen, die sich im Laufe der Jahre um die Cafeteria gekümmert haben. Knapp 40 von ihnen waren am Samstag mit dabei. "Und wir haben hier auch ehemalige Mitglieder", verrät Margret Severin.

Wiedersehen mit Ehemaligen

Eine von ihnen ist Erika Zink. Die lebt mit inzwischen 95 Jahren in einem Altenwohnheim. Per Taxi ging es zum großen Wiedersehen mit den alten Mitstreiterinnen nach Unterfrintrop.
Die Begeisterung für Handarbeiten ist bei den Mitgliedern nach wie vor ungebrochen. Allerdings haben sie nun gemeinschaftlich beschlossen: Nach dem Osterbasar im Frühjahr nächsten Jahres ist Schluss. Dann geht die mehr als 50-jährige Geschichte der Gemeinschaft zu Ende. 252.000 Euro haben die Frauen dann für die gute Sache erarbeitet, mit dem Geld verschiedene Einrichtungen wie das Friedensdorf in Oberhausen oder die Kinderkrebshilfe unterstützt. "Bis ins nächste Jahr", so verspricht Margret Severin, "bleibt allerdings alles beim Alten. Der Termin an jedem Mittwoch im Unterschoss des Pfarrheims steht." Zum Arbeiten und zum Quatschen. Denn zu tun gibt' ja immer was.

Autor:

Christa Herlinger aus Essen-Borbeck

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