Turbulentes Landesliga-Derby findet keinen Sieger

Was für ein Spiel! In einem packenden Landesligaspiel trennten sich der SV Burgaltendorf und die Sportfreunde aus Niederwenigern mit 2:2 (0:2). Die knapp 200 Zuschauer an der Windmühle sahen ein abwechslungsreiches und teilweise hitziges Derby, das zwei grundverschiedene Halbzeiten parat hatte. Sahen die Gäste aus Niederwenigern nach 45 Minuten nämlich noch wie der sichere Sieger aus, konnten sie sich letztendlich glücklich schätzen, überhaupt etwas Zählbares mitgenommen zu haben.

Mit diesem Punkt verlassen die Mannen von Trainer Jürgen Margref zwar die Abstiegsplätze, aber ausgehend von der ersten Halbzeit, in der Niederwenigern die Gastgeber förmlich überrollte, konnte der Coach damit nicht zufrieden sein. Denn gegen die früh pressenden Gäste fand der SVA im Spielaufbau überhaupt kein Rezept, sodass man kaum einmal konstruktiv über die Mittellinie kam. Die Aufsteiger aus Niederwenigern wussten hingegen durch eine gute Raumaufteilung zu überzeugen, hatten in Ballnähe ständig Überzahl und gewannen die Bälle gleich reihenweise in der Hälfte der Gastgeber. Den folgenden, blitzschnell vorgetragenen Angriffen sah sich die Burgaltendorfer Abwehr hilflos ausgeliefert, sodass es nach zehn Minuten durch Treffer von Fabian Lümmer und Markus John bereits 0:2 stand. Das mit diesem Ergebnis auch die Seiten gewechselt wurden, war allerdings alleine der Abschlussschwäche von Niederwenigern sowie einer überdurchschnittlichen Leistung von Burgaltendorfs Schlussmann Michael Methner geschuldet. In der Halbzeitpause war sich deshalb selbst der Burgaltendorfer Anhang sicher, dass der Sieger diese Begegnung nur Niederwenigern würde lauten können.

Nach dem Seitenwechsel verlor Niederwenigern allerdings in einem schleichenden Prozess den Zugriff auf das Spiel, welches der SVA durch eine robuste Zweikampfführung und das Provozieren von etlichen Standardsituationen mehr und mehr zu einem Kampfspiel werden ließ. Niederwenigern hatte zwar weiterhin (teilweise hochkarätige) Konterchancen, das Spielgeschehen verlagerte sich jedoch immer tiefer in die Hälfte der zuvor dominanten Gäste. So kam der SVA zu ersten Torraumszenen und war nach 68 Minuten sogar zurück im Spiel. Tobias Köfler setzte sich mit einer technisch feinen Einzelleistung gegen gleich drei Abwehrspieler der Gäste durch und drosch den Ball anschließend aus 16 Metern und halbrechter Position in den linken oberen Torwinkel – ein absolutes Traumtor. Angeführt von dem nun wie aufgedreht agierenden Köfler kam der SVA zu weiteren Torchancen und traf eine Viertelstunde vor Schluss durch Kevin Kraus zum Ausgleich. Dieser behauptete den Ball nach einem weiten Einwurf im gegnerischen Fünfmeterraum und traf aus dem Gewühl heraus zum 2:2. Jetzt schien die Partie sogar komplett zu kippen, da das Gäste-Mittelfeld vollkommen die Ordnung verlor und die schnörkellos nach vorne spielenden Gastgeber die gegnerische Viererkette mühelos überspielen konnte. Auf diese Weise bot sich Burgaltendorfs Kevin Arndt auch die Chance zum Siegtreffer, doch dieser traf, nachdem er Niederwenigerns Schlussmann Daniel Paries bereits umkurvt hatte, lediglich das Außennetz - ein Burgaltendorfer Siegtreffer wäre ob des ersten Spielabschnitts jedoch auch etwas zu viel des Guten gewesen.

Dass man nach diesem Spiel nicht von einer schiedlich, friedlichen Punkteteilung sprechen konnte sah man alleine daran, dass Jürgen Margref noch lange nach Spielschluss mit dem Unparteiischen diskutierte. Er hätte wohl früher als erst in der 90.Minuten einen Burgaltendorfer Platzverweis für angebracht gehalten. Vorwürfe sollte er jedoch eher seiner Mannschaft machen, die sich nach der überlegenen ersten Halbzeit sowie einer souveränen Führung den Schneid abkaufen ließ und zu wenig aus ihrer fußballerischen Überlegenheit machte.

Autor:

Andreas Neuhaus aus Essen-Ruhr

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