„Löwes Lunch“: Wir sind „Castor“. Verstrahlt und Spaß dabei?

Was waren das noch für beschauliche Zeiten, als in „Schland“ immer mal wieder gegen Atommüll-Transporte demonstriert wurde, die Zeitung mit den vier Buchstaben uns dann vorrechnete, was der Polizeieinsatz gegen die linken Racker wieder an Steuergeldern gekostet hat und das alles nur mehr oder weniger Randnotizcharakter besaß und in einem Zug neben Boris’ Hochzeit und Bayern Münchens Herbsttheater vermeldet wurde?
Das hat sich grundlegend geändert. Nach „Sommermärchen“, „Papst“ und „Lena“ sind wir jetzt alle „Castor“. Verstrahlt und Spaß dabei? Wann wird RTL endlich das Fernsehspiel zum energiepolitischen Possenspiel präsentieren? Mit Veronica Ferres in der Hauptrolle einer alternden Umweltaktivistin, mit Moritz Bleibtreu als Energie-Manager und Paul Panzer als Einsatzkräfteleiter mit Herz!
Demos aus Leidenschaft waren in den letzten Tagen angesagt und trotz der paar Chaoten, die man heute leider bei jedem Fußballspiel beklagen muss, waren das Rentner, Eltern, Junge, Alte, Tätowierte und Krawattenträger, denen unsere Anerkennung gebührt. Denn sie stehen in den „Stuttgart 21-Tagen“ für ein Volk, das nicht mehr an sich vorbei regieren lassen will.
Schon bemerkt, Frau Merkel? Die letzten Kundgebungen, die in der Öffentlichkeit so positiv aufgenommen wurden, waren die berühmten Montags-Demonstrationen...
Dabei spielt es gar keine Rolle, wie schnell ein Atom-Ausstieg nun wirklich möglich ist. Spätestens in einem harten Winter werden sich wieder alle freuen, dass bei uns die Stromversorgung funktioniert. Doch angesichts von End- und Zwischenlagern, in denen der Atommüll so sicher scheint, wie im Weinkeller des „Italieners“ in der Lindenstraße, ist die Laufzeitverlängerung für alte Meiler ein politischer Rückschritt und schwarz-gelber Offenbarungseid.
Noch denken die Deutschen angesichts von Sparpaketen nicht spanisch oder griechisch und legen mit Generalstreiks gleich das ganze Land lahm. Noch brennen (Zum Glück!) nicht wie in Frankreich ganze Vororte, wenn die Regierung die falschen Register zieht. Doch eins haben die aktuellen Castor-Proteste gezeigt: Zukünftig werden die Verantwortlichen damit leben müssen, dass man ihnen viel, viel deutlicher die Flötentöne beibringt. Und das ist auch gut so!

Autor:

Detlef Leweux aus Essen-Steele

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