Interview mit Autor Achim Nöllenheidt
Aus Liebe zum Fernsehen

Autor Achim Nöllenheidt.
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Ein "genialer Ratespaß zur eigenen Vergangenheit": die Fernseh-Quizbücher von Ulrich Homann und Achim Nöllenheidt tragen passend zum Thema die Namen "Welches Schweinderl hätten´s gern?" und "Harry, hol schon mal den Wagen!". Wir hatten Gelegenheit, mit einem der Autoren, Achim Nöllenheidt, zu den neuen Büchern zu sprechen.

Wie viele der insgesamt 888 Fragen in beiden Büchern könnten Sie selbst beantworten?
Spontan würde ich sagen, mit „Welches Schweinderl hätten´s gern?“ habe ich mich mehr beschäftigt, hier werde ich wahrscheinlich zwei Drittel beantworten können, und bei „Harry, hol schon mal den Wagen!“, die Hälfte. Also ungefähr 555 Fragen. Gut, dass das keiner nachprüft.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Bücher zur Fernsehgeschichte zu schreiben?
Die Idee ist entstanden durch sogenannte Flurgespräche. Das heißt, wir haben uns einfach privat über die Sendungen unterhalten. Das Schöne ist, damals, und das kann man mit heute nicht vergleichen, haben alle Leute das Gleiche geguckt. Es gab ja nur drei Programme. Und das ist ganz entscheidend für dieses Quizbuch. Heute würde sich sowas gar nicht mehr lohnen, weil die Leute einfach zu viel Unterschiedliches gucken. Damals konnte man Fragen stellen zu allem Möglichen und jeder konnte sich damit identifizieren. So ist eben auch die Idee entstanden, Bücher letztendlich zur Vergangenheit einer Generation zu machen.
Ich habe mit Bernd Müllender „Am Fuß der blauen Berge“ geschrieben, das kam 1994 raus und ist ein Klassiker geworden. Damals hat man ja noch nicht die Möglichkeiten gehabt, sich die Sendung im Fernsehen noch mal anzugucken, auch das Internet bot noch nicht die Recherche-Möglichkeiten wie heute. Das heißt, ich bin tatsächlich zum Beispiel ins Hörzu-Archiv nach Siegen, zu den Sendern oder in Universitäts- und Stadtbibliotheken gefahren und habe mir da die Informationen geholt, also wirklich richtige Recherche gemacht. „Harry, hol schon mal den Wagen!“ haben wir jetzt quasi als Nachfolger aufgelegt.

Woher stammt Ihr Interesse zur Filmgeschichte?
Das ist, wie ich schon sagte, auch ein Buch über eine Generation. Die erste, die mit dem Fernsehen groß wurde. Und letztendlich ist es meine eigene Kindheit gewesen und meine eigene Lebenswelt, die da auch beschrieben wird. Also viele Geschichten in dem Buch „Am Fuß der blauen Berge“ handelten davon, wie man die Sendungen geguckt hat. Es ging also auch immer um die Lebenswelt, nicht nur ums Fernsehen. Und die Fünfziger und Sechziger sind eine faszinierende Zeit, quasi eine Goldgräberzeit des Fernsehens, das hat mich natürlich auch gereizt.

Warum ist das Buch in Quizform geschrieben?
Weil es einfach Spaß macht, sich zu erinnern und natürlich, wenn man sich über Sachen von früher unterhält, dann heißt es ganz oft „Kennst du noch?“ oder „Weißt du das?“ und das sind ja schon die ersten Quizfragen. Das heißt, eine Unterhaltung über die frühe Zeit des Fernsehens hat auch immer was mit Quiz zu tun. Deswegen ist das eigentlich eine ganz natürliche Sache, dass das auch in Quizform geschrieben wurde.

Wer sollte diese Bücher unbedingt lesen und warum?
Wer die Bücher kauft, muss die Sendungen auch gesehen haben, sonst bringt es ja nichts. Wenn man von den 444 Fragen drei beantworten kann, dann macht das keinen Spaß. Das heißt, die Bücher sind schon für die Generation geschrieben, die damit aufgewachsen ist. Und warum? Weil es Spaß macht, die selbst erlebte Fernsehgeschichte und damit auch die eigene Vergangenheit nochmal hervorzuholen.
 

Quizbücher zur Filmgeschichte

  • "Welches Schweinderl hätten´s gern?" (Klartext Verlag, 2019) ist ein Quizbuch zur Fernsehgeschichte der 50er und 60er Jahre von Ulrich Homann und Achim Nöllenheidt.
  • Das Buch beschäftigt sich mit Fragen wie "Wie hieß der Commander des Raumkreuzers Orion?" und eignet sich am besten für gemeinsame Quizabende.
  •  "Harry, hol schon mal den Wagen!", geschrieben von Ulrich Homann und Achim Nöllenheidt (Klartext Verlag, 2019) stellt seinen Lesern Fragen zur Fernsehgeschichte der 70er Jahre.
  • Wer zum Beispiel weiß, wer den ersten Tatortermittler spielte oder wo Kultfigur Tom Sawyer wohnte, wird an diesem Buch viel Spaß haben.
Autor:

Hanna Assiep aus Essen-Süd

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