"Il Trittico" feierte am Aalto-Theater Premiere
Der lange Opern-Abend

Jessica Muirhead als Suor Angelica und der Opernchor des Aalto-Theaters in der Oper "Suor Angelica" von Giacomo Puccini. | Foto: Matthias Jung
  • Jessica Muirhead als Suor Angelica und der Opernchor des Aalto-Theaters in der Oper "Suor Angelica" von Giacomo Puccini.
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Im Kino gehört sie zur beliebten Attraktion: Die lange Film-Nacht, in der gleich mehrere Filme hintereinander geschaut werden dürfen. Am Aalto-Theater gibt's für Opern-Fans nun etwas ähnliches: "Il Trittico" feierte Premiere - das Gesamtkunstwerk von Giacomo Puccini, das eigentlich aus drei einaktigen Opern besteht, doch ein verbindendes Element hat: den Tod.

Rund 210 Minuten dauert die Vorstellung. Und soviel sei direkt verraten: Ein Besuch der jüngsten Produktion am Aalto-Theater darf wärmstens empfohlen werden.
Zur Aufführung gelangen die Opern „Il Tabarro“ (Der Mantel), „Suor Angelica“ (Schwester Angelica) und „Gianni Schicchi“. "Diese werden erstmals gemeinsam in Essen gespielt", verrät Dramaturg Christian Schröder und fasst zusammen: "Ein Eifersuchtsdrama im Stil eines film noir in Paris an der Seine; die mystische Verklärung einer Nonne in einem Kloster Ende des 17. Jahrhunderts; eine mittelalterliche Erbschaftskomödie in Florenz mit vielen turbulenten Wendungen."
Und auch für Roland Schwab, der für die Inszenierung verantwortlich zeichnet, war es eine besondere Herausforderung, das Triptychon in Essen auf die Bühne zu bringen. "Es muss die passende Besetzung für drei Opern gefunden werden, drei Bühnenbilder werden benötigt. Daran wagen sich nur nur wenige Opernhäuser. Und auch bis zur Uraufführung 1918 brauchte Puccini einige Anläufe, sein Verleger hatte dem Projekt zu Lebzeiten stets ablehnend gegenüber gestanden."
Den Tod hat Schwab als verbindendes Element der drei Opern ausgemacht und ist - neben der Musik, Leitung Roberto Rizzi Brignoli, - besonders erfreut über das Bühnenbild, in dem das Wasser speziell in den ersten beiden Opern eine zentrale Rolle spielt: Die Sängerinnen und Sänger agieren auf einer die gesamte Bühne füllenden Wasserfläche, eine besondere Herausforderung - und eine äußerst gelungene Idee zugleich. Überhaupt: Das Bühnenbild aller drei Stücke, für das Piero Vinciguerra zuständig ist und die Kostüme von Gabriele Rupprecht sind eine echte Augenweide. Nicht mit Details überfrachtet, aber mit starken Elementen wie einem riesigen Spiegel, sich verändernden Lichtstreifen und begrenzenden Vorhängen gekonnt und stimmig bestückt.
Die Opern kommen in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln zur Aufführung. Mit dabei: Die Arie „O mio babbino caro“, die zu einer der berühmtesten und beliebtesten Melodien von Puccini werden sollte.
Die Partien werden zum großen Teil von Sängerinnen und Sängern des Aalto-Ensembles übernommen. Zum umfangreichen Team auf der Bühne gehören aber auch der Opernchor und der Kinderchor des Aalto-Theaters, die Statisterie sowie Gäste wie Annemarie Kremer (Giorgetta) und Sergey Polyakov (Luigi). Allesamt, gemeinsam mit den Essener Philharmonikern, sorgen für einen gelungenen Opern-Abend, den man nicht verpassen sollte.
Weitere Vorstellungen: 30. Januar; 5., 13. Februar; 2., 20., 31. März; 24. April; 15. Juni 2022

Autor:

Frank Blum aus Essen-Süd

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