Jauchzet, frohlocket! Buchtipps und mehr zum Fest

"Du spinnst wohl!": Frisch eingewickelt soll Fliege Bisy der Spinne Karl-Heinz als Weihnachtsbraten dienen ...
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Klaus-Peter Böttger ist Leiter der Essener Stadtbibliothek und somit natürlich schon von Berufs wegen ein Leser aus Leidenschaft. Was er zudem liebt, ist eine gute Prise Humor und gute Musik. Für den STADTSPIEGEL nahm er sich die Zeit, seine Favoriten zum Fest vorzustellen. Hier präsentiert er, was einen vor, zum und auch noch nach dem Fest literarisch glücklich machen kann.

Hätte ich noch Kinder im vorlesefähigen Alter, so stünde die Lektüre für die 24 Adventstage fest. Kai Pannen hat eine außergewöhnliche Geschichte liebevoll gezeichnet und amüsant geschrieben: "Du spinnst wohl!". Am 1. Dezember geht der Spinne Karl-Heinz eine Fliege ins Netz und er glaubt, dass damit sein Festtagsbraten für den Heiligabend gesichert sei. Wie sich diese Beziehung über 24 Tagen entwickelt, wird natürlich nicht verraten. Es sei aber so viel gesagt, dass sowohl die erwachsenen Vorleser als auch die Kinder ihre helle Freude haben an Zeichnungen und Text. Wirklich großartig! Funktioniert übrigens auch für Seiteneinsteiger. Die einzelnen Kapitel sind kurz und der Vorsprung derer, die am 1. Dezember mit dem Lesen begonnen haben, schnell aufzuholen.
Und wenn dann zum Glühwein die seit 20 Jahren schönste Weihnachts-CD läuft: Bugge Wesseltoft, norwegischer Jazzkomponist und Pianist, auch bekannt für seine innovativen und experimentellen Projekte – keine Angst – hat mit 12 Liedern, zwei Eigenkompositionen und 10 traditionellen Weihnachtsliedern, eine weihnachtliche Stimmung gezaubert, die ihresgleichen sucht. Vom Titelsong bis zu „In dulce jubile“ wird man stimmungsvoll auf das Fest eingenordet.
Wer dabei noch lachen möchte, der sollte unbedingt die CDs von Jochen Malmsheimer auflegen. Zum Beispiel "Jauchzet, frohlocket!" Mit verbaler Wortakrobatik zeichnet der ehemalige Tresenlesen-Partner von Frank Goosen vorweihnachtliche Situationen nach, die man aus eigener Kindheit oder Elternschaft kennt. Naja, vielleicht nicht in diesen extremen Ausmaßen ... Weihnachtsüberraschungen der musikalischen Art inbegriffen.
Für eine Mischung aus weihnachtlichem Text, Rezepten und Bildern sorgen der mit zahlreichen Preisen und Ehrungen versehene Kölner Illustrator Nikolaus Heidelbach, der vielen als Satiriker – auch hier schlägt er in gewohnt guter Weise zu – bekannte Wiglaf Droste und der Stuttgarter Sternekoch Vincent Klink. In tannengrünem Leinen ist dieses Buch ein Muss für alle, die das Fest nicht so ernst nehmen wollen, aber doch nicht ganz davon lassen können.
Aus dem Hohelied der Liebe stammt der Titel des durch seinen Weltbestseller ‚Sofies Welt‘ bekannten norwegischen Autors Jostein Gaarder. "Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort", eine traurig anmutende aber optimistisch stimmende Geschichte. Cecilie, 15 Jahre alt, ist bettlägerig, weil schwer krank. Zu Beginn der Weihnachtszeit erscheint ihr der Engel Ariel, und sie führen nun zahlreiche Gespräche über den Sinn des Lebens. Einfühlsam, phantasievoll und rührend geschrieben passt dieses Buch trotz oder wegen der Ernsthaftigkeit des Themas in die Weihnachtszeit.

Zum Glühwein die Weihnachts-CD

Und hier nochmal alle Tipps im Überblick:
Kai Pannen: Du spinnst wohl! Eine außergewöhnliche Adventsgeschichte in 24 Kapiteln. Tulipan-Verlag, 15 Euro
Bugge Wesseltoft: CD It’s Snowing On My Piano. ACT-Music, ca. 17 Euro
Droste, Wiglaf / Heidelbach, Nikolaus / Klink, Vincent: Weihnachten. DuMont, 14 Euro
Jochen Malmsheimer, Uwe Rössler & das Tiffany-Ensemble: Jauchzet, Frohlocket! Doppel-CD Roof music, ca. 20 Euro
Jostein Gaarder: Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort. dtv 7,50 Euro Klaus-Peter Böttger, Direktor der Essener Stadtbibliothek, hat sich für STADTSPIEGEL-Leser umgeschaut, was der Buchmarkt zum Fest so bietet. Foto: Archiv

"Du spinnst wohl!": Frisch eingewickelt soll Fliege Bisy der Spinne Karl-Heinz als Weihnachtsbraten dienen ...
Klaus-Peter Böttger (rechts im Bild), Direktor der Essener Stadtbibliothek, hat sich für STADTSPIEGEL-Leser umgeschaut, was der Buchmarkt zum Fest so bietet. Foto: Archiv

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