Verkehr der Zukunft
Saubere Mobilität: Hybrid- und E-Busse für Essener Straßen

Uwe Bonan (Geschäftsführer Ruhrbahn), Silke Kaffenberger (Projektleiterin Busbeschaffung), Martin Dreps (Bereichsleiter Fahrzeugtechnik) und Torben Skuballa (Bereichsleiter Fahrbetrieb) (v.l.) freuen sich über die neuen Busse.
  • Uwe Bonan (Geschäftsführer Ruhrbahn), Silke Kaffenberger (Projektleiterin Busbeschaffung), Martin Dreps (Bereichsleiter Fahrzeugtechnik) und Torben Skuballa (Bereichsleiter Fahrbetrieb) (v.l.) freuen sich über die neuen Busse.
  • Foto: Ruhrbahn Kommunikation
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Ruhrbahn möchte für Essen in Zunft auf saubere Mobilität setzen. Hybridbusse sollen den Übergang zu einer reinen elektronischen Flotte bilden. E-Busse könnten dann bis 2030 zum Alltag gehören. 

Bis 2030 könnte die Ruhrbahn mit einer rein elektrisch betriebenen Busflotte durch Essen und Mülheim fahren. Bis dahin müssen allerdings noch die Rahmenbedingungen klar sein, so Geschäftsführer Uwe Bonan: „Nach Errichtung der notwendigen Lade- bzw. Betankungsinfra­struktur könnten ab 2023 die ersten Fahrzeuge in den Regelbetrieb integriert werden. Voraus­setzung ist, dass die Finanzierung der Mehrkosten für die erforderliche Versorgungs- und Werkstattinfrastruktur sichergestellt ist. Eine Gesamtumstellung der Busflotte könnte dann bis 2030 erfolgen.“

„Mild Hybrid“-Technologie

Aktuell können die Fahrzeughersteller Elektrobusse noch nicht serienreif mit dem notwendigen Leistungsprofil anbieten und in so großen Mengen produzieren, um die Nach­frage aller Verkehrsunternehmen zu bedienen. „Die aktuell im Markt angebotenen Elektro­busse erbringen noch nicht die erforderliche Leistung/Reichweite eines Dieselbusses. Deshalb stellen wir bis 2022 in beiden Städten unsere Dieselbus-Flotte vollständig auf Euro VI-Standard um. Dabei setzen wir in unseren aktuellen Beschaffungen auf die „Mild Hybrid-Technologie, den derzeit saubersten Diesel-Umweltstandard der auf dem Markt zu haben ist“, erläutert Bonan die Strategie. Die erste Hälfte von insgesamt 45 „milden“ Hybridbussen ist soeben aus Mannheim eingetroffen; 2020 folgen weitere 42 Fahrzeuge. „Diese Busse zeichnen sich durch einen noch einmal geringeren Kraftstoffverbrauch aus. Mit der innovati­ven Mild-Hybrid-Technik wird Bremsenergie in Strom umgewandelt und in Supercaps gespeichert. Dieser steht dann dem Elektromotor für die Unterstützung des Verbrennungs­motors zur Verfügung“, erklärt Martin Dreps, Betriebsleiter und Bereichsleiter Fahrzeugtech­nik.

Sicherheit im Blick

Bei den neuen Bussen spielt zudem auch das Thema Sicherheit eine große Rolle erklärt Torben Skuballa, Verkehrsleiter und Bereichsleiter Fahrbetrieb: „Mittels Sensoren an der rechten Fahrzeugseite warnt der Abbiegeassistent den Fahrer, wenn im toten Winkel Fuß­gänger, Radfahrer oder Fahrzeuge beim Abbiegen nach rechts erkannt werden. Der
Bremsassistent warnt vor der Kollision mit einem Hindernis und reagiert auch auf Fußgänger. Der Assistent bremst den Bus an und gibt dem Fahrer die Möglichkeit zu einer entsprechenden Reaktion.“ Bei geringen Geschwindigkeiten wird der Bus sogar selbststän­dig abgebremst.
„Eine neue farbige LED-Türbeleuchtung sorgt für mehr Sicherheit beim Ein- und Ausstieg unserer Fahrgäste. Der Außenbereich aller Türen wird hierdurch in der Dunkelheit ausge­leuchtet. Grünes Licht zeigt an, dass die Türen geöffnet und ein Ein- oder Ausstieg möglich ist. Rotes Licht zeigt an, dass der Schließvorgang eingeleitet wird und der Einstiegsbereich nicht mehr betreten werden soll“, so Silke Kaffenberger, Projektleiterin Busbeschaffung. Durch den neuen, schwerentflammbaren Sitzbezugsstoff wurde der Fahrgastraum weiter aufgewertet. Alle Busse der neuen Serie verfügen zudem über die bewährten Standards wie die zweite Sondernutzungsfläche, eine Brandmelde- und Löschanlage, Fahrgastraumklima­anlage sowie eine Fahrerschutzscheibe.

Busflotte Ruhrbahn

Aber auch die vorhandenen Dieselbusse werden im Rahmen eines Bundesförderprogrammes umweltfreundlich modernisiert: Die Ruhrbahn hat bereits mit Beginn dieses Jahres sieben Diesel-Busse am Standort Essen mit der Abgasnorm EEV auf Euro VI Standard umgerüstet. „Die Dieselabgase von herkömmlichen Bussen müssen nachbehandelt werden, bevor sie ausgestoßen werden. Die Nachbehandlung haben wir gemäß Euro VI mit einem NOx Minde­rungssystem nachrüsten lassen, so dass wir den Stickstoffdioxidausstoß auf Euro-VI-Niveau deutlich reduziert haben“, erklärt Dreps. Damit weist die Essener Busflotte ab Juni 126 Busse mit dem umweltfreundlichen Euro VI Standard aus. In Mülheim werden aktuell 16 Busse mit EVV-Standard auf die Euro VI Norm umgerüstet. Nach Umrüstung weist die Mülheimer Bus­flotte damit 44 Busse mit dem umweltfreundlichen Euro VI Standard aus. Im Regeleinsatz des Mülheimer Fahrplanangebots wird die Ruhrbahn bereits Ende 2019 zu 100 Prozent auf Euro VI Standard umgestellt haben, in Essen wird dies spätestens im Jahr 2022 der Fall sein.

Autor:

Lokalkompass Essen-Süd aus Essen-Süd

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