50 Jahre JZE- doch der Abriss hat begonnen... Teilen Sie uns Ihre Erinnerungen mit!

In ca. 4 Wochen werden die Außenmauern des JZE mit dem Bagger Stück für Stück abgerissen. Von einer Sprengung wird abgesehen. Alte Abrissbirnen kommen inzwischen auch nicht mehr zum Einsatz.
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  • In ca. 4 Wochen werden die Außenmauern des JZE mit dem Bagger Stück für Stück abgerissen. Von einer Sprengung wird abgesehen. Alte Abrissbirnen kommen inzwischen auch nicht mehr zum Einsatz.
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Viele Erinnerungen hängen am Jugendzentrum Papestraße. Hier wurde gefeiert und gesungen, es war ein Ort der Begegnung und Gemeinschaft. Nun haben die Abrissarbeiten begonnen...

Man mag es Ironie nennen: Genau nach 50 Jahren wird mit den Rückbauarbeiten angefangen. Im Januar 1964 wurde das Gebäude an der Papestraße 1 eröffnet, ab sofort sprach alles nur noch vom JZE, kamen in den 50 Jahren doch Größen wie Künstlerin Anneliese Rothenberger und Autoren wie Nobelpreisträger Günter Grass zur Papestraße.
Besonders bitter: Die Einrichtung wurde von den Jugendlichen gut angenommen und war bald über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, nicht zuletzt auch durch das jährliche Fest „Tanz die Trommel“.
Wie es in einem Jugendzentrum sein sollte, wurden die Veranstaltungen von den Kids und Jugendlichen zum Teil sogar selbst organisiert.
In dieser Woche- genau 50 Jahre später- wurde nun der Startschuss gegeben für den Abriss.
Vor Ort erklärten Simone Raskob, Geschäftsbereichsvorstand Umwelt und Bauen, sowie Harald Greupner, Bauleiter der Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH, wie die Abrissmaßnahmen vonstatten gehen sollen.
„Wir haben es hier mit einem sogenannten typischen Kind seiner Zeit zu tun“, berichtete Simone Raskob. Denn das Gebäude sei innen voller Asbest und PCB, die zu damaligen Zeiten noch im Bau genutzt wurden. „Deswegen kann es auch nicht einfach so abgerissen werden.“ Kontrolliert würde nun mit den Rückbauarbeiten begonnen, vorerst im Inneren des Komplexes.
Viel zu tun gibt es da allemal, denn man hat es hier mit rund 3.700 Quadratmetern bebauter Fläche zu tun. Rund 12.000 Quadratmeter umfasst das gesamte Grundstück. „Das Gebäude wird bis zur Unterkante der Kellerdecke abgebrochen, spätestens Ende April ist der Komplex weg“, so Bauleiter Harald Greupner.
Insgesamt werden rund 8.000 Tonnen Bauschutt abgetragen und recycelt. Da der Keller nicht einfach so offen verbleiben kann, soll dieser mit Recyclingmaterial verfüllt werden.
1,5 Millionen wird der Abriss kosten. Damit wird vollendet, was von langer Hand geplant war, denn im Jahre 2010 wurde vom Rat die Aufgabe des JZE beschlossen. Zu hoch war der Sanierungsbedarf, unwirtschaftlich eine Instandsetzung des Gebäudes.

1,5 Millionen Euro wird der Abriss verschlingen

Ein neues Zuhause musste her für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen und die vielen Künstler, die die Veranstaltungen im JZE bereicherten. Das stieß nicht nur den Jugendlichen bitter auf, doch alle Demonstrationen, Sitzstreiks und Unterschriftenlisten halfen nicht. Geschlossen wurde das JZE im Juni 2011.
Alternative aber kein Ersatz ist seitdem die Weststadthalle an der Thea-Leymann-Straße 23. Räumlich nicht allzu weit entfernt gab es von diesem Zeitpunkt an dort Veranstaltungen für die Jugend.
Etabliert hat sich hier vor allem der Poetry Slam; Auftritte von lokalen Bands kommen gut an. Ob die Weststadthalle allerdings als Veranstaltungsort in die Fußstapfen des JZE treten wird, bleibt abzuwarten. Denn Musikerkarrieren wie die von Franz Zappa, Herbert Grönemeyer, oder Klaus Lage hatten ihre Anfänge im Jugendzentrum oder waren dort zu Besuch.
Wermutstropfen gibt es sicherlich, wenn es auch an die Außenmauern des ehemaligen JZE geht. Denn hinterher ist sicher nichts mehr zu sehen, von der Heimatstätte für viele Jugendliche und heutige Erwachsene...

Wir suchen Ihre Erinnerungen!

Mit dem Jugendzentrum an der Papestraße sind viele Erinnerungen verknüpft. Manche sind mit ihrer Band das erste Mal dort aufgetreten oder haben bei einer Jugenddisco den ersten richtigen Kuss bekommen.
Selbst Politiker wie Gustav Heinemann suchten in der Papestraße den Dialog mit der Jugend.
Später gab es nicht nur Angebote für Jugendliche, sondern verstärkt wurden auch kleinere Kinder in das Programm mit einbezogen.
Welche Erinnerungen sind Ihnen zum JZE besonders im Gedächtnis geblieben? Was fanden Sie besonders schön am JZE, welche Veranstaltung werden Sie vielleicht nie vergessen?
Lassen Sie uns und unsere Leser teilhaben an Ihren Erinnerungen und schreiben Sie uns eine E-Mail an:

redaktion@suedanzeiger-essen.de oder einen Brief an: SÜD ANZEIGER, Bert-Brecht-Straße 29, 45128 Essen.

Sie haben noch alte Fotos vom JZE in Ihren Kindertagen? Dann bringen Sie sie uns vorbei. Wir veröffentlichen Ihre Geschichten und Fotos gerne!
Hier können Sie ihre eigene kleine Geschichte mit Foto auch direkt hochladen!
Fotos: Markus Decker

Autor:

Silvia Decker aus Emmerich am Rhein

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