Ausstellung mit Eva Schramm und Reiner Madena wurde im Kunstraum Notkirche eröffnet
Ein Dialog in Holz

Eva Schramm und Reiner Madena präsentieren bis 24. April ihre Holzskulpturen und -Objekte in der Ausstellung "Im Dialog" im Frohnhauser Kunstraum Notkirche.
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  • Eva Schramm und Reiner Madena präsentieren bis 24. April ihre Holzskulpturen und -Objekte in der Ausstellung "Im Dialog" im Frohnhauser Kunstraum Notkirche.
  • Foto: Debus-Gohl
  • hochgeladen von Frank Blum

Ausstellungen im Frohnhauser Kunstraum Notkirche, Mülheimer Straße 70, haben eine lange Tradition. "Dies ist betreits die 110. Ausstellung", so Pfarrer Werner Sonnenberg, Kurator der Ausstellung "Im Dialog", die am Sonntag eröffnet wurde. "Dennoch ist es eine Premiere. Denn die beiden Künstler Eva Schramm und Reiner Madena, die ihre Holzskulpturen präsentieren, haben noch nie gemeinsam ausgestellt."

Durch Verbindungen im gemeinsamen Freundeskreis der beiden lernten sich die Künstler kennen und die Idee einer gemeinsamen Ausstellung im Kunstraum Notkirche wurde vor zwei Jahren geboren.
Die Atmosphäre für die 30 Holzskulpturen und -Objekte könnte nicht besser sein. Hat doch auch Kirchenarchitekt Otto Bartning, der vor rund 70 Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg im Rahmen des Notkirchenprogramms auch die Frohnhauser Notkirche entstehen ließ, darin reichlich Holz verarbeitet.
"Nach den vor allem in Stahl geführten Materialschlachten des 1. Weltkrieges sah Bartning Holz als Friedenszeichen, als intimen Freund des Menschen an", so Thomas Ifland, der für das Marketing der Kreuzeskirche verantwortlich zeichnet und in das Werk der Künstler einführte. "Beide sind Autodidakten, haben sich jedoch in den Jahren ihres künstlerischen Schaffens ein fundiertes Hintergrundwissen angeeignet. Während Eva Schramm aus dem Essener Südviertel auch als Sozialpädaogin tätig war, ist Reiner Madena aus Sievern in Norddeutschland viele Jahre als Kapitän zur See gefahren."
Es war ein intensiver Dialog, der der Ausstellung voraus ging: Im Freundeskreis, zwischen den Künstlern, zwischen den Künstlern und dem Kurator Werner Sonnenberg. Und nun also zwischen den Kunst-Interessierten, die trotz mächtigem Sturmtief "Eberhard", das für rund 200 Feuerwehr-Einsätze am Tag der Vernissage in der gesamten Stadt sorgte, den Weg in den Kunstraum Notkirche nicht gescheut hatten.
"Ich freue mich über die zahlreichen Gäste an diesem stürmischen Abend", so Pfarrer Werner Sonnenberg. "Und natürlich auf einen intensiven Dialog über die Holzskulpturen, die bis zum 24. April, also noch bis nach Ostern, bei uns zu sehen sein werden."
Seit über einem Vierteljahrhundert bietet der Kunstraum Notkirche Kunstschaffenden ein Forum, ihre Werke einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. "Gleichzeitig ist dies eine gute Möglichkeit, Kunst und Kirche miteinander zu verbinden, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen", so Pfarrer Werner Sonnenberg, Kurator des Kunstraums Notkirche.
Holzwerkerin Eva Schramm fühlt sich eng mit dem Werkstoff Holz verbunden: "Holz ist ein lebendiges Material. Für meine Arbeiten verwende ich überwiegend frische, einheimische Hölzer. Ob Weide, Buche, Goldregen, Erle oder Pflaume, ich weiß aus welchem Garten oder Wald die Bäume stammen. Oft lasse ich mich von der Struktur und dem Wuchs der Hölzer bei der Gestaltung meiner Objekte leiten. Auf diese Weise entstehen individuelle Stücke unterschiedlicher Größe mit eigener Geschichte - jedes für sich ein Unikat."
Und Bildhauer Reiner Madena erzählt: "Ende der siebziger Jahre, inspiriert durch einen polnischen Künstler, habe ich mit der Flachbildschnitzerei begonnen. Es entstanden viele, fast dreidimensionale Reliefs. Seit 1995 arbeite ich in der Holzbildhauerei und Outdoorkunst. Aus Überzeugung als Autodidakt. Das gibt mir die Freiheit, ohne Grenzen und diktierte Zwänge, meine Kreativität und mein künstlerisches Schaffen immer wieder neu auszuloten. Am Anfang steht für mich die Idee für eine Skulptur. Dazu inspirieren mich meine Begeisterung für die Natur, die Liebe zu den Menschen und meine Beobachtungsgabe. Ich bearbeite am liebsten Holz, egal von welcher Art, denn es vermittelt mir das Gefühl - was eben kein anderes Material kann - es sei etwas natürlich Gewachsenes."
Für einen stimmungsvollen musikalischen Rahmen sorgte während der Vernissage Jörg Dalitz mit seinem Instrument, dem Didgeridoo. Und auch da gibt es eine Verbindung zum Holz. Denn: Im traditionellen Zusammenhang wird das Didgeridoo der nordaustralischen Aborigines meistens aus einem von Termiten ausgehöhlten Stamm lokaler Eukalyptusarten gefertigt.

Infos:
Die Ausstellung kann dienstags bis donnerstags von 10 bis 17 Uhr, freitags und samstags von 10 bis 13 Uhr, sonntags von 12 bis 13 Uhr sowie nach vorheriger Vereinbarung mit Werner Sonnenberg, Telefon 0201 740788, besichtigt werden.
Dank einer Förderung durch die Allbau-Stiftung ist der Eintritt frei.

Alle Fotos: Renate Debus-Gohl

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