Das Paradies mit Männern und Frauen

Was hängt denn da auf der Balustrade...Fotos Schattberg
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Hochkonjunktur auf Essener Pracht-Parzelle…!

Ach ja, den paradiesischen Garten von Vera und Alois Ilas, Essen-Altendorf, kennen Sie mittlerweile. Wir berichteten darüber. Immer wieder passiert in dem Wundergarten Unglaubliches. In der Luft, auf dem Boden – mit viel Liebe, Lust. Klar, ohne Männchen und Weibchen wär nix los. Kein tolles triebhaftes Treiben. Ohne Bienchen und Blümchen „tote Hose“. Doch die Früchtchen verlangen stets nach mehr…

Die Traum-Ilas-Idylle liegt geschützt hinter einer Ligusterhecke. Bei Eintritt bilden Spalier jungfräulich unschuldsweiße Callas…

Hinter blühenden Kartoffelreihen locken gehäufelte Spargel-Beete nicht nur mich an - auch zwitschernde Spatzen. Eine Spargelspitze erblickt soeben das Licht der Welt – ein Spatz kratzt eifrig Boden frei, badet sich neben dem „Spargelspätling“. „Am 24. Juni ist Ende“, seufzt Alois.

Es ist schwül warm. Doch Vera und Alois sorgen für ‚ne Überraschung. Einige Meter weiter: Lauschig kühl, mit musikalischer Untermalung – Bienensummen. Die haben aber keine Augen für uns sondern düsen zielträchtig auf ein weißes und gelbes Blütenmeer. Die Blüten strecken ihre Köpfe nach unten, damit Bienen, Hummeln flugs eindringen. Große Blätter, dicht an dicht, schaffen das schattige Naturdach. Armdicke, verknorpelte Äste tragen in Kürze Zentnerlasten. Welche denn?

Verschmitztes Lächeln von dem irdischen Paradies-Paar. „Schon immer wollten wir Kiwis haben. Wälzten Kataloge. Doch ob die Früchte auch bei uns wachsen?“Pause. „Früher fuhr ich oft nach Turin. Dort sah ich viele Kiwis. Das Klima ist ähnlich wie hier", weiß der 76-Jährige.

Prompt kauften sie vor 25 Jahren einige Jungpflanzen. Die meisten Kiwi-Sorten sind zweihäusig. Heißt, jede Pflanze trägt entweder nur weibliche oder nur männliche Blüten. Was jetzt? Deshalb sind zur Befruchtung mindestens eine männliche und eine weibliche Kiwi Pflanze nötig. Mensch Männer! Brauchen weibliche Nähe! Dann rucki zucki. Eine männliche Pflanze kann bei nicht zu weitem Pflanzabstand bis zu sieben weibliche Pflanzen befruchten…Die brauchen viel Wasser; einen windgeschützten, warmen Standort.

„Dann ging’s nach 4-5Jahren los. Im ersten Jahr zählten wir 165 Früchtchen, ein Jahr später 2.500! Danach zählten wir nicht mehr“, bestätigt die 73-Jährige.
Diese tollen Kiwis – totale Vitamin C-Bomben, verzehrt man zwei am Tag, hat man als Erwachsener seinen täglichen Vitamin C-Bedarf von 100 Milligramm fast schon gedeckt,
haben ja quasi den Himmel auf Erden bei den Ilas. Die vielen Früchte brauchen jedoch Stützen.

Der agile Alois baute zuerst aus Holz eine Pergola. „Die wird schnell faul unter dem Gewicht. Beim Zusammenkrachen hast du den ganzen Salat.“ Die Lösung: 7-8 Metallrohre mit Verstrebungen; dann Bohren, Schweißen, Schrauben! Für das handwerkliche Genie eine Kleinigkeit. „Alles steckt auf Betonklötzen.“

Woher kommen die Bögen in die Rohre? „Mit einem dicken Hammer, zwei Holzklötzen, immer drauf klopfen. Alles Handarbeit!“ Die Streben sind die Stabilität-Garantie. Und die Konstruktion von Alois zieht mit Zauberkraft Gärtner an. Denn der Tüftler rechnete Stärken aus - auch für Schneelasten.

Was macht man mit den Massen Kiwis? „Wir lagern sie. Verschenken sie an Freunde. Machen Marmelade. Keine wird weggeworfen.“

Dafür machen Bienen, Hummeln hier Überstunden. „Die sind immer fleißig. Sonst geht nichts“, bestätigt Vera. „Wir pflanzten deshalb viele Blumen. Das Blühen beginnt ganz früh im Jahr mit Schneeglöckchen, Christrosen, Winterlingen…Im Herbst locken Astern, Cynien, Tagetis, Studentenblumen... Unser Garten ist immer wunderschön in Blüte“, fächert Vera auf. Und die Kiwis lachen sich nen Lenz auf den grün bemalten Stangen bis zum Frost; vertragen fünf Grad minus. Die angestrahlte Balustrade sieht sodann aus wie ein Weihnachtsbaum. Mitte Dezember aber - hopp ins Lager-„Bettchen! Zärtlich wird jede einzelne Kiwi hingelegt von Vera. Jahrestriebe werden nun gekürzt, geschnitten, gebunden – von Alois.

Ade? Nö, bald erwarten die Ilas Nachwuchs. Haarlose Weikes… Bis später!

Autor:

Ingrid Schattberg aus Essen-West

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