Neue Runde des Kunstprojektes mit Erweiterung des Konzeptes
„Art Destruction to Art Protection“

Bestatter Dirk Blum, Künstler Hermann J. Kassel, Fotograf Uwe Jesiorkowski und Künstlerin Claudia Lüke stellten die nächste Runde ihres Projektes "Art Destruction to Art Protection" vor. Dabei spielte der grüne Sarg eine Rolle, aber auch die an den Wänden hinter den Protagonisten zu sehenden Masken, die aus der zerstörten Kunst entstanden sind.
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  • Bestatter Dirk Blum, Künstler Hermann J. Kassel, Fotograf Uwe Jesiorkowski und Künstlerin Claudia Lüke stellten die nächste Runde ihres Projektes "Art Destruction to Art Protection" vor. Dabei spielte der grüne Sarg eine Rolle, aber auch die an den Wänden hinter den Protagonisten zu sehenden Masken, die aus der zerstörten Kunst entstanden sind.
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Die Pandemie zwingt auch die Kunst neue Wege des Schaffens zu gehen und das brachte die Gelsenkirchener Künstlerin Claudia Lüke und den Fotografen Uwe Jersiokowski auf die Idee zum Projekt „Art Destruction to Art Protection“ (der Stadtspiegel berichtete). Nun wird das Konzept erweitert und führt zu Begegnungen unter dem Motto „AD2AP trifft 2...“.

Den Auftakt dieses erweiterten Veranstaltungskonzeptes bestritten in dem leerstehenden Ladenlokal an der Hauptstraße 17, in dessen Schaufenster seit einigen Monaten Exponate, eine Filmsequenz und mehr des Projektes „AD2AP“ zu sehen sind, der Bestatter Dirk Blum und der Künstler Hermann Kassel. Gemeinsam standen die beiden Protagonisten für Fragen bereit.
Im ersten Schritt des Projektes ging es um die Kunstzerstörung. Diese wird sichtbar, wenn Lüke ihre Leinwände, in Vorwegnahme der Auswirkungen der Krise, zerschneidet. Der Zerstörung folgt die Umdeutung und Sichtbarmachung: Aus zerstörter Kunst werden Mundschutzmasken, die, in alle Welt versandt, eine breit gefächerte Kunstszene zeigen.
Zerstörung macht sichtbar vor allem dann, wenn Uwe Jesiorkowski in seinen besonderen Porträts den Blick auf jene Menschen lenkt, die für eine funktionierende Gesellschaft sorgen. Er stellt mit markanten Personen wenig wertgeschätzte Berufsgruppen in den Fokus. Zeitlich markiert mit den „Kunstmasken“ lenkt er den Blick auf sie und gibt Anlass, über ihren Stellenwert auch in Nicht-Krisenzeiten nachzudenken.
Mit Hermann Kassel und Dirk Blum ist es Lüke und Jesiorkowski gelungen, zwei herausragende Persönlichkeiten in dieses Konzept einzubinden und es auf spannende Weise zu erweitern.
Mit Hermann Kessels Ergänzung auf der Fensterfläche zum Thema „Ich bin wertvoll“ erhält die Ausstellung einen neuen Akzent, da dieses „Etikett“ die eigene Wahrnehmung und Aufmerksamkeit noch einmal zu verändern vermag. Die Arbeit liefert zusätzlichen Anlass zu Diskussionen und Reflexionen über Wertschätzung gegenüber Menschen in unserer Gesellschaft.
Denn Kessel erklärt: „Ich wünsche mir einen bundesweiten runden Tisch, an dem über systemrelevante Berufe diskutiert wird. Denn in unserer Gesellschaft wird Verantwortung auch für andere viel zu selten gepflegt. Darum erinnere ich mit meinem hier gezeigten Werk an den Artikel 1 des Grundgesetzes: Die Würde des Menschen ist unantastbar.“
Dirk Blum ist Vorsitzender des Stadtverbandes der Bestatter und einer der von Lüke und Jesiorkowski Porträtierten. Als Bestatter gehört er zu einer Berufsgruppe, die aus der öffentlichen Wahrnehmung ausgeschlossen ist, da der Tod, als unweigerlicher Bestandteil des Lebens, in unserer Gesellschaft ausgeklammert wird. Die Ausstellung bringt ihn und seinen Beruf in Berührung mit der Öffentlichkeit, die sich aktuell häufiger mit den Fragen von Sterben und Tod beschäftigen muss und angewiesen ist auf professionelle Betreuung.
Passend zu Dirk Blums Begegnungstermin brachte er einen grünen Sarg mit regenbogenfarbenen Griffen mit, der allein schon zu Gesprächen anregte. Dabei war zu erfahren, dass der grüne Sarg gar nicht so ungewöhnlich ist, wie man meinen könnte. „In der Schreinerei, die ich entdeckt habe, werden auch Särge in Puderrosa, Kardinalrot oder Himmelblau geschaffen. Und warum auch nicht? Dem Leben zugeordnet ist auch der Tod, und gerade in Corona-Zeiten werden wir häufig mit dem Tod konfrontiert. Auch wenn das Thema Sterben ansonsten eher verpönt ist und nicht gern in der Nähe der Menschen gesehen wird, gehört es dazu“, schildert der Bestatter, dessen lebensfrohe Art beeindruckend daher kommt.
Mit Hilfe eines Films, der in den sozialen Medien zu sehen sein wird, hoffen die beiden Gelsenkirchener nun von Museen, Galerien und ähnlichem eingeladen werden, zu weiteren „AD2AP trifft 2...“-Begegnungen.

Bestatter Dirk Blum, Künstler Hermann J. Kassel, Fotograf Uwe Jesiorkowski und Künstlerin Claudia Lüke stellten die nächste Runde ihres Projektes "Art Destruction to Art Protection" vor. Dabei spielte der grüne Sarg eine Rolle, aber auch die an den Wänden hinter den Protagonisten zu sehenden Masken, die aus der zerstörten Kunst entstanden sind.
Hermann J.Kassel „stempelt“ eine Fensterfläche der Ausstellung mit seinem Slogan „Ich bin wertvoll“, den er anlässlich seiner Arbeiten rund um das Thema Menschenwürde entwickelt hat.
Autor:

silke sobotta aus Gelsenkirchen

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