Kinder und Jugendliche der Awo-Jugendgruppe stehen wieder einmal vor der Filmkamera
„Der sagenhafte Bergbau“

Gedreht wird beinahe immer in Gelsenkirchen, so wie hier an der Begegnungsstätte Haverkamp, die auch einen tollen Keller zu bieten hatte für die Bergwerk-Szenen. Das Foto zeigt das jugendliche Filmteam mit Filmemacher und Kameramann Wayne Graves und Regisseurin Cirsten Piduhn.
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  • Gedreht wird beinahe immer in Gelsenkirchen, so wie hier an der Begegnungsstätte Haverkamp, die auch einen tollen Keller zu bieten hatte für die Bergwerk-Szenen. Das Foto zeigt das jugendliche Filmteam mit Filmemacher und Kameramann Wayne Graves und Regisseurin Cirsten Piduhn.
  • Foto: Gerd Kaemper
  • hochgeladen von silke sobotta

Schon sechs Mal feierten junge Darsteller und Filmassistenten die Premiere eines von ihnen unter Anleitung des Gelsenkirchener Medienunternehmens Quest Media & Entertainment Services die Premiere eines Kinofilms. Das anstehende siebte Projekt musste den Corona-Vorgaben angepasst werden, aber beinahe täglich fällt die Klappe für neue Szenen, die im Kasten oder besser der Kamera landen. Und die jungen Leute sind mit Feuereifer vor und hinter der Kamera dabei.

Ermöglicht wurde das diesjährige Filmprojekt durch die Unterstützung der Gelsenkirchener Firma Kelta Gmbh, die in Sachen Sprinkleranlagen und Behälterbau tätig ist. Und so haben wieder 25 Darsteller, unter denen sich auch sieben Erwachsene befinden, und natürlich die Helfer hinter und rund um die Kamera die Chance, ihr schauspielerisches oder technisches Können unter Beweis zu stellen. Und das mit Maske, wenn die Kamera nicht gerade läuft, aber immer mit Abstand und unter Einhaltung der Hygieneregeln.

Die Thematik des siebten Spielfilms

Wie der Titel schon verrät geht es dieses Mal um den „sagenhaften Bergbau“. Dabei wird es märchenhaft, aber nicht entrückt, sondern vielmehr am Zeitgeschehen und den Problemen unserer Zeit orientier. Es geht es um Vielfalt, die man hier im Ruhrgebiet nicht zuletzt durch den Bergbau ja schon lange kennt, und das Miteinander, wie es die Bergleute gepflegt haben.
Im Mittelpunkt des Films stehen drei Jugendliche, die sich in ihren Leben wie Schattengestalten in der Gesellschaft fühlen. Die gemobbten und ausgegrenzten Schüler schließen Freundschaft, um sich gegenseitig zu helfen.
Als im Unterricht das Thema Bergbau und Bergbaulegenden behandelt wird, schildert eine der Jugendlichen ihren Freunden eine Geschichte, die ihr Großvater über einen Kobold im Bergwerk erzählt hat. Darin heißt es: Wer einen Kobold fängt, der hat einen Wunsch frei.
Das bringt die drei Freunde auf die Idee in der Nacht in ein Bergwerk einzubrechen und sogar einen Koboldzu fangen. Ihr Wunsch lautet: Sie möchten jemand anderer sein. Was sie nicht bedenken ist, dass sie auch wenn sie ihre Gestalt ändern, tief im Herzen sie selbst bleiben.
Drei Tage lang schlüpfen sie so in die Leben verschiedener Mitschüler und lernen deren Umfeld kennen. Am Ende stellen sie fest, dass sie so wie sie sind eine Bereicherung für die Gesellschaft und ganz besondere Menschen sind.

Drehbuch ist ständig im Fluss der Veränderung

„Die Szene, die wir heute drehen, haben wir erst letzte Nacht geschrieben. Gestern haben wir das gute Wetter genutzt und bis um 22 Uhr gedreht und so mussten wir improvisieren“, schildert Regisseurin Cirsten Pidun lächelnd. Ihr Mann Wayne Graves schreibt das Drehbuch auf englisch und sie übersetzt es und versucht es in Jugendsprache zu bringen. Normalerweise erhalten die Darsteller ihre Texte drei Tage vor dem Dreh, aber die Not macht manchmal erfinderisch.
„Allerdings ist die Sprache der Jugend heute manchmal eine andere als zu meiner Zeit. Aber die Jugendlichen bringen sich mit ein und entwickeln auch selbst Ideen, wie es weiter gehen soll. Das fließt dann immer mit ein in das Drehbuch“, erklärt die Regisseurin.
Die Kostüme wurden in Form einer kleinen Modenschau aus den Beständen der Darsteller ausgewählt. „Einzig das 80er-Jahre-Outfit der Hauptdarstellerin musste gekauft werden. Sie legt auch großen Wert darauf, dass sie niemand damit auf der Straße sieht“, lacht Pidun.

Die Premiere ist wegen Corona noch fraglich

Bis Mitte September sollen die Dreharbeiten abgeschlossen sein. Da erst später in den Ferien damit begonnen werden konnte, wird es nach den Ferien noch an den Wochenenden weiter gehen müssen. Aber im September fällt die letzte Klappe zum dem 45-minütigen Film.
Wie es dann weiter geht, weiß man im Moment noch nicht, wie Carolin Plöger, die Ansprechpartnerin der Jugendgruppen der Awo, schildert. „Auf jeden Fall wird es aber für jeden Beteiligten eine DVD geben. Wir haben bisher immer DVDs der Filme erstellt und stellen diese auch gern Schulen und anderen Institutionen und Organisationen zur Verfügung, weil es ja immer um ernsthafte Hintergründe ging bei den Filmen. Zuletzt in „Missfits“ zum Beispiel ging es um Respekt statt Rassismus. Darum eignen sich die Filme auch für den Schulunterricht“, erläutert Plöger.
Trailer zum aktuellen Film, aber auch zu „Missfits“ kann man sich auf der youtube- und facebook-Seite der Awo jederzeit ansehen. Wer eine DVD der bisherigen sechs Spielfilme ausleihen möchte, kann sich an Carolin Plöger unter Telefon 4094142 oder per E-mail an quartiersarbeit@awo-gelsenkirchen.de wenden.
„Bisher war es immer so, dass die Jugendlichen auch an der Premiere beteiligt waren. Sie haben dabei moderiert, Karten abgerissen, Plätze zugewiesen und vieles mehr. Das alles wird in diesem Jahr nicht möglich sein. Aber wir hoffen trotzdem, dass wir den Film in der Awo-Begegnungsstätte werden zeigen können“, hofft Carolin Plöger für die jungen Schauspieler und die Filmcrew.

Gedreht wird beinahe immer in Gelsenkirchen, so wie hier an der Begegnungsstätte Haverkamp, die auch einen tollen Keller zu bieten hatte für die Bergwerk-Szenen. Das Foto zeigt das jugendliche Filmteam mit Filmemacher und Kameramann Wayne Graves und Regisseurin Cirsten Piduhn.
Regisseurin Cirsten Piduhn erläutert den jungen Darstellern die nächsten Szenen. Denn der Rollentausch der drei Freunde in die Körper der anderen muss ja auch für die Zuschauer deutlich und schlüssig werden. So muss sich der „Gemobbte“ nun die Gestik und Bewegungen des „Mobbers“ aneignen, um den „Körperwechsel“ deutlich zu machen. Da gehört schon etwas Talent dazu.
Autor:

silke sobotta aus Gelsenkirchen

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