Die Erinnerung an den Bergbau erhalten
Die Bergbausammlung Rotthausen trägt ehrenamtlich dazu bei

Karlheinz Rabas nahm stellvertretend für die Ehrenamtlichen der Bergbausammlung Rotthausen den Förderbescheid über 9.500 Euro aus den Händen des Regionalbotschafters der NRW-Stiftung Jürgen Drexler entgegen. Den Ideen zur weiteren Entwicklung der Bergbausammlung sind nun wieder einige Grenzen genommen.
  • Karlheinz Rabas nahm stellvertretend für die Ehrenamtlichen der Bergbausammlung Rotthausen den Förderbescheid über 9.500 Euro aus den Händen des Regionalbotschafters der NRW-Stiftung Jürgen Drexler entgegen. Den Ideen zur weiteren Entwicklung der Bergbausammlung sind nun wieder einige Grenzen genommen.
  • Foto: Gerd Kaemper
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Rotthausen liegt inmitten des ehemaligen Rheinisch-Westfälischen Kohlenbezirks, dem einst größten Kohlenrevier auf dem europäischen Festland. In der Hochzeit des Kohlebergbaus befanden sich in einem Kreis von nur 6 km Durchmesser um den Standort der heutigen Bergbausammlung Rotthausen 27 Bergbauschächte.

Diese geschichtlichen Tatsachen bewegten im Jahr 2002 einen Kreis Ehrenamtler um Diplom-Ingenieur Karlheinz Rabas dazu, die Bergbausammlung Rotthausen aus der Taufe zu heben. Auch wenn die Ursprünge bereits bis ins Jahr 1976 zurück gehen, entwickelte sich die Bergbausammlung in den letzten 16 Jahren zu dem, wie man sie heute kennt.
Das Engagement der zumeist ehemaligen Bergleute um den Leiter der Sammlung Karlheinz Rabas wurde nun durch eine Förderzusage der NRW-Stiftung belohnt. Eine Summe von 9.500 Euro wurde von der Stiftung für die Erweiterung der Ausstellung in Aussicht gestellt, um den Tagesablauf eines Bergmanns durch verschiedene Exponate und räumliche Darstellungen lebendig zu halten.

Schon jetzt kann man als Besucher der Bergbausammlung Einblicke in das Leben der Kumpel erfahren, wenn man durch die „Küche“ geht, die Lampenstube betrachtet und die Kaue in Augenschein nimmt. Im Keller des Hauses an der Belforter Straße 20 fühlt man sich in einen Unter-Tage-Stollen versetzt und nun sollen weitere Abteilungen folgen.
„Ich muss den Vertrag, der an die Förderzusage geknüpft ist, noch unterzeichnen und dann haben wir bis Ende 2020 Zeit, um das Geld zu verbauen. Natürlich haben wir schon eine Menge Ideen, denn die mussten wir ja auch in dem Antrag bereits darlegen“, freut sich Karlheinz Rabas, der als ehemaliger Bergmann natürlich bestens mit dem Leben eines solchen vertraut ist.

„Unsere nächsten Schritte gehen in Richtung der Ausbildung eines Bergmannes. Da geht es dann um Sicherungstechniken, bei denen natürlich auch die Dahlbuschbombe ins Spiel kommt, aber auch um die Kommunikations- und Vermessungstechnik, die die Bergmänner nutzen mussten. Ebenso sollen aber auch die bergmännischen Hobbies in Szene gesetzt werden. Und hier denken wir dann an die Tauben, denn fast jeder Bergmann war auch ein Taubenvater, und das Bier, das in Gelsenkirchen durch die Glückauf-Brauerei vertreten war“, schildert der Heimat- und Bergbau-Historiker Rabas.

Eine weitere neu ins Leben gerufene Abteilung soll auch die Rotthauser Industriegeschichte beleuchten. Denn die Ehrenamtler der Bergbausammlung sind in ihrem Herzen auch Rotthauser. Noch heute in Betrieb ist die Schraubenfabrik Friedberg, die inzwischen weltweit agiert. Auch der Wohnungsbau gehört schon seit langem zur Rotthauser Geschichte dazu, denn Bergleute wie auch andere Arbeiter sollten nahe ihrer Wirkstätte zu Hause sein und so blickt auch die Gesellschaft für Wohnungsbau GfW auf eine lange Geschichte zurück.

Und weil immer wieder Mittel fehlen, um Ausstellungsstücke besser präsentieren zu können oder zu erhalten, werden Karlheinz Rabas und seine Mitstreiter auch weiterhin an Förderanträgen feilen und mit viel Herzblut ihre Arbeit in der Erinnungskultur an den Bergbau in Rotthausen und darüber hinaus mit Leben zu füllen, damit auch nachfolgende Generationen ihn noch „erleben“ können.

Für Interessierte ist die Bergbausammlung an der Belforter Straße 20 dienstags von 14 bis 19 Uhr geöffnet sowie nach Vereinbarung unter Telefon 98 89 53 64 oder per E-Mail an info@bergbausammlung-rotthausen.de.

Autor:

Lokalkompass Gelsenkirchen aus Gelsenkirchen

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