Dirk Weiler als Njegus in charmanter Operette "Die lustige Witwe"

Musicaldarsteller Dirk Weiler (Mitte) steht als Njegus in der Operette "Die lustige Witwe" im Musiktheater im Revier auf der Bühne. Foto: Gerd Kaemper
  • Musicaldarsteller Dirk Weiler (Mitte) steht als Njegus in der Operette "Die lustige Witwe" im Musiktheater im Revier auf der Bühne. Foto: Gerd Kaemper
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Wenn der Njegus in einer Inszenierung von Lehars "Die lustige Witwe" singen, tanzen und schauspielern können soll, dann ist er mit Dirk Weiler perfekt besetzt: Am Freitag, 16. Dezember, 19.30 Uhr, kann man die Premiere des Klassikers mit dem Musicaldarsteller aus Essen im Musiktheater im Revier am Gelsenkirchener Kennedyplatz erleben.

Eigentlich war der ursprüngliche Njegus aus dem Jahr 1905 eine reine Sprechrolle. Doch weil Lehár zur Londoner Premiere 1907 für Njegus ein Couplet namens „Quite Parisian“ schrieb, gibt es auch dieses Lied für den Diener des Barons Zeta, das man, wenn man Dirk Weiler hat, natürlich einbaut.
"Als mich Sandra Wissmann gefragt hat, ob ich Lust hätte, diese Rolle zu übernehmen, war ich sofort begeistert", erinnert sich der Wahl-Essener Dirk Weiler. "Ich wollte schon immer mal in diesem wunderschönen Musiktheater im Revier spielen und die Rolle, die der Njegus in unserer Inszenierung übernehmen soll, hat mich sehr gereizt." Denn die Regisseurin sieht den oft als depperten Diener gezeigten Njegus mehr als den Conferencier des Stückes. "Das macht viel Spaß, ich darf ein bisschen die Fäden ziehen, bin aber natürlich trotzdem der komische Diener." Und er steppt und singt das Couplet... "Sicher", lächelt er, aber das sei nicht der Grund, warum man die Produktion nicht verpassen sollte. "Die Inszenierung versprüht so viel Charme, das ist es, was sie ausmacht. Sie hält die Balance zwischen Entstauben und allem, was man bei einer Operette sehen möchte. Mir gefällt der authentische Charme."

Alles, was man bei einer Operette sehen möchte

Für Dirk Weiler ist es die dritte "lustige Witwe": "Einmal war ich der Danilo in Brooklyn, da haben wir auf Englisch gespielt, und einmal habe ich es an einer Uni in New Jersey inszeniert, aber das ist lange her." Richtig erinnern kann er sich nicht und bei der Frage, welches seine Lieblingsszene in der Operette ist, denkt er lange nach. "Die Rosenknospen-Geschichte im Pavillon, die mag ich schon sehr", sagt er dann. "Und bei meiner eigenen Rolle machen besonders die komischen Szenen mit dem Baron, der von Joachim G. Maaß gespielt wird, viel Freude. Da kommt es vor allem aufs Timing an und was das angeht, haben wir uns von Anfang an gut verstanden. Überhaupt fühle ich mich sehr wohl hier, es herrscht eine tolle Atmosphäre in diesem Theater."
Während fast alle anderen Mitspieler auf der Bühne zum festen Ensemble des Musiktheaters gehören, ist Dirk Weiler als Gast dazugeladen. "Aber alle haben mich so nett aufgenommen, dass ich mich gar nicht als Gast fühle", lächelt der Künstler, der es genießt von zuhause aus mit dem Auto zur Arbeit fahren zu können. "Das hat man in meinem Job nicht so oft und das ist wirklich ein Privileg", sagt er und freut sich umso mehr, dass er auch bei der nächsten Musical-Produktion des Musiktheaters im Revier dabei ist. "Dann spielen wir die ´Linie 1`", verrät er voller Vorfreude.
Doch jetzt geht es zunächst in die Endphase der Proben für "Die lustige Witwe", damit Njegus/Dirk Weiler dann bei der Premiere am kommenden Freitag perfekt durch die Show führen kann...

"Die lustige Witwe" wird bis in den Juni hinein im MiR gespielt, die nächsten Termine sind nach der Premiere am Freitag am 23. und 25. Dezember, am 7., 8. 15. und 22. Januar sowie am 3., 10., 19. und 26. Februar. Karten gibt es unter Telefon 0209/4097200.

Zum INHALT

* Die lustige Witwe" Hanna Glawari ist nicht nur lustig, sondern auch steinreich. Sollte sie ihr vom Bankrott bedrohtes Heimatland Pontevedro verlassen, dann droht diesem der Bankrott. Deshalb verfolgt der pontevedrinische Gesandte die Witwe nach Paris, sein Plan: Sie darf keinen Franzosen heiraten, sondern es muss ein Pontevedriner sein...
* Im Auge hat er dafür Graf Danilo, der allerdings Hannas Jugendliebe ist und sie einst sitzen ließ, weil ein Onkel befand, dass sie nicht standesgemäß sei. Er will keinesfalls so erscheinen, als wäre er wegen ihres Geldes hinter ihr her und sie, die sie sowieso nichts von einer Geldheirat hält, hat nicht vergessen, dass er damals ging.
* Auf dem Ball der pontevedrinischen Botschaft begegnen sich Hanna und Danilo in der Absicht, sich niemals wieder aufeinander einzulassen. Ob das gelingt?

Autor:

Silke Heidenblut aus Gelsenkirchen

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