Das neue Projekt „Ückendorf ist für mich….“ von Andreas Paehge und Britta Thielen
YES Ückendorf gegen Leerstand

Der Startschuss zum Projekt fiel mit den ersten vier Bildern im Ladenlokal Bochumer Straße 132 am Samstag, 20. Februar. Aber was ist eigentlich Ückendorf für die beiden Projektgestalter? Andreas Paehge und Britta Thielen sind sich einig: „Ückendorf ist für uns der Kreativort Gelsenkirchens in unterschiedlichster Form.“ Fotos: Gerd Kaemper
  • Der Startschuss zum Projekt fiel mit den ersten vier Bildern im Ladenlokal Bochumer Straße 132 am Samstag, 20. Februar. Aber was ist eigentlich Ückendorf für die beiden Projektgestalter? Andreas Paehge und Britta Thielen sind sich einig: „Ückendorf ist für uns der Kreativort Gelsenkirchens in unterschiedlichster Form.“ Fotos: Gerd Kaemper
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Dem Ladenleerstand entgegenwirken, darauf aufmerksam machen und im besten Fall neue Mieter/Pächter finden – das ist das Bestreben des Projektes „YES Ückendorf“ unter Federführung des Stadtteilbüros Bochumer Straße.

Passend zum Kreativquartier Ückendorf wollen Künstler mit ihren Werken die leerstehenden Fenster verschönern und zeigen, was das mit dem Straßen- und Stadtbild macht und wie kreativ und vielfältig Ückendorf als Stadtteil ist.
Aber wie füllt man ein Schaufenster? Was spricht Menschen auf der Straße an? Aus welchen Gründen sollte jemand ein Ladenlokal in Ückendorf übernehmen/eröffnen? Mit diesen Fragestellungen haben sich Andreas Paehge und Britta Thielen beschäftigt.
Wenn man etwas erneuern, verändern, verbessern möchte – so der Gedanke – dann muss man die Menschen kennenlernen, die in Ückendorf leben und/oder arbeiten. So haben sich die beiden auf ihrem Stadtteilspaziergang mit ganz unterschiedlichen Menschen unterhalten und vom Projekt erzählt. Dabei sind Portraitfotos von Menschen aus Ückendorf entstanden, die dem Betrachter auch in kurzen Sätzen erzählen, was Ückendorf für sie ganz persönlich ist.
Da ist zum einen Tom, ein Charakterkopf und Unikat (so die beiden Künstler), der ein Ladenlokal mit Trödel und Antiquiertem führt. Ückendorf ist für ihn ein zweites Standbein in diesem Stadtteil. Er findet, dass sein Ladenlokal sehr gut zum teilweise morbiden Charme Ückendorfs passt. Zu ihm kommen die Menschen aus dem Stadtteil, wenn sie eine Erinnerung suchen oder einen Einrichtungsgegenstand wie eine Filmleuchte.
Fast nebenan haben Maik und Tanja ihre Ideen umgesetzt mit der Halfpipe im Hinterhof, netten Events für jung und alt mit cooler Musik und dem Pilsken ausm Pott. Sie planten und bespielten das erste Festival im vergangenen Sommer am Wissenschaftspark. Kreative Ideen werden in der "107" ausgelebt und auch verkauft. Für sie ist Ückendorf Heimat.
Auf der anderen Seite Ückendorfs hat Pia sich durchgeboxt. Hier begann ihre Karriere als Boxerin. Mittlerweile betreibt sie mit ihrem Lebensgefährten das Studio Top Fit Sports und Wellness auf der Ückendorfer Straße. Für sie hat in Ückendorf alles begonnen, hier lebt und arbeitet sie immer noch und fühlt sich wohl, weil die Menschen hier offen, herzlich und ihr bekannt sind.
Ein wenig weiter hat Ismail seinen Kiosk Schalke – eine Institution im Stadtviertel für jung und alt – ob bunte Tüte oder die Zigaretten. Ückendorf mit diesem Kiosk bot ihm die Chance der Selbständigkeit. Für ihn ist Ückendorf Freiheit.
So unterschiedlich sind die Ansichten, warum Ückendorf als Stadtteil Gelsenkirchens liebens- und lebenswert ist. Darum finden alle, dass es eine Bereicherung wäre, wenn in den leeren Ladenlokalen wieder Leben einziehen würde – egal in welcher Form. Je mehr Möglichkeiten des Einkaufs, der Aktivität oder Kunst – je abwechslungsreicher und lebenswerter ist das Viertel für alle.
Mit ihrem Blick auf und ihrem YES zu Ückendorf möchten sie ermutigen, dass man sich umsieht. Hier gibt es vielfältige Möglichkeiten der Mitgestaltung und man kann seine Ideen einbringen, so sieht es Andreas Öser. Er ist aktiv im Tierschutz und kümmert sich um kranke Wellensittiche. Diese haben einen Blick in den neuen Garten der Begegnung, der aktuell entsteht und im Frühjahr auch (hoffentlich) für die Bewohner des Stadtteils oder Interessierte für seine Arbeit Raum für Begegnung, für die kleine Auszeit oder ein Miteinander bieten soll.

Die Köpfe hinter "Ückendorf ist für mich..."

Andreas Paehge ist unweit von Ückendorf im benachbarten Stadtteil Bulmke zu Hause und aktiv im Verein der Galeriemeile, der seine Heimat ebenfalls auf der Bochumer Straße hat. Er fotografiert seit vielen Jahren. Dies ist das erste Portrait-Projekt.
Unterstützt wird er von seiner Freundin Britta Thielen, die die Interviews führte und auf den eigenen Titel „Ückendorf ist für mich...“ gekommen ist. „Ückendorf ist lebendig und gestaltet sich gerade neu“, so die beiden.
„Da wollten wir einfach mitmachen. Uns haben die ersten Schritte so viel Spaß gemacht, dass wir weitere Menschen des Stadtteils portraitieren und interviewen und diese Reihe fortsetzen möchten.“ Wer also Interesse hat kann sich gerne melden.
Finanziert wird das Projekt durch die Stadterneuerung Gelsenkirchen, das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, Städtebauförderung von Bund, Ländern und Gemeinden sowie des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW.

Autor:

silke sobotta aus Gelsenkirchen

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