Landtagswahlen 2012

Heike Gebhard von der SPD.
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Der Stadtspiegel stellte drei Fragen an die Kandidaten aus dem Wahlkreis 74.

Für die SPD kandidiert Heike Gebhart im Wahlkreis 74. Ihre Schwerpunkte sind die frühe Förderung von Kindern und soziale Arbeitspolitik:

1. Die Themen Kinder und Bildung spielen im Wahlkampf eine große Rolle. Wo setzen Sie persönlich Schwerpunkte?
Bildungschancen von Kindern jeglicher Herkunft müssen früh gefördert werden durch: a) gezielte Hilfen für Familien und Kinder von Anfang an; b) einen weiteren Ausbaus der Kitaplätze für Kinder auch unter drei Jahren; c) die schrittweise Befreiung der Eltern von Kitabeiträgen bis der Besuch der Kita völlig beitragsfrei ist; d) längeres gemeinsames Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung; e) Verbesserung des Übergangs von Schule in den Beruf; f) Zugang zu den Hochschulen ohne Studiengebühren.

2. Was macht der Wahlkreis für Sie aus und wofür würden Sie sich als Interessenvertreter der Bürger für die Städte und Gemeinden einsetzen beziehungsweise was wollen Sie konkret verändern?
Gelsenkirchen zeichnet sich durch seine anpackenden Menschen aus, die trotz großen Arbeitsplatzverlusten die Lebensqualität der Stadt durch Ehrenämter weiter ausbauen und pflegen.
Statt Kürzung der Arbeitsmarktfördermittel braucht Gelsenkirchen die Förderung eines sozialen Arbeitsmarktes, da es für alle Beteiligten besser ist, Arbeit statt Arbeitslosigkeit zu finanzieren. Wir in Gelsenkirchen brauchen darüber hinaus eine Politik für gute Arbeit mit einem gesetzlichen Mindestlohn auch für Minijobs, mit gleichem Lohn für gleiche Arbeit für Männer und Frauen, ob als Stammbelegschaft oder Leiharbeitnehmer. Die Energiewende soll so vorangetrieben werden, dass Energie sicher und bezahlbar für die GelsenkirchenerInnen zur Verfügung steht.

3. Was unterscheidet Sie von den anderen Kandidaten?
Vermutlich bin ich die einzige Kandidatin, die seit 1972 ehrenamtlich in Gelsenkirchen arbeitet. Auch hat wohl keine(r), so wie ich, erfahren, was es heißt Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren, bzw. wie schwierig es ist, nach einer Familienphase als Mutter von 4 Kindern den Weg zurück in den Beruf zu finden.

Für die CDU geht Oliver Wittke in die Landtagswahl und seine Schwerpunkte sind die individuelle Förderung von Kindern und die Stadtentwicklung:
1. Die Themen Kinder und Bildung spielen im Wahlkampf eine große Rolle. Wo setzen Sie persönlich Schwerpunkte?
Wir brauchen eine optimale Förderung von Kindern, weil sie unsere Zukunft sind. Dazu gehören ausreichende Betreuungsangebote und ein Schulsystem, in dem jedes einzelne Kind individuell gefördert wird. Es ist ein Skandal, dass es in keinem anderen Bundesland weniger Plätze in der U3-Betreuung (Unter 3jährigen Betreuung) gibt als in NRW. Und weil Kinder als Erwachsene alle Chancen haben sollen, muss endlich mit der Schuldenmacherei Schluss sein!

2. Was macht der Wahlkreis für Sie aus und wofür würden Sie sich als Interessenvertreter der Bürger für die Städte und Gemeinden einsetzen beziehungsweise was wollen Sie konkret verändern?
Die Menschen sind das große Potenzial unserer Stadt: offen, ehrlich, gerade heraus! Für sie möchte ich mich stark machen, damit Gelsenkirchen wieder eine Lobby in Düsseldorf hat. Von 2005 bis 2010 haben wir viel erreicht: Ausbau der Horster Straße, Vorburg Schloß Horst, Stadtsanierung Tossehof, Neugestaltung der Domplatte Buer, Erler Marktplatz und vieles mehr. Die letzten zwei (rot-grünen) Jahre waren verlorene Jahre für unsere Stadt. Das muss sich wieder ändern.

3. Was unterscheidet Sie von den anderen Kandidaten?
Was mich unterscheidet, will ich nicht bewerten. Aber ich habe mich schon in der Vergangenheit als Oberbürgermeister, Bau- und Verkehrsminister und Abgeordneter mit sichtbaren Erfolgen für meine Heimatstadt eingesetzt. Diese Arbeit würde ich gerne fortsetzen. Daher bitte ich um das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler.

Barbara Oehmischen tritt für die Grünen an und setzt auf die Stärkung der Sozial- und Frauenpolitik:
1. Die Themen Kinder und Bildung spielen im Wahlkampf eine große Rolle. Wo setzen Sie persönlich Schwerpunkte?
Meine persönlichen Schwerpunkte sind die Sozial- und Frauenpolitik. Sie stellen für mich keinen Gegensatz zu den Themen Kinder und Bildung dar. Im Gegenteil - nur umfangreiche Investitionen in Bildung und Ausbildung - von der Kita bis ins Rentenalter- schaffen Grundlagen für ein zukünftiges Leben.

2. Was macht der Wahlkreis für Sie aus und wofür würden Sie sich als Interessenvertreter der Bürger für die Städte und Gemeinden einsetzen beziehungsweise was wollen Sie konkret verändern?
Gelsenkirchen ist für mich Rückkehr zu meinen Wurzeln. Im Ruhrgebiet bin ich aufgewachsen und zur Schule gegangen. Habe mich in jungen Jahren bereits in der Gewerkschaft (damals IG Metall) politisch engagiert.
Jetzt im Alter wünsche ich mir eine lebenswerte Stadt, die nicht ständig jeden Euro fünfmal umdrehen muss und immer die Sorge besteht, dass weiterer Kahlschlag in den Themen Familien- und Jugendarbeit sowie im kulturellen Bereich anstehen könnte.

3. Was unterscheidet Sie von den anderen Kandidaten?
Sich im Vergleich zu anderen selbst zu bewerten ist für mich schwierig. Was mich unterscheidet - ich bin Gewerkschafterin und ich bin Grüne.

Christoph Klug von der FDP setzt die Marke: Keine Neuverschuldung - Gelsenkirchen kann mehr!
1. Die Themen Kinder und Bildung spielen im Wahlkampf eine große Rolle. Wo setzen Sie persönlich Schwerpunkte?
Ich glaube das zentrale Thema ist die massive Verschuldung unseres Landes durch Rot-Grün. Die Menschen wollen keine Politik mehr, die uns in die Abhängigkeit der Finanzmärkte treibt und unsere Kinder und Enkelkinder noch massiver belastet. Das ist ja auch der Grund der Neuwahlen!
Naturlich ist auch die Bildung ein enorm wichtiges Thema. Wichtig ist, dass wir in NRW eine Schulvielfalt in der Bildung erhalten und die Ungleichbehandlung des Gymnasiums aufhört. Die Frühkindliche Betreuung muss weiter ausgebaut werden, damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert wird.

2. Was macht der Wahlkreis für Sie aus und wofür würden Sie sich als Interessenvertreter der Bürger für die Städte und Gemeinden einsetzen beziehungsweise was wollen Sie konkret verändern?
Gelsenkirchen ist meine Heimatstadt. Hier bin ich geboren und aufgewachsen. Unsere Stadt ist viel besser als ihr Ruf, obwohl wir natürlich einige wirtschaftliche Probleme haben. An der Verbesserung unseres Images müssen wir daher weiter arbeiten. Denn wir sind doch wer! Wir sind Hochschulstadt! Unsere FH hat einen hervorragenden Ruf. Sie wächst kontinuierlich und kann uns hier vor Ort helfen, die Alterung unserer Stadt zu verlangsamen, neue Arbeitsplätze zu schaffen und neue Impulse zu setzten.

3. Was unterscheidet Sie von den anderen Kandidaten?
Das sollen andere Leute beurteilen, vielleicht nur so viel: ich bin Unternehmer und kein Berufspolitiker. Und gegenüber anderen Kandidaten, glaube ich an die Freiheit und die Eigenverantwortung der Menschen. Ich bin gegen eine Bevormundung von oben! Ich traue den Bürgern, auch gerade in unserer Stadt erheblich mehr zu!

Bianca Thiele von Die Linke fordert als Schwerpunkte bessere Bildungschancen und Wohnungen für alle:
1. Die Themen Kinder und Bildung spielen im Wahlkampf eine große Rolle. Wo setzen Sie persönlich Schwerpunkte?
Wir fordern eine gebührenfreie Bildung, von der Kita (auch für unter drei-Jährige!) bis zur Hochschule, denn Bildung ist ein Menschenrecht und darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein.
Ebenso fordern wir Masterstudienplätze für alle Bachelor-AbsolventInnen; Hörsäle sind überfüllt, aber SPD und Grüne verweigern eine bessere finanzielle Ausstattung der Universitäten.
Wir setzen uns weiter ein für gemeinsames Lernen bis zur zehnten Klasse bei individueller Förderung, kleineren Klassen, voller Lehr- und Lernmittelfreiheit und gesunden, kostenfreiem Mittagessen.
Das Inklusionsgebot der UN-Behindertenrechtskonvention muss konsequent in allen Politikfeldern umgesetzt werden.

2. Was macht der Wahlkreis für Sie aus und wofür würden Sie sich als Interessenvertreter der Bürger für die Städte und Gemeinden einsetzen beziehungsweise was wollen Sie konkret verändern?
Gelsenkirchen ist eine Stadt, die von einem Strukturwandel betroffen ist. Eine Stadt mit Arbeitertradition, in der Menschen mit völlig verschiedenen kulturellen Herkünften friedlich miteinander leben und in der man es gewohnt ist, gemeinsam an einem Strang zu ziehen - und seit fünf Jahren mein neues Zuhause.
Doch die Stadt hat auch Probleme: Die Arbeitslosenquote liegt bei ca. 16 Prozent. Diese und viele mehr müssen angegangen werden. Zudem fordern wir ein Sozialticket für maximal 15 Euro.
Wohnungspolitik ist mir wichtig, denn auch gute und bezahlbare Wohnungen sind ein Grundrecht!

3. Was unterscheidet Sie von den anderen Kandidaten?
Von anderen KandidatInnen unterscheidet mich, dass ich keine „abgebrühte Berufspolitikerin“ bin und durch mein junges Alter auch eine andere und neue Generation von Politik vertrete. Moderne Medien sind mir nicht fremd.
Ehrenamtlichem Engagement, ist mir wichtig, da ich der festen Überzeugung bin, dass sich in unserer Gesellschaft nur etwas verändern kann, wenn Politik nicht mehr für Banken und Reiche gemacht wird. Ich möchte außerdem die Politikverdrossenheit der Menschen aufhalten.

Fabian Hoff kandidiert für die Piraten und setzt auf Inklusion für bessere Zukunft und bürgernahe Politik:
1. Die Themen Kinder und Bildung spielen im Wahlkampf eine große Rolle. Wo setzen Sie persönlich Schwerpunkte?
Einen Schwerpunkt setze ich auf jeden Fall bei der Inklusion. Das Thema liegt mir sehr am Herzen. Zum Einen hat jeder Mensch ein Recht auf Bildung. Zum Anderen hat es klare finanzielle Vorteile, wenn man Menschen mit Behinderung die Chance auf eine Ausbildung gibt. Im Moment werden diese Menschen lediglich in irgendwelchen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen geparkt. Für diese Maßnahmen fließen Steuergelder. Wenn ein Mensch mit Behinderung dagegen in einem Beruf ausgebildet wird, dann kann er sich selbst versorgen. Für die Staatskassen ist es langfristig ebenfalls eine Erleichterung.

2. Was macht der Wahlkreis für Sie aus und wofür würden Sie sich als Interessenvertreter der Bürger für die Städte und Gemeinden einsetzen beziehungsweise was wollen Sie konkret verändern?
Gelsenkirchen zeichnet sich für mich als Industrieregion aus. Das Industriezeitalter ist allerdings vorbei und der Strukturwandel ist in Gelsenkirchen noch nicht gelungen. Um den Standpunkt Gelsenkirchen voranzutreiben, braucht es mehr Bildung und ein durchlässigeres Bildungssystem. Wer Lernen will, der darf auf keine Barrieren treffen. Denn gut ausgebildete, motivierte Menschen haben Visionen. Aus diesen Visionen werden Geschäftsideen. Und diese Geschäftsideen schaffen die Arbeitsplätze, die eine Stadt wie Gelsenkirchen braucht..

3. Was unterscheidet Sie von den anderen Kandidaten?
Ich bin kein Vertreter der Altparteien, sondern mache meine Politik zusammen mit Bürgern, jeder kann mitmachen. Diesen Stil werde ich auch im Landtag weiterführen. Wenn viele mitdenken, dann kommen die besten Lösungen raus.

Die Kandidanten des zweiten Gelsenkirchener Wahlkreises folgen in Kürze.

Autor:

Lokalkompass Gelsenkirchen aus Gelsenkirchen

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