Stadt Gladbeck stellt aber bereits eine tragbare Parklösung in Aussicht
Zweckeler Grabeland-Gärtner wollen Knöllchen nicht bezahlen

Über Jahrzehnte hinweg haben die Grabeland-Kleingärtner in Zweckel ihre Autos auf dem unbefestigten Randstreifen entlang der Schulstraße abgestellt. Jetzt tauchten dort "KOD"-Mitarbeiter auf und verteilten "Knöllchen". Doch eine Lösung des Problems scheint bereits in greifbarer Nähe.
  • Über Jahrzehnte hinweg haben die Grabeland-Kleingärtner in Zweckel ihre Autos auf dem unbefestigten Randstreifen entlang der Schulstraße abgestellt. Jetzt tauchten dort "KOD"-Mitarbeiter auf und verteilten "Knöllchen". Doch eine Lösung des Problems scheint bereits in greifbarer Nähe.
  • Foto: Rath
  • hochgeladen von Uwe Rath

Das "Grabeland Schulstraße" am nördlichen Rand von Zweckel gibt es offiziell schon seit 1992. Aber auch bereits zuvor wurde das Gelände zwischen dem Schlägel- und Eisen-Areal sowie der ehemaligen Hermannschule von Kleingärtnern genutzt.

Also alles in Ordnung? Leider nicht, denn die zuvor heile Welt der Grabeland-Mitglieder ist in jüngster Zeit etwas aus den Fugen geraten. Aus heiterem Himmel tauchten auf der Schulstraße nämlich Mitarbeiter des "Kommunalen Ordnungsdienstes" (KOD) der Stadt Gladbeck auf und klemmten an die Pkw, die die Kleingärtner auf dem unbefestigten Randstreifen südlich der Schulstraße geparkt hatten, "Knöllchen" an. Wegen "Parken auf Gehweg mit Behinderung" lautete die Begründung.

"Das ist ein schlechter Witz," lautet noch eine der eher gemäßigten Reaktionen. "Wir parken hier seit 40 Jahren unsere Autos. Und wo ist denn da bitteschön ein Gehweg?". In der Tat besteht der vermeintliche Gehweg an besagter Örtlichkeit aus einem unbefestigten Randstreifen. Ohne Pflasterung oder Asphaltdecke, dafür aber sehr uneben und viel Platz für Pfützen - sofern es mal regnet. Mütter mit Kinderwagen als auch Fußgänger mit Gehhilfen ziehen es daher vor, auf die asphaltierte Fahrbahn der Schulstraße auszuweichen.

Von Bußgeldern in Höhe von 55 Euro pro "Knöllchen" berichten die Kleingärtner. "Ich denke nicht daran, das Geld zu zahlen," verkündet ein Betroffener. Um aber weiterem Ärger und Bußgeldern aus dem Weg zu gehen, stellen sie ihre Pkw nun - wie es die Straßenverkehrsordnung vorsieht - komplett am Rand der Fahrbahn der Schulstraße ab. Mit dem Effekt, dass es dort kein Durchkommen mehr für Traktoren mit Anhänger, die Tanklastzüge der Firma Tauschlag und auch für den Lkw der Straßenreinigung der Stadt Gladbeck gibt. Besonders hektisch wurde es schließlich am Abend des 26. Mai, als die Reste des alten Kottens im Waldstück neben dem Grabeland ein Raub der Flammen wurden und die Einsatzfahrzeuge, die zum Teil über die Rottstraße anrückten, anhalten mussten. Es dauerte mehrere Minuten, bis die Pkw-Halter, deren Fahrzeuge auf der Schulstraße im Wege standen, ihre Autos wegfuhren. Auch mehrere Polizisten waren vor Ort. "Wir haben den Beamten unser Problem geschildert," weiß einer der Kleingärtner zu berichten. Die Reaktion der Ordnungshüter war eindeutig: "Man hat uns gesagt, wir sollen unsere Autos wieder so wie in der Vergangenheit neben der Fahrbahn parken."

Auf Anfrage unserer Redaktion versicherte man seitens der Stadt Gladbeck, man werde sich des Falls annehmen. Nur wenige Stunden später erfolgte ein Rückruf aus dem Rathaus. Demnach ist umgehend ein Ortstermin mit Vertretern des Ordnungsamtes geplant, zumal seitens der Feuerwehr die Vorgänge vom Abend des 26. Mai bestätigt wurden. Und es sieht schon jetzt so aus, als dürften die Grabeland-Kleingärtner aufatmen. Es ist geplant, mit Hilfe einer entsprechenden Beschilderung, das Parken auf dem Randstreifen zu erlauben. Also können die Fahrzeughalter ihre Autos - wie schon seit 40 Jahren - dort abstellen, ohne ein "Knöllchen" zu riskieren. Und aus dem Rathaus erfolgt an die Fahrzeughalter, die einen Bußgeldbescheid erhalten haben, die Aufforderung, die Geldbuße erst einmal noch nicht zu zahlen.

Übrigens: Die "KOD"-Mitarbeiter statteten der Schulstraße nicht ohne Grund einen Besuch ab. Vielmehr reagierten sie lediglich auf die Beschwerde eines Anwohners...

Autor:

Uwe Rath aus Gladbeck

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