Aus Schwächen werden Stärken - Projekt "Talente entdecken - Interessen entwickeln" am Gocher Gymnasium verlief positiv

Bildung offensiv angehen wollen (von links): Katharina Maslow, Gilbert Wehmen, Dr. Robin Pflüger, Bürgermeister Ulrich Knickrehm, Dr. Christoph Peters, Kristina Derks und André Müller.Foto: Steve
  • Bildung offensiv angehen wollen (von links): Katharina Maslow, Gilbert Wehmen, Dr. Robin Pflüger, Bürgermeister Ulrich Knickrehm, Dr. Christoph Peters, Kristina Derks und André Müller.Foto: Steve
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Die Verunsicherung ist bei Eltern groß, wenn ihre Kinder im ersten Jahr am Gymnasium mit schlechten Noten nach Hause kommen, doch das muss erstmal nichts heißen. Es kann durchaus sein, dass bei den Kindern Stärken und Schwächen im Verborgenen schlummern, die nur individuell gefördert werden müssen. Am Gymnasium Goch wurden diese Begabungsschwerpunkte im Projekt "Talente entdecken - Interesse entwickeln" untersucht und diagnostiziert. Mit Erfolg.

VON FRANZ GEIB

Goch. Fast alle Fünftklässler des Gocher Gymnasiums hatten an einem freiwilligen Testverfahren teilgenommen, um mit Hilfe eines schriftlichen Tests, der im Gocher Ratssaal stattfand, Begabungen und persönliche Interessen in den Bereichen Logik, verbale und numerische Fähigkeiten, Lesefähigkeiten, Rechtschreibung und Interessenschwerpunkte herauszukristallisieren. Begleitet wurde das Projekt, dessen Ziel eine spätere individuelle, "diagnose-basierete Förderung" sein soll, vom Entwicklungspsychologen Dr. Robin Pflüger, der betont, dass es nicht darum ging, Kinder abzustempeln, sondern "mit dem Ziel vor Augen, jeden einzelnen in seiner und ihrer Persönlichkeit und unter Berücksichtigung der individuellen Bildungsgeschichte, zu fordern und zu fördern".
Und das habe gut funktioniert, attestiert Katharina Maslow, am Gymnasium für die Koordination der Erprobungsstufe zuständig: "Die Unterstützung der Lehrer und auch der Eltern war sehr groß, die positiven Effekte sind da." Die Kinder, die am Projekt teilgenommen haben, seien im Unterricht selbstbewusster und gingen mit größerem Engagement an die Aufgaben. Die Lernautonomie bliebe dabei stets beim Kind.
Auch Dr. Robin Pflüger lobte die Zusammenarbeit, "einen Fremdkörper aufzunehmen und externe Daten in den Schulalltag einfließen zu lassen": "Mir ist die Offenheit der Lehrer aufgefallen, nun wollen sie die Erkentnnise im Unterricht umsetzen." Dazu könnte gehören, dass Hausaufgaben minimiert und Facharbeiten höher bewertet werden würden.
Darauf basierend will das Gymnasium seine Fördermöglichkeiten überarbeiten und ab dem kommenden Schuljahr neben den Klassenlehrern auch die Fachlehrer mit einbeziehen, so der Direktor des Gymnasiums, Dr. Christoph Peters: "Das Diagnoseverfahren ist ein ganz wichtiges Instrument für unser Konzept."
Die Planungen für das kommende Schuljahr sind bereits abgeschlossen, auch dann werden wieder dreistündige Tests im Sitzungssaal des Rathauses durchgeführt. "Unser Gymnasium geht mit diesem Schritt der individuellen Förderung einen wichtigen Weg, denn eine konsequente Förderung spielt bei der Schulwahl der Eltern eine immer größere Rolle."
Auch die Sponsoren des Projekts, welches letztendlich dazu dient, die Kommunikation zwischen Lehrern und Eltern zu verbessern, zeigten sich beeindruckt. Kristina Derks (Stadtwerke Goch) war überrascht, wie viele Kinder das Projekt mitgetragen haben: "Das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind." André Müller von der Sparkasse Goch sah den positiven Effekt der Unterstützung: "Wenn Schwächen in Stärken umgewandelt werden, ist das Geld sinnvoll investiert."
Und Gilbert Wehmen vom Förderverein sah die Zustimmung bei den Eltern: "Das wird sie stärker an uns binden."

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