Dreharbeiten: Vampirschwestern fühlen sich in Haltern wohl

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Von Irene Stock. In Herne und Recklinghausen sorgten Regisseur Wolfgang Groos und seine Hauptdarsteller, darunter Christiane Paul und Stipe Erecq, schon für Aufsehen. Seit Ende September dreht Groos dort den mitreißenden Kinderfilm „Die Vampirschwestern“, der im Herbst 2012 in die Kinos kommt. Drehorte waren unter anderem bisher eine Zechensiedlung und ein Friedhof. Seit vergangenem Donnerstag dreht die Filmcrew in Haltern. Ein Tross mit Maskenmobil, Komparsenbus, Cateringfahrzeug und Filmtechnik ließ sich in der Koeppstraße nieder. 60 Mitarbeiter sorgen für den geregelten Ablauf, 40 Komparsen dafür, dass nichts dem Zufall überlassen bleibt. Natürlich sind die Gäste in der Eisdiele am Markt nicht echt und der Mann, der zum 20sten Mal mit einem Stapel Pakete über den Marktplatz geht, gehört auch zur Crew.
Für die Filmszenen wird das Leben in der Innenstadt immer wieder für Minuten gestoppt. Passanten werden am Weitergehen gehindert, Autos müssen anhalten. Vor jeder Szene ergeht über eine Kette von Rufern der Befehl hinaus über den Marktplatz und die Rekumer Straße: „Ruhe, Maschine läuft, Komparsen bitte“. Gespräche verstummen. Selbst das Plätschern des Marktbrunnenwassers wird eingestellt.
Schon vor Monaten hatte sich ein „Location-Scout“ – eine jener Filmschaffenden, die Drehorte auskundschaften - auf die Suche nach der passenden Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen gemacht. In Haltern wurde die Dame fündig: das kleinstädtische Milieu, das Alte Rathaus, die kurzen Wege zwischen den Drehorten, alte Häuser mit schöner Fassade entsprachen der Authentizität, die der Kinderfilm braucht.
Der ehemalige Tierladen Cordes in der Mühlenstraße und das Spielwaren- und Jagdausstattungsgeschäft Köster am Markt wurden für die Filmszenen umgestaltet wurden.
Eine Woche hat es gedauert, bis die Innenkulisse in der Mühlenstraße fertig war. Die Requisite begeistert durch eine Liebe zum Detail, die man sonst nur von Harry Potter-Filmen kennt. Im Magierladen „Ali bin Schick“ in der Mühlenstraße ist alles eng und kunstvoll verstaubt. Im Schaufenster erinnert eine ausgestopfte Eule im Käfig an Harry Potters Schneeeule Hedwig. Das Ambiente ist so täuschend echt, dass Passanten schon fragten, ob sie „die schöne alte Kommode“ kaufen könnten. „Wir hätten schon ein paar Geschäfte machen können“, sagt Anette Ingerl aus München. Sie ist die Leiterin der Requisite und hat die Utensilien aus Fundi in München, Köln, Hamburg zusammengetragen. Jeder Gegenstand ist mit einem farbigen Punkt versehen, damit er nach den Dreharbeiten wieder in den richtigen Karton verpackt wird. Würden wir nur wenige Tage später kommen, würden wir den Flug einer Vampirschwester durch den Laden oder ihren Spaziergang an der Decke miterleben. Dafür ist die Abteilung „Special Effects“ zuständig.
Die Außenfassade baute derweil eine Kölner Filmbaufirma mit dem bezeichnenden Namen „Fake“ (Schwindel) um. Frank Ehlers, Firmeninhaber, Bühnenbauer und Schreiner in einer Person, erklärt in lupenreinem Kölsch, wie der der Fassade mithilfe von Styropor und einem Eimer Farbe den letzten Schliff gab. „Das Haus sieht jetzt besser aus als vorher“, lobt ein Anwohner.
Vier Drehtage sind in Haltern angesetzt. Schon in dieser Woche heißt es weiterziehen. „Requisite bedeutet, mit großer Liebe und Engagement einzuräumen und zu wissen, dass man zwei Tage später wieder ausräumt“, sagt Anette Ingerl. Nicht ganz so detailverliebt, aber nicht minder spektakulär ist das Schaufenster bei Köster am Markt gestaltet. Statt Jagdmesser, Patronen und Ehrenpreise schweben seit Samstag bunte Klobrillen von der Decke.

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