Auszüge nach Stichworten aus der Rede von Dirk Glaser zum Bürgerempfang in der Gebläsehalle
Hattingen: Das sagte der Bürgermeister

Bürgermeister Dirk Glaser während seiner traditionellen Ansprache beim Bürgerempfang der Stadtverwaltung in der Gebläsehalle des LWL-Industriemuseums Henrichshütte.     Foto: Groß
  • Bürgermeister Dirk Glaser während seiner traditionellen Ansprache beim Bürgerempfang der Stadtverwaltung in der Gebläsehalle des LWL-Industriemuseums Henrichshütte. Foto: Groß
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Hier einige Stichpunkte aus der Ansprache von Bürgermeister Dirk Glaser beim Bürgerempfang am heutigen Samstag in der Gebläsehalle des LWL-Industriemuseums Henrichshütte.

Klima

Der Klimawandel ist dank des Einsatzes von jungen Leuten auf der ganzen Welt - auch in Hattingen - sehr stark in unser Bewusstsein gerückt. Und die Erkenntnis, dass wir unseren gewohnten Lebensstil, der allzu oft zu Lasten des Klimas oder der Natur geht, ändern müssen, lässt sich nicht mehr ignorieren.
Ich bin froh, dass unsere Stadtverordnetenversammlung im vergangenen Jahr das Klimaschutzkonzept für Hattingen beschlossen hat. Und dass wir damit angefangen haben, vieles umzusetzen.
Bäume in der Innenstadt werden jetzt neu und zusätzlich gepflanzt, Carsharing wird ausprobiert, Ebikes für die Mitarbeiter wurden angeschafft, Grünflächen werden anders, tier- und insektenfreundlicher, gepflegt, Beete an der Stadtmauer oder am Rathaus anders gestaltet, Angebote für den Radverkehr werden ausgebaut und seit dem 1. Januar wird es in jeder Vorlage Pflicht sein, auf die Klimaschutzaspekte einzugehen.
In dem Zusammenhang möchte ich an dieser Stelle ein Ärgernis erwähnen, das uns zurzeit sehr beschäftigt, ich meine die Kürzung einiger Angebote im Öffentlichen Personennahverkehr. Hier haben wir als relativ kleine Stadt leider nur relativ wenig Einfluss. Das ganze Ruhrgebiet, die Stadt der Städte, muss sich hier dringend neu gemeinsam aufstellen. Aber ich kann Ihnen versichern, wir werden die Gespräche mit den Verantwortlichen fortsetzen, um wenigstens an der ein oder anderen Stelle eine Verbesserung der jetzigen Situation zu erreichen. Auch aus Klimaschutzgründen.

Müll

Es wird wohl nie gelingen, gewisse Menschen davon abzuhalten ihre Umgebung zu vermüllen - entweder absichtlich oder gedankenlos. Wir müssen stärker aufeinander achten.
Deutlich sauberer geworden sind unsere Containerstandorte, weil wir zusätzliche Kräfte einsetzen, die seit dem vergangenen Frühjahr die Standorte von dem Müll, der da überhaupt nicht hingehört, befreien. Eine Sisyphusarbeit, die vollkommen überflüssig wäre, wenn sich alle an die Regeln hielten.

Hattingen

Insgesamt leben wir in einer sehr attraktiven Stadt. Hattingen hat einen guten Ruf. Ich erfahre das bei vielen Gesprächen mit Menschen, die unsere Stadt besuchen. Und das gilt keineswegs nur für Touristen. Auch bei Unternehmern und Gewerbetreibenden stehen wir gut da. Auch wenn die Steuerbelastung immer wieder beklagt wird, viel wichtiger ist die Lebensqualität bei uns. Wir haben den Charme und die Übersichtlichkeit einer Kleinstadt - auch wenn wir eigentlich gar keine Kleinstadt sind. Wir haben ein wunderbar grünes Umland und wir jede Menge kulturelle und sportliche Angebote in den vielen Vereinen. Was wir selbst nicht anbieten können, finden wir in unmittelbarer Nachbarschaft: die Oper in Essen, das Schauspielhaus oder viele Kinos in Bochum.

Wirtschaft

Wirtschaftlich steht Hattingen gut da. Die Arbeitslosenquote ist mit 4,9 Prozent so niedrig wie seit vielen Jahrzehnten nicht mehr. Sie ist niedriger als der NRW-Durchschnitt, der 6,4 Prozent beträgt. Ich denke, das kann sich sehen lassen. Unser guter, weil breit angelegter, Branchenmix trägt dazu bei, dass nicht Verwerfungen in einzelnen Wirtschaftszweigen gleich eine Krise auslösen.

Tourismus

Ich habe die berechtigte Hoffnung, dass die Hinwendung der Menschen beispielsweise zu mehr Nahtourismus für Hattingen große Chancen bietet. Denn wir können beides bieten: das Kulturangebot der Metropole Ruhr und die reizvolle Erholungslandschaft des Ruhrtals in Kombination mit unserer Elfringhauser Schweiz. Wir werden noch mehr Vernetzungen fördern zwischen Gastronomie, Hotellerie und Eventanbietern.
Auch stadtintern vernetzen wir mehr: beispielsweise die Altstadt mit dem Hügelland, das Ruhrtal mit dem historischen Ortskern Blankenstein, dem Gethmannschen Garten, die Henrichshütte mit den Radwegen, das Angebot des Einzelhandels mit den touristischen Besuchern. Angebote fürs Radfahren und Wandern können wir sicher noch attraktiver gestalten und weiter ausbauen.
Ich möchte in einer kommunalen Konferenz über unsere Chancen und Vorstellungen sprechen und gemeinsam als Stadt mit allen Akteuren Pläne schmieden und ein touristisches Leitbild entwickeln.

Interkommunales

Hier sind wir auf einem guten Weg. Mit Witten, Wetter, Herdecke und neuerdings auch Hagen entwickeln wir Ideen und ganz konkrete Pläne zur Attraktivierung der Flusslandschaft Mittleres Ruhrtal und arbeiten gemeinsam an einer Beteiligung an der Internationalen Gartenausstellung 2027.
Diese konstruktive kommunale Zusammenarbeit wird auch in den Ministerien in Düsseldorf wohlwollend kommentiert.
Etwa seit einem Jahr betreiben wir das Rechnungsprüfungsamt in Kooperation mit der Stadt Gevelsberg. Das klappt gut, läuft reibungslos und wir lernen voneinander. Das ist ja neben der reinen Kostenrechnung ein wichtiger Aspekt der interkommunalen Zusammenarbeit.
Mit der Stadt Bochum haben wir vereinbart, dass unsere Personalwirtschaft zum großen Teil von den Kollegen jenseits der Ruhr erledigt wird. Wir sparen Personalaufwand. Unsere Nachbarn aus Witten helfen uns bei der Einführung der E-Akte, die in einigen Fachbereichen jetzt schon Wirklichkeit geworden ist. Das Archiv der Stadt Sprockhövel befindet sich in Räumen der Stadt Hattingen.

Finanzen

Obwohl wir wirtschaftlich gut dastehen, geht es der Stadt nach wie vor finanziell schlecht. Ich sage das hier nicht zum ersten Mal: Noch immer bekommen wir die Leistungen nicht ausreichend bezahlt, die Bund und Land als Gesetzgeber beschließen.
Der Preis für unsere – bislang mit Unterstützung des Landes – ausgeglichenen Haushalte ist sehr hoch. Wir mussten Stellen einsparen, was zu einem schlechteren Service für unsere Bürger führte. Die Arbeitsbelastung unserer Mitarbeiter hat ihre Grenzen erreicht. Trotzdem haben wir einiges geschafft und sind auf vielen Arbeitsfeldern gut vorangekommen, wofür ich den Kollegen meine Anerkennung ausspreche. Beim Personalabbau sind wir jetzt auf dem Boden des Topfes angekommen. Mehr ist nicht drin, da bin ich mit unserem Personalchef Frank Mielke einig.

Stadtgesellschaft

Ich bin froh, dass es uns gut gelingt, die Quartiersentwicklung voranzubringen und das Ehrenamt zu fördern. Beides gehört unbedingt zusammen, denn der Zusammenhalt der Bürger ist ein wichtiger Faktor für die Qualität des Lebens in den Stadtteilen. Hier sind wir auf einem guten Weg.
Ortsbürgermeister spielen eine wichtige Rolle in unserer Stadtgesellschaft als unmittelbare Ansprechpartner für die Menschen in den Ortsteilen.

Hattingen hat Haltung

Das zeigt sich seit drei Jahren, seit der Umgestaltung der Gedenktage – vor allem im November, wenn wir der Opfer des Nationalsozialismus gedenken und dabei die aktuellen Geschehnisse in unserem Land, das Erstarken nationalistischer Kräfte und ihren schleichend wachsenden Einfluss, ebenfalls thematisieren. Es ist wichtig, dass wir Verfassungsdemokraten hier konsequent Haltung zeigen.
Die gute Beteiligung und der Ideenreichtum ist neben vielen anderen ein Beispiel für eine gelungene Aktivierung des bürgerschaftlichen Engagements. Sie hat einen wichtigen Ort im Holschentor gefunden. Die Arbeit der Bürger dort ist etwas, worauf wir alle stolz sein können.

Jugend

Sehr gefreut habe ich mich auch im vergangenen Jahr über das Engagement des Hattinger Jugendparlaments. Mittlerweile gehören die Besuche der Jugendlichen und die Gespräche und Diskussionen mit den Jugendparlamentariern und nicht nur ihnen im Rathaus zu den festen Terminen. Wir werden auch im neuen Jahr das gesellschaftliche und politische Engagement der Jugend fördern.

Visionen

Es ist wichtig, Ziele zu haben und Leitplanken aus Werten, die die Wegstrecke zu ihrer Erfüllung begleiten. Allerdings sollten Visionen keine Dogmen sein, sondern sie müssen den realen Bedingungen immer wieder angepasst werden.
Vor 30 Jahren war die touristische Entwicklung unserer Stadt eine Vision, für die wir mitleidig angeschaut wurden.
So wird aus der Vision, das Gebäude Werkstraße Nr. 40 für die Bürgergesellschaft zu nutzen, immer mehr ein reales Bild. Das Henrichsforum, das hier gemeinsam mit dem LWL entstehen könnte, nimmt immer mehr Gestalt an.
Vision war auch die Ruhrpromenade, die heute in den Plänen eines attraktiven Ruhrtals konkrete Formen annimmt und sicher in den kommenden Jahren realisiert werden wird. Vision und Ziel ist auch und ebenfalls schon durch konkrete Gespräche unterfüttert, dass Hattingen von der Strahlkraft der Hochschulen in Bochum und den vielversprechenden Kontakten profitiert.
Auch der Hansetag in Hattingen war mal eine Vision, als unsere Stadt anlässlich des 600jährigen Bestehens dem Westfälischen Hansebund beitrat. Dass der Hansetag in diesem Jahr im Rahmen des Altstadtfestes in Hattingen stattfindet, ist nicht mehr zu übersehen. Es wird ein Riesenfest am 15./16. August!

Viele Fotos vom Bürgerempfang der Stadt Hattingen von STADTSPIEGEL-Fotograf Holger Groß gibt es hier! Allgemeines zum Empfang an dieser Stelle!

Autor:

Roland Römer aus Hattingen

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