Für Fußgänger eine Zumutung
Protest gegen Totalsperrung des Altstadt-Zugangs

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Einen massiven Protest gegen die Organisation der Baustelle „Kleine Weilstraße“ hat Hans Hartung bei der Stadt eingereicht. In seinem Schreiben beanstandet er, dass die Bedürfnisse der Fußgänger und der Behinderten nicht genügend berücksichtigt wurden. Man könne eine Hauptachse der Stadt in dieser Zeit der Wiederbelebung nicht für so lange Zeit hermetisch abriegeln ohne angemessene Alternativen zu bieten.
In dem Brief an Baudezernent Hendrix äußert Hartung Verständnis für die schwierige Erneuerung der Kanalisation in der Kleinen Weilstraße, die nur von der August-Bebelstraße mit Baufahrzeugen angefahren werden kann. Aber eine Totalsperrung am Übergang zur Bahnhofstraße auch an den Wochenenden sei für die Zeit von April bis September unangemessen, zumal die langsamsten Verkehrsteilnehmer Umwege von bis zu 400 m vornehmen müssten.
„Die Organisation der Baustelle ist rücksichtslos und unzureichend gegenüber Bürgern, die zu Fuß oder mit Gehhilfen in der Stadt unterwegs sind“, schreibt Hartung. Wichtige Einrichtungen wie das Amtsgericht, die katholische Hauptkirche, der Hauptsitz der Sparkasse und viele Verwaltungsstellen wie das Bürgerbüro könnten vom Zentrum nur mühsam erreicht werden. Radtouristen vom Ruhrtal-Radweg suchten vergeblich den Eingang zur Altstadt. Umleitungsschilder für Fußgänger seien kaum vorhanden oder führen in eine Sackgasse wie die Anlieferungsstraße für das Carré, aus der man nur über Treppen hinauskommt.
Die lange Baumaßnahme hätte man in zwei Bauphasen unterteilen und so den Ampelübergang an der August-Bebel-Straße länger offenhalten können, schlägt Hartung vor. Auch wäre es sinnvoller eine Ampel- oder Schrankenregulierung für den seltener genutzten Durchlass der Baufahrzeuge einzurichten oder mindestens abends und an Wochenenden den Übergang zur Bahnhofstraße zu öffnen, so wie man die Absperrung der zweiten Fahrbahn auf der August-Bebel-Straße in der arbeitsfreien Zeit abräumt. Was für den Autoverkehr möglich sei, müsse auch für Fußgänger gelten. An verschiedene Stellen schrieb Hartung mit Kreide, dass die Baustelle für Fußgänger, Behinderte und Leuten mit Rollatoren oder Kinderwagen eine Zumutung sei.

Zur Untermauerung seines Anliegens im Interesse der Fußgänger und Behinderten führt Hartung eine selbst durchgeführte Verkehrszählung an: Danach wechselten an einem Dienstagmorgen vor Geschäftsbeginn innerhalb von drei Stunden 107 Personen mit zunehmender Tendenz die zweimal zweispurige August-Bebel-Straße unerwünscht zwischen den Ampelanlagen; am frühen Nachmittag waren es innerhalb von 20 Minuten sogar 42 Personen, darunter Eltern mit Kleinkindern, ältere Personen mit Gepäck und Fahrradfahrer. Die „Ampelgänger“ konnten nicht gezählt werden. Die Baustelleneinfahrt wurde in beiden Zeitabschnitten überhaupt nicht genutzt.

Autor:

Hans Hartung aus Hattingen

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