Was Sie hören und was Sie besser lassen sollten

Die Musikszene feiert sich selber und doch ist es für die hiesige Musiklandschaft wichtig wahrgenommen zu werden.

In der letzten Woche wurde der wichtigste deutsche Musikerpreis – der Echo – verliehen und die erfolgreichsten Künstler des letzten Jahres wie Lena, Unheilig oder Hurts ergatterten einen oder mehrere der ersehnten Trophäen. Heraus stach aber einzig Annette Humpe, die für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde und gemeinsam mit Selig, Adel Tawil und Max Raabe ihre Liebeshymne „Berlin“ vortrug. Damit geht es auch schon um die beiden heutigen Protagonisten, die ebenfalls aus unserem Heimatland stammen und beide etwas mit der grandiosen Frau Humpe zu tun haben.

Die erste Künstlerin teilt nicht nur den Vornamen und das Geschlecht mit der Wahlberlinerin, sondern diese war auch am neuen Werk als Texterin mit beteiligt. Annett Louisan ist für chansonartige Musik mit erfrischenden Texten, die mal zynisch mal beobachtend aus den Lautsprechern tönen, bekannt. Hierbei mimt sie weiterhin die unschuldige Lolita, die ihre Lieder ins Mikrofon haucht.

Musikalisch hat sich wenig verändert auch wenn die Norddeutsche reifer scheint als noch zu ihren Anfangstagen. Als Reinhörtipps dienen das sarkastische „Pärchenallergie“ oder das melancholische „Vorsicht zerbrechlich“.

Annett Louisan zelebriert wieder unschuldige Melancholie, die sich auch beim fünften Silberling nicht abnutzt.

Ganz aus der Nähe stammt Max Raabe nämlich aus der Stadt Lünen. Mit 20 zog es den Westfalen aber in unsere Hauptstadt, wo er 1986 das Palast Orchester gründete und leitete. Die Rede ist natürlich von Max Raabe, der mit seinem Bariton seit Jahrzehnten die 20er und 30er Jahre musikalisch wieder in die Zukunft bringt.

„Küssen kann man nicht alleine“ heißt sein aktuelles Werk, welches erstmals keine neu interpretierten, sondern eigene Songs enthält. Unter die Arme hat ihm dabei Annette Humpe gegriffen. Herausgekommen ist ein orchestrales Werk über die Liebe, welches die humpische Melancholie genauso beinhaltet wie den raabschen Wortwitz.

Als Reinhörtipps dienen das herzerfrischende „Ich bin nur wegen dir hier“ oder das traurige „Krise“. Aufgrund der markanten Stimme von Max Raabe ähneln sich die Stücke zum teil allerdings kommt kaum Langeweile auf, wenn man sich dem Flair des frühen zwanzigsten Jahrhunderts und den außergewöhnlichen Texten hingibt.

Autor:

Kay Utermark aus Herdecke

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