Badespaß mit Handbremse
Corona-Pandemie sorgt für große Einschnitte bei den Freibädern in Herne

Im Außenpool und unterm Sonnenschirm wie hier im Wananas in Herne ließ es sich bei der Hitze der vergangenen Tage aushalten.
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  • Im Außenpool und unterm Sonnenschirm wie hier im Wananas in Herne ließ es sich bei der Hitze der vergangenen Tage aushalten.
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Bei 30 Grad und mehr wie in den vergangenen Tagen erfreuen sich die Freibäder großer Beliebtheit. Das ist auch in diesem Sommer so, und doch ist wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr vieles anders. Einschränkungen für die Besucher und hohe Einnahmeeinbußen für die Herner Bädergesellschaft sind die Folge.

Von Vera Demuth

Zwei, zum Teil drei Monate waren Südpool, Lago und Wananas seit Mitte März geschlossen. Am 20. Mai öffnete das Freibad Südpool, danach folgte am 8. Juni das Hallenbad am Südpool, während das Lago seit dem 22. Juni und das Wananas seit dem 24. Juni wieder geöffnet sind.
Ihre volle Kapazität erreichen die Bäder jedoch nicht, denn es gelten Höchstgrenzen für die Besucher. Über die gesamte Fläche des Südpools dürfen sich maximal 600 Personen gleichzeitig dort aufhalten, im Lago seit Mitte der Woche 750 und im Wananas 450 Menschen. "Sind diese Höchstgrenzen erreicht, gibt es einen Zugangsstopp, bis Badegäste das Bad verlassen", erklärt Hans-Lothar Przybyl, Geschäftsführer der Herner Bädergesellschaft mbH und der Revierpark Gysenberg Herne GmbH.
In den vergangenen Tagen erreichten die Bäder nun 50 Prozent Auslastung – ein Wert, der ruhrgebietsweit führend sei, so Przybyl. "Bei der derzeitigen Hitze laufen alle drei Bäder nonstop am Limit – pausenlos von früh morgens bis abends."
Anfänglich, als die Tage noch kühler waren, lagen die Besucherzahlen bei 30 Prozent gegenüber den Vorjahren. Als erstes seien die Stammkunden, die Frühschwimmer im Südpool, zurückgekehrt, und auch die Saunafans im Lago seien seit der Wiedereröffnung sofort wieder da gewesen. Als "super Training-on-the-Job" für die Mitarbeiter bezeichnet Przybyl die erste Phase der Wiedereröffnung. "Besser konnte ein Testbetrieb nicht verlaufen."

Beim Schwimmen gelten Abstandsregeln

Einschränkungen für die Badegäste bringen neben der Maskenpflicht die Abstandsregeln nach Corona-Schutzverordnung mit sich. Sie müssen sowohl beim Schwimmen als auch in den Duschen und Umkleiden beachtet werden. Damit sich die Menschen nicht queren, haben die Bäder Einbahnstraßensysteme entwickelt. Diese hätten zunächst für Verwirrung gesorgt, würden jetzt aber angenommen, erläutert Hans-Lothar Przybyl.
Auch beim Zugang zu den drei Bädern mussten sich die Besucher umstellen. Die Maßnahmen, um die maximale Besucheranzahl nicht zu überschreiten, sind unterschiedlich geregelt. Für das Wananas als technisch am besten vorbereitetes Bad konnte ein Online-Ticketsystem eingeführt werden. Die Gäste buchen ihre Badezeit, erhalten ein elektronisches Ticket und haben somit ihren Aufenthalt im Bad gesichert. "Wir als Betreiber wissen umgekehrt, wer wann kommt, steuern über das System die Besucherzahlen", sagt Przybyl. "Im Lago und Südpool sind diese technischen Voraussetzungen leider (noch) nicht gegeben." Dort bildeten sich zurzeit vor den Eingängen lange Schlangen. "Die Menschen warten geduldig auf Einlass, bringen häufig Campingstühle und Sonnenschirme mit."
Daneben müssen die Besucher auf einige der sonst üblichen Angebote in den Bädern verzichten. Im Wananas wurde das Bistro in einen reinen Kioskbetrieb mit verpackten Sandwiches und kleineren Snacks umfunktioniert, und in den Saunen im Lago wurden Abstandshalter installiert. Auch die Kindergeburtstage finden momentan nicht statt.

Hohe Einnahmeverluste

Konkrete Zahlen dazu, mit welchen finanziellen Einbußen die Bäder wegen der Corona-Krise rechnen müssen, vermag Przybyl zurzeit nicht zu nennen. "Ohne nähere Angaben zu machen, kann man durchaus erkennen, dass die Herner Bäder ihre diesjährigen Wirtschaftspläne um eine sehr hohe sechsstellige Summe verfehlen werden", teilt er mit. Von finanziellem Nachteil ist nicht nur die Beschränkung auf maximal 50 Prozent der bisherigen Gäste, sondern auch, dass diese die Bäder nur besuchen, wenn das Wetter und das Angebot passen. "Dementsprechend gibt es einen Domino-Effekt in den Bereichen Gastronomie, Veranstaltungen, Aqua- und Schwimmkurse und vieles mehr. Um den Verlusten so weit wie möglich entgegen zu wirken, sparen wir bei der Energie und Werbung, beim Sponsoring und bis vor kurzem auch Personal im Zuge von Kurzarbeit", erklärt der Geschäftsführer.

Freibadsaison wird vielleicht verlängert

Eventuell wird die Freibadsaison, die normalerweise bis Ende September dauert, in diesem Jahr bis in den Oktober hinein verlängert. Dazu wolle man die Wetterentwicklung abwarten, so Hans-Lothar Przybyl. Was die Chancen auf eine reine Hallenbadsaison im Herbst und Winter angeht, müsse dies im jeweiligen Bad von der Leistungsfähigkeit der Lüftungsanlagen abhängig gemacht werden. "Unsere Techniker haben dieses Thema bereits in Arbeit, prüfen die Anlagen, so dass gegebenenfalls noch Zeit ist, Veränderungen vorzunehmen."

Mehr Angebote

- Das Wananas hat seit Dienstag, 11. August, seine Öffnungszeiten wieder ausgeweitet. Das Bad ist nun täglich von 9 bis 21 Uhr geöffnet.
- Ab Montag, 17. August, findet im Wananas montags bis samstags in der Zeit von 6.30 bis 8 Uhr wieder das Frühschwimmen in Kooperation mit dem Stadtsportbund statt.
- Die Schulen und Vereine können ihren Trainingsbetrieb im Südpool und Wananas unter Beachtung der Schutzverordnungen ab Montag, 24. August, wieder aufnehmen. Zur Zeit laufen Abfragen und Abstimmungen über die Fachbereiche Schule und Sport sowie die Schwimmfachschaft des Stadtsportbundes, welche Vereine und Schulen einen Bedarf anmelden.

Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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