Zuhörer Feuer und Flamme: Großartiges Konzert von Westfalen Winds

Westfalen Winds in der Stadthalle Meinerzhagen, 08.04.2017 - Foto: Monika Salzmann
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Brennende Begeisterung der Zuhörer schlug der westfälischen Bläserphilharmonie „Westfalen Winds“ am Ende des Konzerts am letzten Sonntag entgegen. In der Stadthalle Meinerzhagen entfachte das sinfonische Blasorchester ein musikalisches Feuerfest mit leidenschaftlicher Virtuosität und farbenreicher Klangpracht.

Obgleich es die ersten sommerlichen Tage des Jahres waren, folgten gut 200 Zuhörer der Einladung von „Westfalen Winds“ ins Konzert unter dem Thema „Ursprünge“. Mit Gustav Holsts „First Suite in E-flat for Military Band, op. 28-1“ begrüßte das westfälische Ensemble unter der renommierten Leitung von Ulrich Schmidt die Zuhörer. Das 80-köpfige Auswahlorchester, das im Sauerland 1996 gegründet wurde, meisterte sowohl tänzerisch als auch technisch äußerst akkurat die schmale Gradwanderung zwischen dem von Holst zugrunde gelegten Volkslied und dem prachtvollen Konzertmarsch und interpretierte mit Bravour einen der wichtigsten Katalysatoren der sinfonischen Bläsermusik.

Monumentales Feuersgedicht

Nach herzlichen Grußworten vom stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Meinerzhagen, Herr Rüsche, folgte ein Klangerlebnis der besonderen Art mit Ida Gotkovskys „Poème du feu“ (z. dt. „Feuergedicht“). Das imposante Werk in zwei Sätzen, das mit klanggewaltigen Akkorden zwei rituelle Feuerstellen eines keltischen Frühjahrsrituals beschreibt, bereitete den Zuhörern im ersten Satz ein selten gehörtes Erlebnis monumentaler Orchestermusik sowie lyrische Melodiebögen und sanfte Ruhepole im zweiten Satz.

Typisch englische Mundart

Vor der Pause führte „Westfalen Winds“ die Zuhörer noch in die britische Grafschaft Lincolnshire zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Percy Grainger schuf mit „Lincolnshire Posy“ ein bemerkenswerte Suite für sinfonisches Blasorchester, in dem er in der englischen Grafschaft alte Volkslieder aufnahm und diese im jeweiligen Stil des Sängers orchestrierte¬– mal trunken vor Freude, mal bäuerlich rustikal oder mit militärischem Pathos. Das Publikum dankte es dem Orchester mit langem Applaus zur Pause, als die verschiedenen Stile und Eigenarten in typisch englischer Mundart und perfektem Zusammenspiel präsentiert wurden.

Zurück nach Mittelerde

Im zweiten Konzertteil schloss sich thematisch der Kreis, als „Westfalen Winds“ den „Einen Ring“ in die Feuer des Schicksalsberges hinabwarf. Johan de Meijs erste Sinfonie „Der Herr der Ringe“ beschreibt in fünf Sätzen Charaktere und Orte während des mitreißenden Abenteuers der Gefährten durch Mittelerde.
Das westfälische Orchester inszenierte dabei sowohl Gandalfs strahlendes Heldenthema mit großer Ausdrucksstärke wie auch Gollums schizophrene Niedertracht mit zwei fantastischen und diffizilen Soli von Alt-Saxophon und Posaune. Die mysteriösen und verwunschenen Passagen des Lothlórien-Waldes und die erdrückende Schwärze der tiefen Minen Morias wurden gleichermaßen raffiniert wie klanglich epochal zu Gehör gebracht.
Im letzten Satz „Hobbits“ schloss sich auch musikalisch der Kreis zu den vorangegangen Werke des Nachmittags. Überschwänglich übertrug das Orchester die verspielten Weisen und die freudige Ausgelassenheit der Halblinge auf die begeisterten Zuhörer, sodass erst nach langanhaltendem Applaus und einer weiteren Zugabe das Orchester entlassen wurde.

Im Herbst 2018 mit internationalem Solisten

Als nächstes wird die westfälische Bläserphilharmonie im Herbst 2018 auftreten. Zu zwei Konzerten wird „Westfalen Winds“ den international hochrenommierten Trompetensolisten Reinhold Friedrich als Gast begrüßen.

Weitere Informationen über www.westfalen-winds.de und www.facebook.com/westfalenwinds

Autor:

Martin Fuchs aus Hagen

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