Alisoschule vor dem Aus?

„Es steht zwar noch nicht fest, ob die Alisoschule geschlossen wird, wir rechnen aber damit“, erklärt Schulleiterin Margret Burghardt-Kasten. Die Entscheidung wird im Juli fallen. „Es macht uns traurig, vor allem die Kollegen, die schon seit 20 bis 30 Jahren hier sind“, sagt die Schulleiterin. Ein Problem ist die Lage der Schule. Das Gebäude steht am Rand von Oberaden hinter der Bahnlinie, weshalb viele Eltern ihre Kinder lieber in die Jahn- oder Preinschule schicken. Die Alisoschule kann so nur eine Klasse pro Jahr bilden, gewünscht sind aber zwei- bis dreizügige Jahrgänge. „Wir haben pro Jahr zwar immer nur eine Klasse Neueingeschulte, das aber stabil“, sagt Burghardt-Kasten.
Am Dienstag (12. April) wird es um 19 Uhr einen Elternabend in der Alisoschule geben, bei dem die Lage besprochen wird. „Wir hoffen, dass es zu einer neuen Klasse reicht“, erklärt Andrea Nemethy, stellvertretende Schulpflegschaftsvorsitzende.
In Bergkamen-Mitte und Oberaden gibt es jeweils drei Grundschulen, zu viele für die immer geringer werdende Zahl von Abc-Schützen. Die Alisoschule ist die kleinste in ihrem Stadtteil. Wenn sie geschlossen wird, sind manche Kinder möglicherweise bis zu einer Stunde unterwegs, bis sie ihre Schule erreichen. Dies könnte Schüler aus Lünen-Beckinghausen treffen, die teilweise auch in Oberaden zur Schule gehen, beschreibt Nemethy. Die Behauptung, dass die Wasserstadt Aden näher an der Preinschule liegen wird, teilt sie nicht, sondern sieht sie eher in der Mitte zwischen beiden Schulen.
„Das Problem ist die generelle demographische Entwicklung“, erklärt der Amtsleiter der Schulverwaltung Bergkamen, Andreas Kray. „1970 hatten wir noch rund 1.000 Schüler, die neu eingeschult wurden. Im Jahr 2016 werden es voraussichtlich nur noch 367 sein.“ Die Schulaufsicht hat ihnen deswegen nahegelegt, einige Grundschulen zu schließen.
Am 6. Juli wird das Thema auf der nächsten Ausschusssitzung besprochen. Am 14. Juli wird auf der Ratssitzung eine Entscheidung gefällt „Wir handeln nur nach Zahlen“, beschreibt Kray, der selbst Schüler der Pestalozzischule war, die Vorgehensweise seiner Behörde.
Der Pestalozzischule in Bergkamen-Mitte droht ein ähnliches Schicksal.
Die Alisoschule teilt sich den Gebäudekomplex mit der Albert-Schweitzer-Förderschule. Wenn sie geschlossen wird, übernimmt wahrscheinlich die Förderschule die Räume.
Die Schulkonferenzen wurden angeschrieben, damit sie ihre Ansicht bei der Sitzung am 14. Juli vorbringen können. Der Rat ist aber nicht an diese Argumente gebunden: Die Schulen haben nur das Recht auf Beteiligung,was bedeutet, dass sie angehört werden müssen, mehr nicht. Die Schule und ihre Pflegschaft wollen die drohende Schließung nicht kampflos hinnehmen, machen sich aber keine Illusionen. „Im Tausendfüßler-Kindergarten haben wir Eltern Unterschriften gesammelt. Nur was bringt das?“, fragt Nemethy.

Autor:

Tobias Weskamp aus Kamen

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