Ausgedehnter Zimmerbrand in Mehrfamilienhaus

Der weiße Rauch verdeutlicht, dass bereits Löschmaßnahmen eingeleitet sind. Die Straßenbahnoberleitung erschwert den Einsatz der Drehleiter. Foto: Feuerwehr Essen Bernd Weichert.
  • Der weiße Rauch verdeutlicht, dass bereits Löschmaßnahmen eingeleitet sind. Die Straßenbahnoberleitung erschwert den Einsatz der Drehleiter. Foto: Feuerwehr Essen Bernd Weichert.
  • hochgeladen von Siegfried Schönfeld

Sonntagabend  (09.05.2021) ist die Essener Feuerwehr mit zwei Löschzügen nach Essen-Altendorf ausgerückt. In einem Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten war im ersten von dreieinhalb Geschossen ein Feuer ausgebrochen. Bei Eintreffen der ersten Kräfte waren die Fensterscheiben des Brandraumes bereits geborsten, Flammen schlugen weit aus der verkohlten Fensteröffnung. Es bestand die akute Gefahr, dass sich der Brand in das darüberliegende Geschoss ausdehnte.

Brand unter Kontrolle

Eine frühe Löschmaßnahme bestand im gezielten Einsatz eines Rohres im Vollstrahl von außen (Fensterimpuls), um den Brand zunächst herunterzukühlen und dem Angriffstrupp den Zugang in die Brandwohnung zu erleichtern. Nach kurzer Zeit war der Brand unter Kontrolle und gelöscht. Ein weiterer Trupp durchsuchte den verrauchten Treppenraum. Weil die   Wohnungseingangstüren offen standen, wurden alle Wohnungen  auf vermisste Personen durchsucht. Rasch war klar, dass das gesamte Gebäude menschenleer war, alle Bewohner hatten sich selbst in Sicherheit gebracht. Insgesamt waren 33 Personen in den acht Wohneinheiten gemeldet. Nach Überdruckbelüftung und Schadstoffmessungen konnten sieben Wohnungen wieder freigegeben werden, die Brandwohnung ist unbewohnbar. Nach einer Brandnachschau gegen 22.30 Uhr übernahm die Kriminalpolizei die Einsatzstelle. Die Brandursache ist derzeit ungeklärt, glücklicherweise wurde niemand verletzt. (MF)

Fensterimpulslöschung

Um diese Taktik einsetzen zu können, muss ein weit entwickelter Zimmerbrand vorherrschen und die Fensteröffnung komplett offen sein. Mit einem Rohr im Vollstrahl gibt eine Einsatzkraft von außen Wasser für wenige Sekunden gegen die Zimmerdecke. Dort wird es durch den Aufprall verteilt, entzieht dem Brand Energie. Der Wasserdampf kann durch die Fensteröffnung nach Außen abziehen, wenn der ungehinderte Zutritt von Luft von anderer Stelle wie einer geöffneten Wohnungseingangstür gegeben ist. So hat der Trupp, der die eigentliche Brandbekämpfung im Innenangriff vornimmt, bessere Sicht und ist einer geringeren Wärmebelastung ausgesetzt.

Autor:

Siegfried Schönfeld aus Marl

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