Stolpersteine in der Hülser Fussgängerzone erinnern an die Reichspogromnacht am 9. November 1938

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Eine Veranstaltung zur Erinnerung „Lesen gegen das Vergessen“, fand vom 8.11. bis 11.11.2013 im Gymnasium im Loekamp in Marl Hüls statt. Der Anlass war der 75. Jahrestages der Pogromnacht vom 9.11.1938 in Marl. .Dabei lasen Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer aus den Erinnerungen Bertolt Boldes’ vor, an dessen Eltern die Stolpersteine in der Hülsstraße erinnern. Das Gymnasium im Loekamp hatte die Patenschaft übernommen .

Berthold Boldes' Eltern wurden im Konzentrationslager ermordet, wovon er erst nach dem Krieg erfuhr. Berthold wurde mit Hilfe seines Schwagers nach Dänemark in Sicherheit gebracht, im Oktober 1943 aber von den deutschen Besatzern ins KZ Theresienstadt deportiert.
Die Gedenksteine „Stolpersteine“ vor dem Haus 12 A in der Hülsstraße werden von den Schülern des Gymnasium im Loekamp betreut.

Stolpersteine

sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Mit diesen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine sind kubische Betonsteine mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern, auf deren Oberseite sich eine individuell beschriftete Messingplatte befindet. Sie werden in der Regel vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster des Gehweges eingelassen. Die mittlerweile rund 42.500 Steine finden sich nicht nur in Deutschland, auch in 15 weiteren europäischen Ländern hat das Projekt Fuß gefasst. In Marl befinden sie sich unter anderem in der Hülser Fussgängerzone.
In den 20er und 30er Jahren betrieb die Familie Boldes dort in Hüls ein eigenes Möbel- und Haushaltswarengeschäft mit Tischlerei. Nach der Reichspogromnacht am 9. November 1938 mussten die letzten jüdischen Familien Marl verlassen und in ein spezielles Haus in Recklinghausen übersiedeln - eine Vorstufe zu ihrem Abtransport in die Konzentrations- und Vernichtungslager im Jahre 1942.
Demnigs Intention ist unter anderem, den NS-Opfern, die in den Konzentrationslagern zu Nummern degradiert wurden, ihre Namen zurückzugeben. Das Bücken, um die Texte auf den Stolpersteinen zu lesen, soll auch eine symbolische Verbeugung vor den Opfern sein. Außerdem soll die Markierung der Tatorte häufig mitten in dichtbesiedelten Bereichen die von einigen Zeitzeugen vorgebrachte Schutzbehauptung in Frage stellen, wonach man von den Deportationen nichts mitbekommen habe.

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