Trainer-Legende Rudi Gutendorf als Trainer beim TSV Marl im Jahnstadion

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Die Trainer-Legende Rudi Gutendorf ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Der gebürtige Koblenzer steht mit 55 Trainer-Stationen in 32 Ländern auf fünf Kontinenten im Guinness-Buch der Rekorde und verdiente sich so den Spitznamen "Rudi Rastlos".  1954 erhielt er die DFB-Lizenz bei Sepp Herberger. Auch in Nordrhein-Westfalen hinterließ Gutendorf nach der aktiven Karriere als Spieler, als Trainer beim TSV Marl Hüls seine Spuren.

„Riegel-Rudi“

Er übernahm  im Alter von 35 Jahren das Training beim TSV am 1.07.1962bis zum  30.06.1963.
Der gerade  aus Tunesien in die Bundesrepublik zurückgekehrte Neuendorfer eröffnete mit Marl-Hüls am 18. August 1962 mit einer 1:11-Auswärtsniederlage bei Borussia Dortmund die Verbandsrunde. Beim Rückspiel im Jahnstadion nach wenigen Monaten Training in Marl gewann der TSV Marl Hüls  gegen   Borussia Dortmund 1 zu Null. Aufgrund der Defensiv-Taktik, erlangte er den Spitznamen „Riegel-Rudi“.

Trainer auf Schalke

In der Bundesliga-Saison 1968/69 führte Gutendorf Schalke 04 in der Rückrunde vom vorletzten Tabellenplatz noch auf Platz sieben und trotz der 1:2-Niederlage im DFB-Pokalfinale gegen Meister Bayern München sogar in den Europacup. "Der FC Schalke 04 wird Rudi Gutendorf stets ein ehrendes Andenken bewahren", schreibt der Verein am Sonntag auf seiner Webseite.

Als Trainer auf allen fünf Kontinenten im Auftrag der FIFA, DFB, NOK und des Auswärtigen Amtes leistete er sportliche Entwicklungshilfe.
Zu Gutendorfs Stationen zählten unter anderem Länder wie Antigua und Barbuda, Neukaledonien, Tonga, Nepal, Sao Tomé und Principe, Fidschi, Mauritius, Ruanda und Samoa. 2004 beendete Gutendorf, der in Deutschland beim TSV-Marl-Hüls, dem Meidericher SV, dem VfB Stuttgart, dem FC Schalke 04, den Kickers Offenbach, dem TSV 1860 München, dem SC Fortuna Köln, TeBe Berlin, dem Hamburger SV und Hertha BSC als Coach aktiv war, seine Trainerkarriere.

Zur Geschichte des Jahnstadions in Marl Hüls 

Das Stadion sollte ursprünglich eine Kapazität von 35.000 Zuschauern fassen. Zusätzlich wurde eine pylonengestützte Spannbetonkonstruktion (66,85 m x 10,10 m) als Dach für Sitzplatzüberdeckungen geplant und gebaut. Die Höhe der Pylonen beträgt 31,77 Meter.

1924–1927: Stadionbau
1945: Nach dem 2. Weltkrieg werden im Vereinsheim Lebensmittelkarten ausgegeben.
1948–1949: Erweiterung
1949: Wiedereröffnung
1960: Zuschauerrekord. Das Fußballspiel zwischen TSV Marl-Hüls gegen den Wuppertaler SV (4:1) besuchten 18.000 Zuschauer.
5. Februar 1962: Ratsbeschluss zur Neugestaltung und Errichtung einer neuen überdachten Haupttribüne
23. März 1962: Architektenbeauftragung
25. Juni 1962: Baubeginn. Die Planung und Bauleitung hatte Aribert Riege inne.
2. August 1964: Eröffnung und Übergabe des Stadions
A Jugendturnier vom 14-16 August 1964 (International)

Eröffnung des Stadions

Das Turnier wurde zur Eröffnung des Stadions vom Vereinspräsidium und dem damaligen Sponsor Zeche Auguste Victoria (Bergbauunternehmen) ausgelobt. Als „Schirmherr“ konnte man den bekannten „German Goal Keeper Bert Trautmann“ von Manchester City (Bernhard Trautmann) gewinnen. Als Ehrengäste waren unter anderem Eusébio und Lew Iwanowitsch Jaschin anwesend, die auch den Turniersieger mit dem Pokal auszeichneten. Es nahmen unter anderem folgende Vereine an diesem Turnier teil, Real Madrid, Roter Stern Belgrad, Steau Bukarest, Inter Mailand, Manchester City, Sporting Lissabon, Sparta Prag und die A jugend des TSV Marl Hüls. Der TSV konnte sich bis zum Achtelfinale behaupten, unterlag aber im Viertelfinale Roter Stern Belgrad. Das Endspiel bestritten Real Madrid und Roter Stern Belgrad, was die Madrilenen mit 4:1 gewannen. Zu dieser Zeit waren alle Spiele ausverkauft (bedingt durch das Sponsoring).

Am 2. September 1984 fand im Jahnstadion das Pop-Festival Marl statt. Der Headliner war die Band The Cure.

Die Dachkonstruktion der Tribüne ist baufällig. Seitens der Stadt Marl werden keine Gelder mehr in den Erhalt des Stadions investiert, da man plant, auf dem Gelände Wohnungen  für Besserverdienende  zu bauen.

Autor:

Siegfried Schönfeld aus Marl

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