Schicht im Schacht!
Gerufen wurde: Kumpel kommt herbei!

an der Lore Walter Geusken, Vorsitzender der IGBCE Ortsgruppe Rheinkamp, 1993 Maschinenhauer auf Pattberg, im Kreis der Kumpel, sitzend, Johann Bongers, Fördermaschinist auf Pattberg, links daneben Konrad Göke  Foto: Klaus Dieker
  • an der Lore Walter Geusken, Vorsitzender der IGBCE Ortsgruppe Rheinkamp, 1993 Maschinenhauer auf Pattberg, im Kreis der Kumpel, sitzend, Johann Bongers, Fördermaschinist auf Pattberg, links daneben Konrad Göke Foto: Klaus Dieker
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…und sie kamen, um an die letzte Schicht auf Pattberg am 30. Juni 21993 zu erinnern.
Der Platz rund um die Lore aus der Schachtanlage Pattberg auf dem Repelener Markt war am Freitag 30. Juni zum 30. Jahrestag der Zechenschließung dicht gefüllt, als Konrad Göke, Ratsherr für Repelen-West und Genend die Bergmänner und Bergmannsfrauen mit einem herzlichen: Glück auf! begrüßte. Pünktlich um 11.00 Uhr läuteten die Glocken von St. Martinus zu Ehren der Heiligen Barbara, Schutzpatronin der Bergleute. Helmut Ey, 1993 Sicherheitsingenieur auf Pattberg, der das Wiedersehen der Kumpel mit organsiert hatte: „Ich bin 1956 auf meine erste Schicht unter Tage, auf Pattberg, eingefahren. Damals gab es im Ruhrgebiet 180 Schachtablagen mit 600.000 Bergleuten. Die Schornsteine qualmten, es ging wieder aufwärts. Energie wurde überall gebraucht, die Kohle wurde uns aus den Händen gerissen, Bayern wäre ohne unsere Kohle so schnell nicht wieder auf die Füße gekommen. Der Bergbau war der Schmelztiegel für viele Menschen. Anfangs kamen Flüchtlinge, Vertriebene aus den Ostgebieten, später viele aus vielen Ländern rund ums Mittelmeer. Alle haben hier eine neue Heimat und Arbeit über mehrere Generationen hinweg gefunden. Der Bergbau hat das Stadtbild geprägt. Moers, Repelen, Utfort, Kamp-Lintfort wuchsen. Jetz sind es schon 30 Jahre her, dass auf Pattberg die Lichter auf ausgingen!“ Der älteste, mit bald 94 Jahren, war sicher der Bergmann Johann Bongers, damals Fördermaschinist auf Pattberg. An seinem Seil hingen die Förderkörbe, die die Kumpel in Sekundenschnelle zur Sohle auf 400, 500, 650 oder ganz nach zur Sohle in 885 m Tiefe unter Tage brachte und zum Schichtende zurück ans Tageslicht holte. Da standen sie gestern beisammen, die Kumpel von damals mit Ihren Frauen, freuten sich, sich wieder zu sehen, tauschten Erinnerungen und  manch ein Auge wurde feucht, als zum Schluss, zum Abschied, gemeinsam das Steigerlied gesungen wurde.

Autor:

Konrad Göke aus Moers

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