Das Römermuseum Haus Bürgel hat zum zehnjährigen Bestehen viel vor

Manfred Klein, der 1. Vorsitzende der Interessengemeinschaft Urdenbacher Kämpe - Haus Bürgel mit Bruno Benzrath (r.) und Barbara Löffler, die sich im Verein vor allem um die Arbeit mit Schulen und Schulkindern kümmert – von der Grundschule  bis hin zum Oberstufen-Lateinkurs.  Foto: Thomas Spekowius
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  • Manfred Klein, der 1. Vorsitzende der Interessengemeinschaft Urdenbacher Kämpe - Haus Bürgel mit Bruno Benzrath (r.) und Barbara Löffler, die sich im Verein vor allem um die Arbeit mit Schulen und Schulkindern kümmert – von der Grundschule bis hin zum Oberstufen-Lateinkurs. Foto: Thomas Spekowius
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Das Römische Museum Haus Bürgel wird zehn Jahre alt. Seit der Eröffnung im August 2003 haben mehr als 16.000 Einzelbesucher und Teilnehmer an Führungen die Ausstellungsräume und den Außenpfad im ehemaligen Römerkastell besichtigt. Hinzu kommen mehrere Tausend Gäste beim jährlichen Tag des offenen Denkmals. Zum zehnjährigen Bestehen des Museums plant dessen Trägerverein, die 1989 gegründete Interessengemeinschaft Urdenbacher Kämpe - Haus Bürgel, zahlreiche Projekte und Programmpunkte.

Dabei soll vor allem auch eines gezeigt werden: „Wir sind ein lebendiges Museum, in dem es immer wieder Neues zu entdecken gibt. Auch weil wir hier selbst immer wieder Neues entdecken“, so der 1. Vorsitzende des Fördervereins Manfred Klein. Doch, so ist es nunmal mit den alten Römern, um ihnen Neues zu entlocken muss gegraben werden. Und auch archäologisch noch so wertvolles Graben kostet Geld. Da will man den zehnten Geburtstag natürlich auch für weitere Vorstöße in die Tiefe und dem dafür zwingend vorausgehenden Angraben von Fördertöpfen nutzen. Manfred Klein: „Wer da nicht immer wieder hartnäckig ist und nachfragt, der bekommt auch nichts. Wir sind aber auf einem sehr guten Weg.“

Dass man bei Ausgrabungen auf Haus Bürgel fündig wird, beweist das Museum nun schon seit einem Jahrzehnt mehr als eindrucksvoll. Bruno Benzrath, 2. Vorsitzender beim Förderverein des Römermuseums: „Alles, was man bei uns in den Vitrinen sieht, ist auch tatsächlich hier an Ort und Stelle ausgegraben worden. Und es liegen ganz sicher noch mehr Geheimnisse bei uns in der Erde.“ Man muss halt nur danach graben.

Seit langem gewünscht ist in diesem Zusammenhang die archäologische Untersuchung der ehemaligen Maternus-Kapelle, der man nun möglichst bald an die Grundmauern möchte. Sie entstand in der Zeit nach den Römern auf dem Gelände der alten Festung, vermutlich irgendwann zwischen dem 6. und 9. Jahrhundert, als auch im Rheinland längst die Franken das Zepter übernommen hatten. „Auf jeden Fall ein Relikt frühchristlicher Entwicklung des Rheinlandes“ so Manfred Klein. Und würde man sie, nach einer Freilegung, tatsächlich auf das 6. Jahrhundert datieren können, wäre das nicht weniger „als eine kleine Sensation“, so der Monheimer Stadtarchivar Michael Hohmeier, der ebenfalls seit den Anfängen zu den engagiertesten Ehrenamtlern und Mitgliedern des Museumsvereins auf Haus Bürgel gehört.

„Hier stehen wir ebenfalls in engem Kontakt mit der LVR-Bodendenkmalpflege und der Nordrhein-Westfalen-Stiftung als Eigentümerin von Haus Bürgel“, so Klein. Nach Abschluss der Grabungen soll der Grundriss der Maternus-Kapelle durch eine Pflasterung kenntlich gemacht werden.

Zudem träumt man im Römerlager davon, auf weitere Sicht auch einen bisher ungenutzten Raum oberhalb des östlichen Pferdestalls für Museums- und Ausstellungszwecke nutzbar zu machen. Hier verstauben aktuell noch 100 Quadratmeter zusammenhängende Fläche ungenutzt.
Sofern die Finanzierung durch die Nordrhein-Westfalen-Stiftung gesichert ist, sollen in diesem Jahr auch Audioguides für die Museumsbesucher angeschafft werden. Ein wichtiges Thema bleibt zudem die Mitarbeit in der Lenkungsgruppe zum Projekt „Auenblicke“ der Biologischen Station. „Es geht 2013/2014 um die Aufwertung des Eingangsbereichs von Haus Bürgel, die Einrichtung eines Infobereichs und Ruheplatzes sowie die Anlage eines Teiches“, erläutert Manfred Klein. „Wir bleiben also auch nach zehn Jahren Museumsarbeit aktiv und innovativ. Und zwar wie bisher ausschließlich dank des großen Engagements unserer ehrenamtlich Aktiven.“. Weitere Mitstreiter sind hier übrigens immer gerne gesehen.

Mehr Informationen gibt es auf www.hausbuergel.de im Internet.

Monheim und Rom im Jubiläumsjahr

Bürgeler Aktiontage

Museum In den Osterferien, vom 2. bis 7. April, stehen gemeinsam mit der Biologischen Station und der Kaltblutzucht Reuter für Kinder und Erwachsene „Bürgeler Aktionstage“ rund um Römer, Natur und Pferde an. Faltblätter mit ausführlichen Angaben zu Programm, Entgelten und Anmeldemodalitäten sind erhältlich an Haus Bürgel (Prospektspender an der Hofeinfahrt) sowie bei öffentlichen Einrichtungen im Düsseldorfer Süden und in Monheim am Rhein.

Vorträge im Versammlungsraum

Vorträge gibt es am 13. April (Dr. Hermann Graf Nesselrode: „Alles im Fluss - Haus Bürgel als landwirtschaftlicher Gutshof im Besitz der Grafen von Nesselrode zwischen 1698 und 1989“), 11. Mai (Klaus Vorwald: „Wie das Christentum nach Germanien kam - die ersten Christen im Rheinland und in Westfalen“) und 1. Juni (Bernd Holdt: „Das römische Recht“); jeweils samstags um 15 Uhr im Versammlungsraum des Museums.

Römerlager im Mai

Für Samstag, 4. Mai, ist ein Römerlager der Classis Augusta Germanica vorgesehen. Am Sonntag, 9. Juni, präsentiert sich das Museum auf der Vereinsmeile beim Monheimer Stadtfest. Am Wochenende 15. und 16. Juni ist das Ulla-Hahn-Haus mit einer Schreibwerkstatt für Kinder zu Gast in Haus Bürgel. Der traditionelle Tag des offenen Denkmals, gemeinsam ausgerichtet von Museum, Biologischer Station und Kaltblutzucht Reuter, ist auf Sonntag, 8. September, terminiert.

Römerkunde für Schüler

Besonders willkommen im Museum sind weiterhin Schulklassen. Mehr als hundert Schulen in Monheim am Rhein, Langenfeld, Hilden, Leichlingen sowie angrenzenden Stadtteilen von Düsseldorf und Leverkusen haben Einladungen und Informationsmaterial erhalten. Ferner ist für dieses Jahr der Nachbau eines römischen Backofens durch das Amt für Bodendenkmalpflege des Landschaftsverbands Rheinland (Außenstelle Overath) geplant.

Autor:

Thomas Spekowius aus Monheim am Rhein

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