Baumberg-Ost und die Folgen - Monheim, eine Stadt ohne Zukunft?

Vielleicht ist die CO-Pipeline gar keine so schlechte Idee. Löst sie doch all unsere Probleme. Vorrausgesetzt, es kommt zum folgenschweren Zwischenfall. Und das Wetter müsste natürlich auch mitspielen, denn meistens weht der Wind hier aus Süd-West. Das wär dann blöd für Düsseldorf-Süd und Langenfeld, Monheim dagegen ginge wieder einmal leer aus. Nehmen wir einmal an, der Wind weht unerwarteter Weise aus Richtung Osten, er weht das böse Kohlenmonoxid zu uns herüber und ganz Monheim schläft friedlich ein. Eine ganze Stadt steht still und träumt für ein paar Sekunden von einem Utopia ohne Schuldenberg(1). Ohne Bürgerinitiativen und Politiker(2), dafür mit hübschen Sportanlagen(3). Alle leben in wunderbarer Harmonie.
Zu dumm: keine Pipeline - kein Utopia! Die Realität sieht anders aus. Denn es geht um viel mehr als nur um das geplatzte Sportstättenkonzept.

Ohne Moos nix los?

(1) Monheim droht die Schuldanlast über den Kopf zu wachsen. Einsparpotenzial gibt es kaum noch. Aber selbst wenn wir die freiwilligen Leistungen für Freizeit und Unterhaltung hier in Monheim komplett zusammenstreichen würden, reichte das bei weitem nicht aus. Und mal ehrlich, können - nein, wollen Sie sich ein Monheim ohne Schwimmbad, Musik und Theater, Bücherei und Jugendeinrichtungen vorstellen?
Klar ist aber auch, die Einwohnerzahl unserer Stadt sinkt. Damit müssen immer weniger Bürger die gleiche Infrastruktur finanzieren. Wenn wir jedoch an der Höhe der Ausgaben kaum etwas ändern können, bleibt uns nur, die Einnahmen zu erhöhen. Die Stadt ist gezwungen, Steuern und Gebühren anzuheben (wie in den letzten Jahren mehrfach geschehen), was Monheim zunehmend unattraktiver macht - gerade im Vergleich zu den potenten Nachbarstädten Düsseldorf und Langenfeld. Durch die Ansiedlung von Unternehmen, den damit verbundenen Arbeitsplätzen und die Ausweisung von neuen Wohngebieten und einer damit einhergehenden Veränderung der Bevölkerungsstruktur lässt sich dieser Trend aber aufhalten. Denn dadurch würden wir höhere Einnahmen bei der Gewerbesteuer, der Grundsteuer und der Einkommensteuer erzielen.

Alle Macht dem Volke?

(2) Bürgerinitiativen - Fluch oder Segen? Menschen, die für ihre Überzeugung eintreten, auf Ungerechtigkeiten, auf Ungleichheiten hinweisen, wollen beschützen, bewahren oder verhindern. Egoisten? Idealisten?
So unterschiedlich die Motive für den Protest auch sein mögen, so unterschiedlich sind auch die Reaktionen darauf. Pikant: Sowohl der Monheimer Bürgerverein als auch die Initiative gegen die Bebauung in Baumberg-Ost (IGBBO) befürchteten Lärm, Dreck und ein erhöhtes Verkehrsaufkommen (durch den Schrottverwerter IMR bzw. durch den geplanten Sportplatz). Seltsam, denn in dem einen Fall schlugen sich Peto, SPD, Grüne und Teile der CDU auf die Seite der Monheimer, verhinderten IMR. Schaden: über 2 Mio. Euro (für die Rückabwicklung und Entschädigung, die verlorenen Arbeitsplätze und entgangenen Gewerbesteuereinnahmen rechnen wir mal nicht mit). In dem anderen Fall wollten Peto, SPD und Grüne dem Bürger ihren politischen Willen aufoktroyieren. Das Konzept platzte und ohne die Verlegung der Bezirkssportanlage können nun weit weniger Einnahmen aus Grundstücksverkäufen erzielt werden. Schaden: über 2 Mio. Euro (die entgangenen Einnahmen an Grund- und Einkommenssteuer rechnen wir hier mal nicht mit).

Wer rastet, der rostet?

(3) Wo waren eigentlich die Baumberger Sportler, als es um die Frage ging: Baumberg-Ost oder Kielsgraben? Gab es keine Sorgen um die Zukunft der Trainingsflächen? Der Sportplatz an der Baumberger Bürgerwiese wird nächstes Jahr den Baggern zum Opfer fallen. Das war lange bekannt und geplant. Ohne Alternative müssen die Monheimer Sportler in Zukunft auf den verbleibenden Flächen ein wenig enger zusammenrücken. Ohne die Einnahmen aus den Grundstücksverkäufen in Baumberg-Ost ist bisher zudem fraglich, wie die übrigen Sportplätze saniert werden sollen. Denn dafür fehlt das Geld.

„Aber nun, ich komme zum Schluß und möchte nochmals das sagen, was ich eben gesagt habe: Die Situation ist da. Die Situation ist auch nach meinem Gefühl ernst und es handelt sich um soziale Fragen allerersten Ranges dabei. Und deswegen wollen wir gemeinsam mit aller Ruhe, aber auch mit allem Ernst an die Lösung des Problems herangehen, das jetzt zu plötzlich vor uns getreten ist“, sagte einst Konrad Adenauer. Wie wahr…

Autor:

Roman Lang aus Monheim am Rhein

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